Streams Of Blood - Vermaledeit
Review
“Finsternis”, “Hass” und “Hoffnungslosigkeit” waren die Parameter, mit denen der einstweilige Kollege Hubert den Vorgänger “Erløsung” umriss. Was erwarten wir mehr von STREAMS OF BLOOD? Nicht viel, maximal eine noch intensivere Darstellung der genannten Emotionen. Ansonsten kann man getrost davon ausgehen, dass das bayerische Duo bestehend aus Thymos (Vocals und Gitarre) und Terrorin (Drums) auf “Vermaledeit” erneut ein Lehrstück der negativen Tonkunst zelebriert – und wird nicht enttäuscht.
Fünf Jahre Wartezeit und STREAMS OF BLOOD treffen ins Schwarze
Dass die Fans dabei immerhin fünf Jahre auf “Vermaledeit” warten musste, fällt nicht weiter ins Gewicht, wenn das Resultat auf geradezu einfache, aber so derartig effektive Weise die Bedürfnisse des schwarzmetallischen Publikums bedient. Mit “Shitstained Cuirass” und “Paralized By Life” zimmern STREAMS OF BLOOD gleich zu Beginn alles weg und sorgen für ehrfürchtig schweigende Münder. Diese Schlagkraft, diesen alles zermalmenden Nihilismus bekommt so manches Vorbild schon länger nicht mehr hin. ‘Wo nehmen sie nur diese Wut her?’, könnte man fragen, doch die Antwort scheint angesichts dieser schonungslos zur Schau gestellten Misanthropie überflüssig.
Da stört es auch nicht, dass sie wie in “Der Körper vergibt, die Seele nicht” latent mit DARKTHRONE’schem Rotz kokettieren oder in “Leichenlager” zu derben Industrial-Drums, Marke “Rebel Extravaganza”, greifen. Das alles sind nur Akzente, die den nihilistischen Malstrom umso reißender werden lassen. Zumal anschließend mit Nummern wie “Tötungsglas” oder “Fading Warmth (The End Of A Melancholic Summer)” wieder schonungslos drauflos gebolzt wird. Einzig der Abschluss “Egocentric Pessimism” bietet noch minimalen Raum zum Verschnaufen vor dem Untergang.
Gepflegtes Bolzen mit “Vermaledeit”
Überrollt, zusammengeschlagen und seltsam gereinigt – so fühlt man sich nach den 36 Minuten Verachtung auf “Vermaledeit”. STREAMS OF BLOOD machen nichts Neues, aber was sie machen, birgt Leidenschaft, authentische Emotionen und eine glaubwürdige Fuck-off-Attitüde. Kein Schnickschnack, keine Schnörkel, einfach nur gute, brutale Songs. Das hinzubekommen, ohne belanglos zu sein, ist gerade im Black Metal ein Kunststück, das die Bayern hervorragend gemeistert haben. Stark!
Streams Of Blood - Vermaledeit
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Black Metal |
| Anzahl Songs | 8 |
| Spieldauer | 36:26 |
| Release | 18.12.2025 |
| Label | The Hidden Art |
| Trackliste | 1. Shitstained Cuirass 2. Paralized By Life 3. Der Körper vergibt, die Seele nicht 4. Leichenlager 5. E(r)gotism 6. Tötungsglas 7. Fading Warmth (The End Of A Melancholic Summer) 8. Egocentric Pessimism |
