Solace - Fading Failing Ruin
Review
Zum 30. Geburtstag laden SOLACE zu ihrem fünften Album „Fading Failing Ruin“ und setzen ihre versteinerte Doom-Reise unbeirrt fort. Die Band besteht unter anderem aus den ehemalgien GODSPEED-Mitgliedern Tommy Southard und Tim Schoenleber, verarbeitet in ihrer Musik extrem viele Einflüsse und macht Stonerrock sehr zugänglich.
SOLACE sind die Könige des modernen Blues
Natürlich duellieren sich die Musiker entsprechend ihrer Genrezugehörigkeit weniger an den Instrumenten, als dass sie unisono fette Riffs schmettern, als gäbe es kein morgen. Justin Goins Stimme ist eine wilde Mischung aus Dave Grohl und Chris Cornell und macht SOLACE alleine deshalb zu einer Hörempfehlung. Während ein Song wie „Fettered To A Stone“ mit schwermütigen Blues-Patterns stampft, segelt Goins wie ein Adler im Jagdflug wachsam und thronend über den Medlodien.
„A God Changes His Plans“ groovt sich ordentlich in Rage und wird zu einer zahmen Sludge-Nummer, die zwar kein echter Hassbatzen im Stile von – sagen wir mal – EYE HATE GOD ist – der Fuzz ist allerdings ähnlich mächtig.
„Fading Failing Ruin“ macht Erwachsene froh – und die Gen X ebenso!
Es folgt „Wraths Object The Big Fall“, ein knapp fünfzehnminütiges Epos, das mit einem PINK FLOYDSCHEN Auftakt (über sechs (!) Minuten) zu einer Heavy-Nummer wird, die als Kniefall vor den Herren Iommi, Osbourne, Butler und Ward gesehen werden kann. Das schöne dabei ist, dass der Gesang Goins angemessen rockig inszeniert ist und der Song wie aus der Zeit gefallen und verstaubt klingt. Mit „Culling The Herd“ geht es genauso weiter und wir hören Ozzy in jeder Note fluchen, jammern und singen.
SOLACE schaffen mit „Fading Failing Ruin“ also ein Werk, dass sowohl in der Heavy-Metal-Kultur, als auch bei denjenigen, die ihre Teenagerjahre in den 90ern verlebt haben, gleichermaßen einschlagen kann. Und noch mehr: „Beyond Below“ erweitert das musikalische Spektrum noch einmal und wir finden Reminiszenzen zu Dave Wyndorf (MONSTER MAGNET), was natürlich nicht ohne eine gewisse Prise Heaviness geht.
SOLACE machen ihren Stoner-Doom-Rock mit „Fading Failing Ruin“ zu einem kosmopolitischen Prachtwerk, auf dem sich unzählige, clevere Details verstecken. Entdeckt man sie, hat man doppelt Spaß mit der Platte. Einziges Manko stellt die Gesamtspieldauer von einer Stunde dar, die bei den teilweise langatmigen (aber nicht langweiligen) Tracks sehr viel Ausdauer von den Hörenden verlangt.
Solace - Fading Failing Ruin
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Doom Metal, Heavy Metal |
| Anzahl Songs | 9 |
| Spieldauer | 60:07 |
| Release | 03.07.2026 |
| Label | Magnetic Eye Records |
| Trackliste | 1. Spiral Will 2. Fettered to a Stone 3. A God Changes His Plans 4. Wrath's Object (The Big Fall) 5. Culling the Herd 6. Beyond Below 7. Malengine (The Scaffold) 8. Every Day Is a Loaded Gun 9. Ridden |
