The Scourger - Dark Invitation To Armageddon

Review

Es gibt doch mancher Orten tatsächlich noch diverse Vorurteile, was die Metal-Szene in Finnland angeht. Sätze wie “Ja ja, aus Finnland kommen doch nur Sachen wie CHILDREN OF BODOM, ENSIFERUM, STRATOVARIUS, NORTHER und NIGHTWISH. Bleib mir bloß mit dem Kram weg.“ Oder “Finnland? Da gibt’s doch nur Dudel-Metal mit Keyboards und keinen harten Tobak.“ sind an der Tagesordnung.

Aber Pustekuchen (in diesem Fall bitte wörtlich nehmen). Seit Längerem gibt es einige finnische Bands, wie MOONSORROW und AMORAL, die auf dem besten Weg sind mit solchen Vorurteilen aufzuräumen – bisher allerdings noch mit eher fraglichem Erfolg. Das wird sich aber mit dieser Scheibe und dieser Band sicherlich schleunigst ändern.

THE SCOURGER heißt die verheißungsvolle finnische Combo, die nun mit ihrem zweiten Album auf die internationale Metalwelt losgelassen wird und in Finnland nicht nur in den Charts schon für einige Furore sorgte. Die fünf Besatzungsmitglieder dieser Dampfwalze blecken nämlich mächtig die Zähne und blasen außer Schweinchenhäusern noch so einiges andere weg.
Geboten wird kompromissloser, leicht melodischer und aggressiver Thrash Metal der modernen Sorte, ähnlich wie ihn THE HAUNTED und HATESPHERE um das Jahr 2000 herum noch zelebrierten. THE SCOURGER haben allerdings wesentlich mehr Hummeln im Hintern und Cojones in der Hose – will sagen: Diese Scheibe sprüht nur so vor Energie und Spielfreude und hat einfach Eier! Gleichzeitig besitzt die Band dazu noch eine wohltuende Eigenständigkeit, was das Einflechten der Melodien und das Songwriting angeht. So lässt sich neben einigen Uptempo-Nummern mit “Last Nail To The Coffin“ ein für die Verhältnisse sehr melodischer Midtempo-Song finden, der neben anderen Midtempo-Stücken für Abwechslung sorgt und das Album auflockert. Die Abmischung ist dazu wunderbar satt als auch differenziert und lässt keinerlei Wünsche offen. Da kommt keine Langeweile auf und man kann bei diesen mitreißenden Klängen einfach nicht still sitzen bleiben. Diese Band hat wahrlich ein unglaubliches Kopfnicker-Potential.

Dazu kommt noch die positiv zu verzeichnende Länge von 50 Minuten. Und damit nicht genug. Es gibt sogar noch zwei Bonustracks oben drauf, die die Länge der Scheibe glatt noch mal um ca. acht Minuten erweitern – womit wir dann schon bei 13 Liedern und knapp 60 Minuten Laufzeit wären. Das gibt zu allem anderen Positiven noch einen dicken Bonuspunkt für die Länge.

Wenn man sich dann mal das Line-Up dieser finnischen Nackenbrecher-Horde anschaut, wundert einen die Professionalität dieser Jungs auch kein Fitzelchen mehr. Ehemals bestand die Band teilweise aus vier Mitgliedern der Melodic Death-Combo GANDALF, übrig geblieben ist davon jedoch nur Sänger Jari Hurskainen, der mich an vielen Stellen an Tomas “Tompa” Lindberg (AT THE GATES) zu seinen besten Zeiten erinnert. Die 6-Saiter-Fraktion kann sich trotz des Besetzungskarussells ebenfalls sehen lassen, schreddern hier doch Jani Luttinen (ex-THE WAKE) und Antti Wirman (WARMEN) um die Wette.

Fazit: Beide Daumen hoch, solche Alben lob ich mir. Eine ordentliche Spielzeit, gefüllt mit jeder Menge mitreißender, gut produzierter und gut gemachter Mucke, da bleibt mir nur noch zu sagen: Absolute Kaufempfehlung! Für Freunde des modernen, oder auch Neo-Thrash Metals bietet sich hier eine wahre Freudenwelt und macht sicherlich nicht nur mich nahezu wunschlos glücklich. Bitte, bitte mehr davon!

05.03.2008

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 29001 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

Kommentare