Tyler Bryant & The Shakedown - The Wayside

Review

Chef und Namensgeber Tyler Bryant ist ein gebürtiger Texaner, der sich der Musik wegen in Nashville Tennessee niedergelassen hat. Und genau diese Einflüsse hört man seinem Songwriting auch ziemlich deutlich an. Da reitet der dem Blues nicht abgeneigte Cowboy in die Country-Metropole ein und findet rasch ein paar Gleichgesinnte zum Musizieren. Man trifft sich stilecht in einer rauchgeschwängerten Bar auf ein paar Whiskys, packt die Instrumente aus und kümmert sich einen Dreck um Begriffe wie Moderne oder Zeitgeist. Das hört sich jetzt zugegebenermaßen äußerst klischeehaft an, beschreibt die Idee hinter TYLER BRYANT & THE SHAKEDOWN aber durchaus passend.

„The Wayside“ startet mit dem angenehm rockigen Opener „Criminal Imagination“, bei dem einem sofort der recht eigenwillig verzerrte Gitarrensound auffällt. Das ist definitiv mal ein origineller Ansatz, zumal sich dieser Sound durch die gesamte EP zieht. „Loaded Dice & Buried Money“ gefällt vor allem dank seiner düsteren, melancholischen Strophe. Aber erst beim folgenden „The Devil‘s Keep“ ist man so richtig in der Welt von TYLER BRYANT & THE SHAKEDOWN angekommen. Hier regiert eine rotzcoole Tarantino-Western-Atmosphäre, ganz klar ein Highlight dieser Scheibe! Dazu passt auch Tylers leicht an Jon Bon Jovi zu „Blaze Of Glory“-Zeiten angelehnter Gesang wie die berühmte Faust aufs Auge. „Mojo Workin'“ hingegen startet als waschechter Blues, bevor der Song dann ziemlich rasant durch die Prärie galoppiert. Das folgende „Stitch It Up“ fängt die Gäule aber recht schnell wieder ein: Hier gibt es schön rotzigen Rock ’n‘ Roll zu bestaunen, abgerundet von einem äußerst lässigen Refrain. „The Wayside“ wird schließlich vom Titelsong, einer Ballade, beschlossen. Diese ist allerdings weit von Schnulze und Herzschmerz entfernt, sondern besticht durch jene coole und relaxte Atmosphäre, die auch die gesamte Scheibe prägt.

Unterm Strich stehen hier sieben Punkte für ein äußerst lässiges und rotzcooles Stück Rock ’n‘ Roll. „The Wayside“ klingt irgendwie furchtbar altbacken und angenehm erfrischend zugleich, der Spagat ist den Jungs echt gut gelungen. Und wenn TYLER BRYANT und seine Mannen nun noch den einen oder anderen richtigen Hit auf die Reihe bekommen, und sich natürlich auch angemessen zu inszenieren wissen, dürfte einer größeren Karriere nicht viel im Weg stehen.

12.01.2016
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