New Year's Metal Bash
Dreierpack in der Zollkantine

Konzertbericht

Billing: Ancient Curse, Crystal Steel und Bounty Kill
Konzert vom 17.01.2026 | Zollkantine, Bremen

Die Zollkantine in Bremen ist ein guter Anlaufpunkt für schnuckelige Underground-Konzerte, die oft von Bands oder lokalen Veranstaltern organisiert werden. Heute Abend lädt BOUNTY KILL ein – eine junge Band, die kürzlich personelle Umstrukturierungen durchlaufen hat und nun durchstarten möchte. Mit dabei sind ANCIENT CURSE als Lokalmatadoren sowie die Hannoveraner CRYSTAL STEEL für die Doppelportion Glam.

CRYSTAL STEEL – von MÖTLEY CRÜE bis KISS

Pünktlich um 20 Uhr starten CRYSTAL STEEL mit ihrem Set. Die Hannoveraner haben sich ganz dem Glam Rock der 80er-Jahre verschrieben. Von Outfit bis Musik passt hier alles, inklusive dreckiger Rock’n’Roll-Attitüde.

Die Stücke bieten eingängige Refrains, flotte Melodien und animierende Passagen. Das Publikum erscheint zahlreich, viele sind offenbar gezielt wegen des Auftritts der Band gekommen. Zwischendurch bauen CRYSTAL STEEL ein Cover von KISS’ „Rock And Roll All Nite“ ein, das perfekt ins Set passt. Ein Gitarrensolo von Lead-Saitenhexer Jannis Jackson rundet den Auftritt ab.

Am Ende ihres Sets werden CRYSTAL STEEL mit Zugaberufen bedacht und haben sicherlich einige neue Fans gewonnen. Ihre Musik ist eindeutig für die Bühne gemacht.

ANCIENT CURSE – grandioses Set bei sehr gutem Sound

ANCIENT CURSE haben in Bremen Heimspiel und sind in der lokalen Metalszene gern gesehene Gäste. Ihre Mischung aus progressivem Power-Thrash kommt beim Publikum gut an. Heute Abend konzentriert sich das Set stark auf die beiden aktuellen Alben „The New Prophecy“ und „Dimension 5“. Das erweist sich als gute Entscheidung, denn so finden Songs wieder ins Programm, deren Fehlen wir beim letzten Mal noch bemängelt hatten. Neben Banger wie „Ave Maria“ und „Forevermore“ bekommen wir endlich wieder „Men Of The Storm“ sowie das grandiose „The New Prophecy“ zu hören.

Wie bei allen drei Bands ist der Sound glasklar. Die beiden Gitarren sind deutlich präsent, der Bass geht nicht unter, und das Schlagzeugfundament knallt ordentlich. Die Stimmung ist ausgelassen, wird jedoch kurzzeitig ernster, als Sänger Pepe Pierez berichtet, dass drei Bandmitglieder ihre Väter an Krebs verloren haben und ihnen der Song „In Memoriam“ gewidmet ist. Bei dieser starken Widmung wären die Väter sicher stolz.

Als mit „Deny & Destroy“ bereits die Zugabe läuft, zeigt sich erneut, wie schnell eine Stunde vergeht, wenn man Spaß hat. ANCIENT CURSE liefern einen ihrer stärksten Gigs ab und dürfen dieses Niveau gern lange halten.

BOUNTY KILL – Gastgeber mit Potenzial

Als BOUNTY KILL die Bühne betreten, ist die Zollkantine noch gut gefüllt, wenn auch nicht mehr so voll wie bei den vorherigen Bands. Als Gastgeber möchte man zwar als Headliner auftreten, doch angesichts der noch überschaubaren Bekanntheit der Gruppe wäre ein früherer Slot möglicherweise passender gewesen.

Die Band gibt alles und zeigt sich dankbar für die Anwesenden. Mit dem Sängerwechsel im vergangenen Jahr hat sich der Stil in Richtung melodischer Power Metal entwickelt, was der Gruppe gut steht. Die Stücke der EP, die noch in alter Besetzung aufgenommen wurde, werden souverän gemeistert. Dazu kommen einige neue Songs.

BOUNTY KILL nutzen den vollen Laden geschickt zur Eigenwerbung, was sich auszahlt: Der Applaus ist groß. Nach dem Set strömen die Fans in die Nacht und haben für einen schmalen Taler einen sehr gelungenen Konzertabend erlebt.

21.01.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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