Speglas - Endarkenment, Being & Death

Review

Gut Ding will Weile haben. Die Schweden SPEGLAS sind eigentlich schon seit 2015 aktiv. Im gleichen Jahr haben sie eine EP veröffentlicht, dann war es etwas länger still um die Band, da zwei ihrer Musiker mit Robert Andersson an dem fantastischen Debüt-Album der MORBUS-CHRON-Nachfolgeband SWEVEN beteiligt waren. Da es nach “The Eternal Resonance” um selbige leider ebenfalls wieder stumm geworden ist, war in Folge genug Zeit, um 2022 eine weitere EP zu veröffentlichen und endlich ein vollständiges Debüt vorzulegen. Ungewöhnlich, dass eine junge schwedische Band so lange braucht, um in die Puschen zu kommen, aber erstens sind die SPEGLAS-Musiker mit inzwischen Anfang 30 immer noch relativ jung und zweitens rechtfertigt die überwältigende Klasse von “Endarkenment, Being & Death” jeden einzelnen verstrichenen Tag Wartezeit – und belohnt die Geduld.

SPEGLAS liefern hochwertige Überraschung

Natürlich lässt der Szene-Dunstkreis um die beteiligten Musiker auf ein gutes Album hoffen. Dass “Endarkenment, Being & Death” jedoch so exquisit wird und sich deutlich in der Tradition von SWEVEN aufhält, ohne das Songwriting von Robert Andersson zu kopieren, war nicht zu erwarten. SPEGLAS spielen atmosphärischen, melancholischen Black/Death Metal, der mit vielen Melodien der klassischen Heavy-Metal- und Hard-Rock-Schule angereichert wird und ebenfalls gelegentliche Ausflüge in Richtung Gothic Rock wagt. Dabei hält die Platte äußerlich nicht nur die markante bisherige Ästhetik der Band ein, sondern ist von Simon Söderberg (Mix, GHOST) und Magnus Lindberg (Mastering, CULT OF LUNA) in einen hervorragenden Sound gegossen wurden.

Im Vergleich zu SWEVEN geben sich SPEGLAS trotz unüberhörbarer Ähnlichkeiten etwas geradliniger und weniger kraut-rockig ausladend. So fehlen zwar die faszinierenden Klanglandschaften ersterer, dafür kommen bei SPEGLAS die mitreißenden Gitarrenmelodien gezielter auf den Punkt. Songs wie “Dearth” oder “Rage Upon The Dying Fire” gehen ein ganzes Stück tiefer als der gewöhnliche Death-Metal-Song unter die Haut. Überhaupt schwebt über dem Album eine faszinierend morbide Atmosphäre von Sehnsucht und Trauer, dass es manchmal wie eine viktorianische Totenfotografie wirkt: unheimlich und friedlich zugleich.

“Endarkenment, Being & Death” – Schon jetzt ein Jahreshighlight

In seiner ganzheitlichen Formvollendung wächst das Album mit gesteigerten Hördurchläufen sogar und entwickelt ein gewisses Suchtpotential. Dadurch muss der Autor dieser Zeilen die Note aus dem Soundcheck um einen Punkt nach oben korrigieren. Was SPEGLAS auf “Endarkenment, Being & Death” zaubern, setzt Anno 2026 im extremen Heavy Metal immer noch Akzente und es bleibt zu hoffen, dass dieser hochbegabte Zirkel schwedischer Musiker in Zukunft noch ein paar weitere Perlen dieser Klasse übrig hat.

22.02.2026

Redakteur

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