Tailgunner - Midnight Blitz

Review

Hui, da haben TAILGUNNER gleich mehrere Stufen auf einmal auf der Karriereleiter genommen. Ihr zweites Album „Midnight Blitz“ erscheint beim Metal-Major Napalm Records und die Produktion übernahm Mr. Priest KK Downing höchstpersönlich. Nicht, dass die britische Band es nötig hätte, denn ihr Debüt „Guns For Hire“ heimste vor drei Jahren reichlich Lob ein. Mit der zweiten Platte startet der Fünfer den nächsten Anlauf, die NWoBHM in eine neue Generation zu transportieren.

TAILGUNNER – Sound alter Helden mit frischem Anstrich

Klassischer Heavy Metal von den britischen Inseln ist selten schlecht. Zu tief sitzen die großen Vorbilder den Bands im Blut und auch TAILGUNNER profitieren nicht nur von Downings Produktion, sondern haben ihre Hausaufgaben gemacht und sich hörbar von Größen wie IRON MAIDEN und SAXON inspirieren lassen. Das ist umso bemerkenswerter, da die jüngsten Mitglieder erst Anfang 20 sind.

Die Gruppe spielt dabei das komplette NWoBHM-ABC: Flotte Uptempo-Nummern wie „Blood Sacrifice“ finden sich auf „Midnight Blitz“ ebenso wie rockende Mid-Tempo-Groover, und mit „War In Heaven“ ist auch die typische Ballade vertreten. Downings Produktion ist dem Genre angemessen trocken und erdig, ohne übermäßig zu drücken. Der Sound ist ausdifferenziert, mit starkem Fokus auf die Saiteninstrumente, die mit zahlreichen flotten Soli und prägnanten Leads im Rampenlicht stehen.

Sänger Craig Cairns, der auch auf dem INDUCTION-Album „Born From Fire“ zu hören ist, macht mit seiner rauen Stimme einen überzeugenden Job. Sie passt zum kernigen Heavy Metal der Briten deutlich besser als zum Power Metal der Hamburger Nachwuchsband.

Ankreiden kann man TAILGUNNER höchstens, dass sie wenig bieten, was man nicht schon in anderer Form kennt, und dass sich auf der Scheibe – abgesehen in gewissem Maße von „Night Raids“ – kein echter Sofortzünder findet, der sich nachhaltig im Ohr festsetzt.

„Midnight Blitz“ ist gute Kost für Traditionalisten

Mit ihrer zweiten Platte dürften TAILGUNNER all jene zufriedenstellen, die sich nach schnörkellosem Heavy Metal britischer Bauart sehnen. Die Truppe interpretiert, ohne zu kopieren, und liefert ein starkes Album ab. Damit sollte die Karriereleiter trotz übersprungener Stufen weiter steil nach oben zeigen.

30.01.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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