Universum25 - Die Maschinen Wollen Leben

Review

Vor drei Jahren avancierte das Debütalbum von UNIVERSUM25 vom Geheimtipp zum gefeierten Werk. Kein Wunder, denn die Supergroup besteht aus prominenten Mitgliedern: Michael Rhein (IN EXTREMO) am Gesang erkennt man sofort, doch auch Rupert Keplinger (EISBRECHER), Pat Prziwara (FIDDLER’S GREEN), Gunnar Schroeder (DRITTE WAHL) und Alex Schwers (SLIME) sind namhafte Musiker. „Die Maschinen Wollen Leben“ heißt der zweite Streich des Fünfers. Wieder geht es kritisch zu, diesmal liegt der Fokus auf Technologie und künstlicher Intelligenz.

UNIVERSUM25 zeichnen ein dystopisches Bild der nahen Zukunft

Der Sound ist größtenteils Industrial Rock: Stampfende Beats und Rhythmen prägen gemeinsam mit einem Synthie-Fundament die Songs. Michael Rheins Stimme ist IN-EXTREMO-Fans vertraut und funktioniert dank ihres hohen Wiedererkennungswerts auch ohne Dudelsäcke und Mittelalter-Texte. Er kann alles singen – und es klingt stets gut.

Textlich sind Themen wie die Vernichtung der Menschheit durch Roboter („Wenn Roboter Träumen“) nicht neu, durch den Aufstieg der künstlichen Intelligenz jedoch hochaktuell. Auf „Gardinen Zu“ wird es sozialkritisch – wer sich darin nicht mindestens einmal wiederfindet, ist entweder ein Heiliger oder belügt sich selbst.

Der Titeltrack punktet mit einem ohrwurmigen Refrain. Auf der Halbballade „Die Einsamkeit“ glänzt Rhein erneut mit seinem Gesang. Wie in den getragenen Stücken seiner Hauptband transportiert er viel Emotion und verleiht den bedeutungsschweren Worten zusätzliches Gewicht.

Dichte Atmosphäre und messerscharfe Texte

„Zu Deiner Eigenen Sicherheit“ ist ein Industrial-Party-Punker, der mit Augenzwinkern nach oben tritt und musikalisch der feiertauglichste Track des Albums ist. „Ich Denke Also Bin Ich“ präsentiert eine philosophierende künstliche Intelligenz. Nettes Easter Egg: die immer wieder eingestreuten Modemgeräusche.

„Ich Geb Dir Mehr (Milgram Experiment)“ bezieht sich auf das gleichnamige Experiment aus den 60er-Jahren. Auch hier versehen UNIVERSUM25 ihren Song mit passenden Ambientgeräuschen – in diesem Fall Stromschlägen – und verdichten so die Atmosphäre. Zudem ist der Track ein vorzüglicher Stampfer.

Das abschließende Songtrio hält das Niveau nicht ganz, sondern bietet vor allem Variationen des bereits Gehörten. Keiner der Songs ist schwach, doch die Highlights stehen früher im Album.

„Die Maschinen Wollen Leben“ bietet viele gute Songs und ein paar Filler

Mit ihrem zweiten Album zeigen UNIVERSUM25 erneut, dass sie eingängige, spannende Stücke mit Biss schreiben können. Alles wirkt durchdacht, frisch und frei von Querverweisen zu den Hauptbands der Supergroup.

20.02.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

Exit mobile version