Suremad - Memento Mori
Review
Manchmal lohnt sich der zweite Blick: SUREMAD ist mitnichten ein Bandname, der aufgrund hölzerner Englischkenntnisse zustande gekommen ist. Vielmehr bedeutet der Begriff ‘sterbend’ auf estnisch. Die gleichnamige Brandenburger Band veröffentlichte 2021 bereits ihr Debüt “Thronfall” und hat in den vergangenen fünf Jahren hörbar Arbeit in den Nachfolger “Memento Mori” investiert. Vorhang auf für eines der grimmigsten Alben des bisherigen Jahres.
SUREMAD verheißen einen Mahlstrom… und liefern.
Zunächst mal: dickes Lob für die selbst organisierte Promo. Das Album kam bei uns als Vinyl-Style-CD mit komplettem Booklet und oldschool Flyer ins Postfach und lässt so das schöne Artwork des indonesischen Künstlers Mortemraw besser zur Geltung kommen.
Musikalisch hat sich seit “Thronfall” im Kern wenig geändert: SUREMAD bleiben bei latent von Death Metal beeinflusstem Black Metal mit sowohl norwegischer als auch deutscher Prägung. Nur kommt alles inzwischen deutlich besser auf den Punkt. Die angriffslustige Wut von Songs wie “Nomen Est Omen” oder “Vom Niedergang” hat inzwischen TSJUDER-Niveau und überzeugt durch kompromisslose Energie.
Nach wie vor sind die in der Regel auf Deutsch gehaltenen Spoken-Word-Passagen nicht immer eine sinnvolle Ergänzung der Arrangements, sondern nehmen manchmal die Energie raus und mischen ihr überflüssiges Pathos bei. Das stört auf Albumlänge jedoch nicht und ist nur ein kleiner Schönheitsfehler. Etwas mehr Kritik gibt es an der Produktion. Die Bösartigkeit von Songwriting und Performance werden vom Sound nicht immer unterstützt. Somit gefriert das Blut noch nicht gänzlich in den Adern, Kälte und Seelenpein werden dennoch vermittelt.
Grimmiger als “Memento Mori”? Pah!
Der im Promoschreiben angekündigte Mahlstrom ist auf alle Fälle keine hohle Phrase. “Memento Mori” drischt, pocht und faucht, dass sich die Balken biegen und ist trotz aller Intensität beachtenswert abwechslungsreich und kreativ. Wenn SUREMAD noch an ein paar minimalen Schönheitsfehlern arbeiten, wird Album Nummer drei ein ziemlicher Kracher. Da sämtliche Ideen auf der künstlerischen Seite stimmen, nur letztlich noch ein weiteres Stück stimmungsvoller produziert und insgesamt kompakter sein könnten, dürfte dem Quartett dieser Schritt gelingen. Bis dahin sei “Memento Mori” allen Fans von räudigem Black Metal empfohlen.
Suremad - Memento Mori
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Black Metal |
| Anzahl Songs | 8 |
| Spieldauer | 47:16 |
| Release | 01.06.2026 |
| Label | Eigeneproduktion |
| Trackliste | 1. Veritas Odium Parit 2. Nomen Est Omen 3. Abgrundtief 4. Isolation 5. Vom Niedergang 6. Gespenster 7. Weltenende 8. Non Omnis Moriar (Amor Manet) |
