ZSK: Musik braucht die kleinen Läden
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ZSK kann es sich längst bequem machen. Große Festivals, gut laufende Clubshows, fast 30 Jahre Bandgeschichte. Genügend Gründe, um die kleinen Läden anderen zu überlassen. Genau das tun sie nicht. Im Gespräch für „One Last Dance“ beim Highfield wird deutlich, dass Joshi Punkrock auch als Verpflichtung gegenüber den Strukturen versteht, aus denen die eigene Band hervorgegangen ist.
„Natürlich spiele ich in Zittau im kleinen linken Laden. Ich bin doch Punkrocker“, sagt er. Das Geld von Rock am Ring könne schließlich auch eine Show querfinanzieren, bei der die Band draufzahlt. ZSK spielt deshalb weiterhin kleine Veranstaltungen in Schwerin, Halle und anderswo im Hinterland. Nicht aus Nostalgie. Solche Orte schaffen Bühnen für junge Bands, Treffpunkte für lokale Szenen und Räume, die gerade außerhalb der großen Städte oft kaum zu ersetzen sind. „Wir wissen auch, wo wir herkommen. Wir sind in diesen Läden groß geworden.“
ZSK: Wenn ein Konzert mehr ist als ein Konzert
Wie viel an diesen Räumen hängt, merkt ZSK regelmäßig nach den Shows. Menschen schreiben der Band, dass sie ihnen einen Abend Kraft gegeben habe, dass sie für ein paar Stunden Gemeinschaft und Verbundenheit gefühlt haben, die an anderer Stelle fehlen. Für Joshi reicht das bereits als Begründung: Wenn die eigene Musik Menschen Mut geben könne, „dann hat sich das alles schon gelohnt“.
ZSK beschränkt sich nicht darauf, über solche Strukturen zu sprechen. Die Band spielt beim Kulturgarten Open Air in Themar, bei Rock im Garten, bei Jamel rockt den Förster und bei unzähligen anderen Veranstaltungen. Joshi richtet dabei ausdrücklich den Blick auf diejenigen, die solche Projekte vor Ort tragen. Gerade außerhalb Berlins seien es Menschen, die täglich Auseinandersetzungen vor der eigenen Haustür erleben und dennoch Festivals, Konzerte und alternative Räume aufbauen. Die anderthalb Stunden auf der Bühne wirken im Vergleich wie der einfachere Teil.
Szene entsteht nicht in der Statistik
Dazu passt Joshis Rat an junge Bands: weniger Masterplan, weniger Fixierung auf Spotify-Zahlen und virale Clips, dafür mehr kleine Shows und Bandaustausch. ZSK haben sich auf diese Weise früh mit anderen Bands vernetzt, gegenseitig Konzerte organisiert und Freundschaften aufgebaut. Reichweite und tatsächliches Publikum sind eben nicht dasselbe. Eine hohe Zahl auf Spotify verkauft noch kein Ticket, eine gewachsene Verbundenheit kann dagegen Clubs füllen.
Beim Highfield, dessen bisherige Form 2026 endet, findet dieser Gedanke einen passenden Rahmen. Nach dem ZSK-Auftritt kommen Menschen auf die Band zu, bedanken sich und nehmen die Musiker in den Arm. Für Joshi ist ausgerechnet dieser Tag sein bisher prägendster Highfield-Moment. Vielleicht liegt darin auch die einfachste Antwort darauf, was Livekultur am Leben hält: Menschen, die auftauchen – auf der Bühne, im Pit und in den kleinen Läden, wenn die große Festivalbühne längst wieder abgebaut ist.
One Last Dance Episode 1: KAFVKA
One Last Dance Episode 2: HI! Spencer
One Last Dance Episode 3: DAS LUMPENPACK
One Last Dance Episode 4: ITCHY
One Last Dance Episode 5: DEINE COUSINE
