The Moon And The Nightspirit - Holdrejtek

Review

Obwohl „Holdrejtek“ (deutsch Mondheiligtum) bereits das fünfte Album der 2003 gegründeten THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT ist, war mir die Band bisher (leider) völlig unbekannt. Das ungarische Duo Ágnes Toth und Mihály Szabo spielt eine Mischung aus Mittelalter, Pagan / Neofolk und Weltmusik.

Folgt man der Beschreibung ihrer bisherigen Alben und hört in die verfügbaren älteren Songs rein, kann man attestieren, dass MOON AND THE NIGHTSPIRIT ihrem eingeschlagenen Stil auch mit „Holdrejtek“ treu geblieben sind. Nach dem mystischen Intro „Mohaszentély“ mit Vogelgezwitscher und knarzenden Bäumen folgen die intim wirkenden, unaufdringlichen und entspannten Stücke. Hervorgetragen mit Akustikgitarre, Geige, Percussions und elegischen Gesängen, entführen uns MOON AND THE NIGHTSPIRIT in ihre Welt der tiefen Verehrung und Liebe zur Natur. Hinter den ungarischen Texten soll die philosophische Idee der gleichzeitigen Einheit und Dualität von Mirko- und Makrokosmos stehen, die dem Hermes Trismegistos und dessen Schrift „Tabula Smaragdina“ zugeschrieben wird. Bei glasklarem, dichtem Sound, instrumentaler Vielfalt, traditionellen Melodien und verträumten Klängen beschwören MOON AND THE NIGHTSPIRIT reichhaltige Bilder im Kopf des Hörers hervor, wie es ähnlich geartete Bands wie bspw. EMPYRIUM, DEAD CAN DANCE, NEUN WELTEN oder TENHI ebenfalls vermögen. Hervorzuheben ist vor allem der bezaubernde, sphärisch-hallende, zarte Gesang von Ágnes, Mihály setzt mit seinem rauen, sonoren Organ Akzente. Gerade dadurch haben die Stücke eine schamanisch-beschwörende Art. Nichts wirkt hier bombastisch aufgeblasen, „Holdrejtek“ ist und bleibt zurückhaltend und dadurch naturverbunden ursprünglich, authentisch, meditativ, unnahbar (natürlich auch aufgrund der ungarischen Sprache) und mystisch. Zwischendurch hat das Album auch ein paar Längen, geht die Spannung etwas verloren. Das passiert aber glücklicherweise nur wirklich sehr selten.

„Holdrejtek“ ist im wahrsten Sinne des Wortes ein schönes, emotionales Werk mit bittersüßer, puristischer Aura. Es wirkt mystisch, weltfremd, naturverbunden und romantisch. THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT wissen, wie man mit Klangbildern verzaubert.

10.09.2014

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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