Teutonic Slaughter - Cheap Food

Review

Wo TEUTONIC SLAUGHTER draufsteht, muss auch teutonischer Krach drin sein. Mit „Cheap Food“ liefert das Trio genau das ab und verbeugt sich tief vor der deutschen Thrash-Schule der Achtziger. Statt auf Hochglanzproduktion oder unnötigen Ballast, setzen die Gladbecker auf rohe Energie, Riff-Gewalt und eine gehörige Portion D.I.Y.-Spirit.

TEUTONIC SLAUGHTER servieren „Cheap Food“ mit Geschichte

Das Album beginnt mit einem Polizeibericht der Geiselnahme von Gladbeck im Sommer 1988, bei der zwei Männer eine Bank überfielen und mit den Geiseln quer durch die Republik flohen. Genau hier setzt das folgende „Hostage“ an, in dem die Band das Gaspedal bis zum Anschlag durchdrückt und damit das Geiseldrama verarbeitet, das auch heute noch als eines der aufsehenerregendsten Verbrechen das Landes gilt. Scharfkantige Riffs fräsen sich durch die Gehörgänge, während der bellende Gesang Gift und Galle spuckt. Hier wird schnell klar: Technische Spielereien stehen hinten an, es regiert die pure Aggression. Der Titeltrack „Cheap Food“ zieht das Tempo nochmal an und beißt sich mit seinen kreischenden Gitarren sofort fest. Gerade diese Reduktion auf das absolut Notwendige verleiht dem Song seine Durchschlagskraft.

Hexen und Rock’n’Roll

Songs wie das eingängige „Witches Rock n Roll“ und „Fight The Reaper“ wecken Erinnerungen an die frühen Tage von KREATOR oder SODOM – sägende Gitarren, scheppernde Drums und ein kompromissloser Vorwärtsdrang dominieren das Geschehen. Die Produktion unterstreicht diesen Ansatz perfekt: „Cheap Food“ klingt nicht nach sterilem Studio, sondern nach Schweiß, Dosenbier und authentischem Proberaum-Mief.

Natürlich gewinnt „Cheap Food“ keinen Innovationspreis – das ist aber auch gar nicht der Anspruch. TEUTONIC SLAUGHTER wollen das Rad nicht neu erfinden, sie wollen es zum Rollen bringen. Statt sich mit tiefschürfenden Botschaften aufzuhalten, zelebriert das Trio lieber die pure Lust am Lärm der Achtziger. Das Album funktioniert schlicht als adrenalingeladener Soundtrack, um den Kopf auszuschalten und die Nackenmuskeln ordentlich durchzuschütteln, verpackt in ein rumpeliges, aber herzliches Thrash-Gewand.

„Cheap Food“ ist ein kurzweiliger Nackenbrecher für alle, die ihren Thrash Metal am liebsten ohne Schnörkel und direkt auf die Zwölf serviert bekommen. Roh, ehrlich und sympathisch angepisst.

03.02.2026

Heavy Metal Maniac! :)

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