Black Listed Friday
Die 6+6+6 der Woche

Special

Die mächtigen QUEENSRŸCHE beherrschen die „6+6+6 der Woche“ am „Black Listed Friday“ Nr. 22. Doch Warnung: Auch ihr Imperium wankt(e)! Oder was mind ihr? Is criticism a crime?

Speak!

6 Gründe, warum QUEENSRŸCHE bis vor gut 30 Jahren die Größten waren

1. Die „Queensrÿche“-EP.

2. „The Warning“, „Rage For Order“, „Operation: Mindcrime“ und „Empire“.

3. „Promised Land“ eigentlich auch noch.

4. Die „Take Hold Of The Flame“-Version auf „Live In Tokyo“. Dickinson, Dio, Dirkschneider? Alles ist relativ.

5. Chris DeGarmo und Michael Whip“ Whilton zusammen.

6. Sie sollen zum Beispiel 1991 beim „Monsters Of Rock“ vor (!) AC/DC und METALLICA auf die Bühne und ziehen es trotzdem professionell durch.

6 Ideen, die QUEENSRŸCHE nicht haben sollten

1. Als QUEENSREIKJAVIK Power-Folk zu ehren SKALMÖLDs populär machen.

2. Ihren langjährigen Schlagzeuger als Scott Rockenrolf aufs weite Double-Bass-Meer schicken.

3. Sharon Osbourne zur Heirat von Geoff Tate überzeugen und sie dann mit ihm Charles Manson covern lassen. Nicht lustig.

4. Ihr zweites Album in „Rage Against The Machine“ umtaufen und mit Sprechgesang aufpeppen.

5. Einen zweiten Teil zu „Operation: Mindcrime“ aufnehmen.

6. Einen zweiten Teil zu „Operation: Mindcrime“ veröffentlichen.

6 Platten, welche die Sammlung leider am besten dauerhaft in „mint“ vervollständigen

1. „Hear In The Now Frontier“ (1997)

„Hear In The Now Frontier“ klingt in seinen besseren, also gehoben-mittelmäßigen Momenten immerhin nach einer angelernten Backup-Version von SOUNDGARDEN („Saved“) oder flockig-leichter Alternative-Anbetung der BEATLES („All I Want“). Großteils aber klingt die Platte nur nach einigermaßen ärgerlicher Belanglosigkeit. Abgesehen davon, dass die Songs schlicht kaum auf irgendeinen Punkt kommen: Schienen QUEENSRŸCHE einst von edlem Adrenalin-Antrieb Richtung Olymp geschossen, klebt den Helden 1997 tief im Tal der Sterblichen zäher Selbstfindungs-Kaugummi unter den nicht sehr polierten Tretern.

2. „Q2K“ (1999)

THE RŸCHE reüssieren zur Jahrtausendwende kaum: Schwere, entschleunigte und zerfahrene Nummern machen sich an des Publlikums Lebenszeit zu schaffen. Heavy Metal Battle ist damals ohnehin erst einmal durch, für eine Mucker-Platte ist das eigene Können nicht extrovertiert genug zur Schau gestellt und beim melancholischen Blick aus dem Fenster in den Herbstregen nerven die ganzen Riffs. „QUEENSRŸCHE 2000“? Die Scheibe hat ähnliche Spuren hinterlassen wie ihr Namensvetter der ruhmreiche FC Gütersloh 2000.

3. „Operation: Mindcrime II“ (2006)

Für diese Platte spricht: Pamela Moore kehrt grandios zurück – wenn nicht als Sister Mary, so doch immerhin als deren Geist. Mr. Ronnie James Dio ist in einem Song die Stimme des bösen Dr. X. Es existieren durchaus gute Sequels zu monumentalen Kulturerzeugnissen („Rambo II“).

Gegen diese Platte spricht: Sie ist erdacht und auch großteils eingespielt von Geoff Tate und Session-Musikern, der Rest der Band hatte eigentlich keinen Bock. Pamela Moore und Ronnie James Dio dürfen nur in je einem Song ran. „Rambo II“ fehlt zwar die Sozialkritik von Rambo I, dafür ist er aber wenigstens total gaga over the top. Die Story stolpert konfus durch nahezu ebene Spannungsbögen, bei denen man nicht weiß, welcher Teil des Wortes dringender in Anführungszeichen gesetzt gehörte. Und die Musik ist auch total langweilig. Alles in allem.

4. „American Soldier“ (2009)

„American Soldier“ ist erneut weniger das Baby der gesamten Band als das ihres Sängers. Geoff Tate verarbeitet die eigene bisweilen tragische Familienhistorie mit Blick auf das amerikanische Militär. Das führt zu mitunter etwas befremdlichem Pathos. Nervender allerdings ist die musikalische Umsetzung. Die prinzipiell bekannten Zutaten des QUEENSRŸCHE-Sounds sind vorhanden, wirken allerdings wie von der Midlife-Crisis persönlich unter Einfluss vieler Substanzen und noch mehr Bedeutungsschwangerschaft ganz fatal gegen jeden Spannungsbogen zusammengesetzt. Es gibt harte Riffs, ausgedehnte melodische, zurückgenommene Passagen, Gesprochenes, Frauenstimme. Konkret klingt das dann aber zu keinem Zeitpunkt nach einer guten Sache. Sondern wahlweise wie ALICE IN CHAINS, die sich mit akustischen Ärmelschonern ins Seminar für aufrüttelnde Musik-Dokus verlaufen haben. Oder wie QUEENSRŸCHE mit ganz wichtigem Gesichtsausdruck im Halbschlaf.

5. „Dedicated To Chaos“ (2011)

Nein. So geht es nicht.

6. „Frequency Unknown“ (2013)

F. U.! Geoff Tate nimmt auf dem Cover dieser Scheibe subtil Stellung gegenüber seinen endlich Ex-Kollegen, die mit neuem Sänger ziemlich parallel ebenfalls ein Album als QUEENSRŸCHE veröffentlichen. Vorausgegangen waren dezente Meinungsverschiedenheiten, kultiviert ausgetragen nicht zuletzt durch Abgabe persönlich adressierter Speichelproben vor Publikum. Die Frage der Namensrechte wird nach der Scheidung von Sänger und Rest später vor Gericht zu Ungunsten Tates entschieden. Und auch „Frequency Unknown“ kann nicht zu seinen Gunsten ins Feld geführt werden.

24.04.2026
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