The Black Court - Gray - The Colors Of Fire And Pain

Review

Wenn eine Band mit Ausdrücken wie „Tief donnernde Vocals, die jeden Nilpferdbullen einschüchtern“, „Melodic Death Metal in all seiner stilistischen Vielfalt“ oder gar „Klingt wie: Arch Enemy“ für sich wirbt, dann sind die Erwartungen zunächst einmal sehr hoch. Was die Hannoveraner von THE BLACK COURT mit ihrer Debüt-EP „Gray – The Colors Of Fire And Pain“ abliefern, wird dem jedoch nicht wirklich gerecht.

Der Opener „Feast“, ein brutaler und durchaus abwechslungsreicher Song, kann zwar mit tollen Gitarrenmelodien aufwarten, doch kommen diese durch die gewöhnungsbedürftige und ungünstig abgemischte Stimme des Sängers Oskar kaum zur Geltung. Diese ist oft zu stark in den Vordergrund gelegt und überdeckt somit den Rest der Band.

„Losing Ground“ ist ein eher simples Stück, welches jedoch bei Live-Auftritten die Lust zum Moshen wecken kann. Sein überraschendes Ende dürfte darüber hinaus einige Hörer bestimmt zum Schmunzeln bringen. Es folgt der wohl stärkste Track der EP: „Speak To The Void“. THE BLACK COURT legen hier einen kräftigen und zugleich groovigen Song vor, der durch Variabilität in der Songstruktur, Eingängigkeit und gutes Riffing überzeugt.

Mit „Gray“ folgt ein kurzweiliges und melodisches Instrumentalstück. Die Gitarrenriffs fallen durchaus positiv auf, jedoch wirkt der Song als Ganzes eher eintönig. Dies wird an Spannungslosigkeit nur noch durch das finale „Words Become Bullets“ übertroffen, welches vollkommen in die Länge gezogen wirkt. Auch hier kann Oskar stimmlich nicht überzeugen, da seinen Growls oft der nötige Druck fehlt.

„Gray – The Colors Of Fire And Pain“ besitzt insgesamt einen zu geringen melodischen Anteil, wenngleich einige Passagen musikalisch ein hohes Niveau andeuten. Aber um den „Melodic Death Metal in all seiner stilistischen Vielfalt“ zu repräsentieren, reicht das noch nicht aus.

06.01.2016
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