Triptykon - Shatter

Review

Gerade erst ein halbes Jahr ist es her, dass TRIPTYKON, die neue Formation um CELTIC FROST-Mastermind Tom Gabriel Fischer, mit “Eparistera Daimones” ein beeindruckend düsteres und atmosphärisches Debüt ablieferten, das von Presse und Fans in höchsten Tönen gelobt wurde und jeden Zweifel ausräumte, dass TRIPTYKON das Erbe von CELTIC FROST nicht würdig angetreten könnten. Und schon jetzt legt der Vierer nach: Die EP “Shatter” enthält unveröffentlichte Songs, die gemeinsam mit den anderen Stücken des Debüts aufgenommen wurden, sowie zwei Live-Tracks vom diesjährigen Konzert der Band beim Roadburn Festival am 16. April.

Der Titeltrack “Shatter”, der bisher lediglich als Bonus-Track der japanischen Version von “Eparistera Daimones” auf Platte gepresst wurde, eröffnet die EP. Dass der Song in einem Guss mit den übrigen des Debüts entstand, ist unverkennbar, so wird jeder Fan von “Eparistera Daimones” auch sofort Zugang zu diesem stampfenden, finsteren Stück finden, das von sanft gehauchtem Frauengesang, ähnlich dem bei “My Pain”, nur lieblicher, begleitet wird. Leider aber hängt der Song aufgrund der zu gleichförmigen, simplen Riffs ein wenig durch und wäre unter den vielen genialen Stücken auf “Eparistera Daimones” vermutlich untergegangen. Anders verhält es sich beim folgenden “I Am The Twilight”, das sich perfekt in die Gesamtheit des Albums eingefügt hätte und trotz der Überlange von acht Minuten in keinem Moment nachlässt. Schade nur, dass “I Am The Twilight” bei genauem Hinhören so einige Parallelen zu verschiedenen Album-Songs aufweist und so nicht gerade durch Eigenständigkeit glänzt. “Crucifixus” ist der dritte und letzte bisher unveröffentlichte Song auf “Shatter”, der für die Veröffentlichung der EP neu gemixt und gemastert wurde. Doch bei “Crucifixus” handelt es sich leider nicht um einen wirklichen Song, sondern nur um ein aus undefinierbaren Samples zusammengebasteltes Zwischenstück, mit dem wohl eine gewisse Atmosphäre kreiert werden soll, dieser Effekt bleibt im Kontext der EP und in Anbetracht der Länge von mehr als vier Minuten leider aus.
Es folgen die beiden Live-Mitschnitte der CELTIC FROST-Klassiker “Circle Of Tyrants” und “Dethroned Emperor”, bei dem Nocturno Culto (DARKTHRONE, SARKE) als Gastsänger zu hören ist. Die Qualität ist für eine Live-Aufnahme extrem gut, man bekommt fast den Eindruck, die Album-Version zu hören. Dies wird dadurch unterstützt, dass man nur kurz vor und nach dem Song etwas vom Publikum hört. Die Konzert-Atmosphäre, die den eigentlichen Reiz solcher Aufnahmen ausmacht, kommt dabei allerdings viel zu kurz.

“Shatter” ist eine nette Nachreiche zu “Eparistera Daimones”, auch wenn fraglich ist, ob eine solche Veröffentlichung sinnvoll ist. Die nur zwei unveröffentlichten Songs können denen, die auf dem Album vertreten sind, nicht wirklich das Wasser reichen, die Live-Mitschnitte sind auch nicht mehr als eine schöne Zugabe und dessen sollte man sich vor dem Kauf unbedingt bewusst sein.

08.10.2010
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