Black Listed Friday
Die 6+6+6 der Woche

Special

IRON MAIDEN spielen eine Rolle am „Black Listed Friday“ Nr. 43. Die „6+6+6 der Woche“ konzentrieren sich dabei auf das Musikerlebnis aus der Konserve – und tun so, als seien die Eisernen Jungfrauen tatsächlich die beste Metal-Band.

Die 6 Vorschläge zur Optimierung des LP-Erlebnisses

1. Sichergehen, dass die LP angefasst werden kann.

2. Prüfen, ob sie die korrekte Größe von 12 Inch hat.

3. Während des Hörens Songtexte als Weltliteratur behandeln und Albumcover als 3D-Bild.

4. Die Platte komplett durchlaufen lassen.

5. Davon nicht abweichen.

6. Sich auf die LPs von IRON MAIDEN konzentrieren und immer 1980 beginnen.

Die 6 Vorschläge zur Optimierung des MAIDEN-LP-Erlebnisses

1. Sicherstellen, dass die Herren im Booklet maximal so 30 – 35 Jahre alt sind, Lebenswandel berücksichtigt.

2. Während Di’Anno zu hören ist, den Wunsch „Vinyl-Erstauflage der Soundhouse-Tapes“ in der MAIDEN-Schrift kunstvoll per Hand aufs Papier bringen, um dem Musikgenuss eine sowohl hoffnungsvoll-beschwingte als auch existenziell-dringliche Zusatzebene einzuschreiben.

3. „Dance Of Death“ rechtzeitig vor Genuss neu und hochwertiger einkleiden, indem man die Skizzen des eigenen Nachwuchses aus dem Kindergarten oder die eigenen Werke aus der Traumtherapie großzügig collagiert, sodass das Auge angemessen mithört.

4. Über sinnvolle Kategorien eines „Up The Irons!“-Quartettspiels zu einzelnen Songs nachdenken, um die wertende Aufmerksamkeit zu steigern.

5. Neben „Hooks (In you!)“ und „Air Raid Siren-Faktor“ mindestens „Lösegeld im Ernstfall“ als Kategorie festhalten.

6. Die Selbstgedrehten aus den Seiten des Schulheftes, in dem die besten Eddies und MAIDEN-Schriftzüge der 8. Klasse festgehalten sind, punktgenau entzünden, wenn „Holy Smoke“ aus den Boxen erklingt. Dafür wurde das Heft ja aufbewahrt. All die nicht verlorenen Jahre.

Die 6 Vorschläge zur Optimierung der Vorstellung des MAIDEN-LP-Erlebnisses

1. Sich vorstellen, dass man die Platten regelmäßig zusammen mit seinen coolen Freundinnen und Freunden hört, wobei sich alle mit Gestik und Mimik an den richtigen Stellen gegenseitig die Großartigkeit verschiedener Passagen bestätigen – ohne auf die absurde Idee zu kommen, dabei zu reden.

2. Sich vorstellen, dass alle coolen Freundinnen und Freunde, wenn man beim neunten Album ist, die Behauptung einfach nicht hinterfragen, dass die B-Seite „leider zerkratzt ist“, als man sie damals ’92 beim „Super Rock“ vom Gelände bringen musste – und nun eben die A-Seite doppelt gehört werden muss.

3. Sich einreden, dass es mit der entsprechenden Ernsthaftigkeit auf den Punkt zu schaffen ist, sich per Selbsthypnose ins Jahr 1982 zu imaginieren, sodass „Run To The Hills“ und „Number Of The Beast“ noch nicht zu Dorfdisko-Schönheiten deformiert sind und die angstvollste Frage angesichts des Debüts von Dickinson ist, ob „Gangland“ trotz wahrscheinlicher 150 weiterer Durchläufe vielleicht wirklich nicht mehr an Größe gewinnt.

4. Davon ausgehen, dass Eddie aus den Boxen kommt und richtig Derek-Riggs-mäßig beeindruckend ist, solange nur euphorisch genug jeder gestreckte Bass-Galopp von Steve Harris mitgesungen wird. Jeder.

5. Proaktiv nicht hinterfragen, dass jemand mit dem Namen „Tyrant“ beziehungsweise „Hellbutcher“ Gustavsson in der Wahl der Lieblingsband das Maß aller Dinge ist.

6. Die Melodien überall und die wenig zentrale Rolle der verzerrten Gitarre bei MAIDEN sowie überhaupt den Status der Band ignorieren, um davon ausgehen zu können, dass die unfreiwillig Mithörenden mindestens eingeschüchtert und/oder provoziert werden, da sie annehmen müssen, der infernalische Krach sei gewaltverherrlichend-satanistisch.

18.09.2026
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