Sweven - The Eternal Resonance

Review

Soundcheck Dezember 2020# 2

“The Eternal Resonance”, das Debüt-Album der Schweden SWEVEN erschien zwar schon im März des Jahres und ist somit nicht mehr ganz taufrisch auf unseren Seiten. Dennoch wollten wir es uns nicht nehmen lassen, dieses sensationelle Album noch gebührend vorzustellen, denn einerseits ist es im Gesamtstrudel der jüngeren Veröffentlichungen leider etwas untergegangen; andererseits lässt sich mit der nun möglichen Beurteilung der Langzeitwirkung ausnahmsweise auch die Höchstnote dieses grandiosen Albums rechtfertigen.

Einige werden wissen, dass “Sweven” im Jahre 2014 das wunderbare Abschiedswerk der Stockholm-Hopefuls MORBUS CHRON war. Das Album überzeugte mit einer gekonnten Mischung aus räudigem, aber verspielten Death Metal und verträumten Ambient-Prog-Passagen und wurde wegweisend für viele jüngere Genre-Highlights der Marke VENENUM oder CHAPEL OF DISEASE. SWEVEN ist nun also die lang erhoffte Nachfolgeband rund um ex-MORBUS-CHRON-Sänger/Gitarrist. Robert Andersson und “The Eternal Resonance” ein mehr als eindrucksvoller Nachfolger.

SWEVEN überzeugen mit Traumstart

Mit dem schönen, dreiminütigen Intro “The Spark” zeigen SWEVEN früh, dass sie in direkter Tradition zu MORBUS CHRON stehen. Die cleanen Pickings, die entrückte Atmosphäre – Zutaten, die bereits aus dem gleichnamigen Album bekannt sind. Auffällig ist allerdings beizeiten der verbesserte Sound und die Tendenz zu weniger abstrakten, viel ‘schöneren’ Melodieführungen. Zudem nehmen cleane, art-rockige Passagen in Kombination mit hysterisch geschrienen Passagen weitaus mehr Raum ein als bisher im Schaffen des Robert Andersson.

SWEVEN haben das Death-Metal-Terrain im Prinzip komplett verlassen und integrieren auf völlig natürliche Weise Classic Rock/Metal (“Solemn Retreat”), verschrobene Horror-Piano-Sounds (“Mycelia”) oder SHINING-eske Klanglandschaften aus den tiefsten Abgründen der Psyche (“By Virtue Of A Promise”). Im erhabenen, über acht Minuten langen Quasi-Outro “Sanctum Sanctorum” überzeugen SWEVEN mit einem Gänsehaut-Choral und lassen einen vollkommen geplättet im Sessel zurück. Zwischen höchster Ekstase und finsterster Depression hat man nun alles gehört und darf sich danach mit der Hölle der eigenen Gedanken befassen. So muss Kunst!

“The Eternal Resonance” – Mitreißend von der ersten bis zur letzten Note

Gar nicht genug hervorgehoben werden können die wahnsinnigen, hysterischen Schreie, die Robert Andersson über das gesamte Album absondert. Zudem ist nicht nur die Instrumentalfraktion exzellent; die Produktion ist darüber hinaus audiophil und warm.
Abgerundet wird “The Eternal Resonance” von einem fantastischen Artwork, das in der Vinyl-Ausgabe von Ván Records eine enorme Wirkung entfaltet.

SWEVEN ist relativ unbemerkt ein Jahreshighlight gelungen, das ihnen in Bälde hoffentlich die Türen aller Clubs und Festivals öffnet. Es wäre wünschenswert, wenn ein so begnadeter Musiker wie Robert Andersson nicht im Strudel des bürgerlichen Mainstream-Mittelmaßes untergehen würde. Von “The Eternal Resonance” wird man auch in Jahren noch sprechen.

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28.11.2020

Redakteur

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8 Kommentare zu Sweven - The Eternal Resonance

  1. ClutchNixon sagt:

    Alter, nicht weniger als eine Offenbarung!

    9/10
  2. daniel sagt:

    jo !! sehr sehr beeindruckend !! da denkt man man hat schon alles gehört und dann kommt so ne platte…echt krass was die zocken !! respekt !!

    9/10
  3. redrider sagt:

    …kann mich den vorangegangenen kommentaren nur anschliessen!-extrem interessanter&intensiver sound…the next big thing?

    9/10
  4. poshmit sagt:

    Gute Platte. Ist das Geld wert im Preis-Musikgenuss-Verhältnis.Verkauft sich sogar unter Wert, im Vergleich zu anderen Auskopplungen 🙂

    9/10
  5. BlindeGardine sagt:

    Starkes Album, auch wenn mir zumindest grob ähnlich gelagere Platten teils etwas besser gefallen. Ich denke da eben besonders an die letzten Scheiben von Chapel of Disease und Venenum und ein Stück weit auch an Tribulation, wobei letztere deutlich zugänglicher sind. Trotzdem, tolle Ding. Wundert mich, dass das hier so lange untergegangen ist.

    8/10
  6. kaltmann sagt:

    Wirklich sehr cool, vor allem da fast alle Gitarren so clean wirken. Was mir allerdings fehlt, ist an irgendeiner Stelle wirklcih mal ein explosiver Ausbruch oder ein bisschen mehr Aggression.

  7. Schraluk sagt:

    Für mich definitiv eines der stärksten Alben in diesem Jahr. Ich finde die Art und Weise wie die Band musikalisch und kompositorisch vorgeht absolut outstanding. Man hat beim Hören viele Referenzen im Ohr, von King Crimson und experimentellen Vorreitern, über Cynic und Latitude bis Tribulation und Chapel Of Disease. Aber wirklich gar nichts hört sich kopiert an. Es ist die Klangästhetik und die Tonalität die alle miteinander verbindet, Sweven sind unfassbar eigenständig. Oft nervt es mich komplett an, wenn wundervolle Harmonien und wenig verzerrte Gitarren mit Growls und Geschrei bombardiert werden. Meist völlig unbegründet. In diesem Fall passen die Vocals aber perfekt. Sind finden reduziert statt und wirken oft eher wie ein eigenständiges Instrument. Zudem passt Anderssons Gekrächze zu der Dynamik der Musik. Es trägt sie geradezu.

    Es ist mir ein absolutes Rätsel, warum man bisher so wenig von diesem Juwel gehört und gelesen hat. Ich höre die Scheibe regelmäßig und immer wieder mit großer Freude. Weil. Sie ist schön und versöhnlich. Sie ist spannend, weil anders. Und sie erfindet die Musik ein Stückweit neu, in dem verschiedenartige Stile der „Rock Music“ (hüstel) anders miteinander verwoben sind.

    Schwelgende 9 Punkte.

    9/10
  8. Watutinki sagt:

    Geht nicht so an mich ran, aber die Qualität ist schon wahrnehmbar.