Crowbar
„Wir wussten gar nicht, was da gerade passiert“
Interview
Wir haben mit Kirk Windstein von CROWBAR über ihren aktuellen Social Media Erfolg, 36 Jahre Bandgeschichte und die kommende Tour 2026 gesprochen.
Hey Kirk, willkommen bei Metal.de. Schön, dass du dir Zeit nimmst. Ihr seid gerade auf Tour – ich hoffe, der Start lief gut?
Absolut, danke dir. Gestern Abend hatten wir in Baton Rouge, Louisiana, die erste Show der Tour – komplett ausverkauft. Großartiges Publikum, starke Energie, einfach ein fantastischer Auftakt.
CROWBAR haben kürzlich die Marke von einer Million monatlichen Hörern auf Spotify geknackt. Ein riesiger Meilenstein. Hat dich dieses digitale Wachstum überrascht?
Total. Ehrlich gesagt wussten wir anfangs gar nicht genau, was da passiert. Wir haben nur gemerkt, dass die Hallen voller werden, mehr junge Leute zu den Shows kommen und das Merchandise deutlich besser läuft. Freunde meinten plötzlich: „Ihr geht gerade auf Spotify und TikTok durch die Decke.“ Und ich dachte nur: Wirklich?
Wir haben nichts grundlegend verändert. Wir sind einfach weiter auf Tour gegangen, haben gearbeitet und unser Ding gemacht. Dass jetzt so viele Leute – vor allem auch junge Fans – CROWBAR entdecken, ist unglaublich.
Kann man sagen, dass Social Media dabei eine große Rolle gespielt hat?
Definitiv. Ich verstehe selbst nicht jeden Algorithmus oder wie das alles genau funktioniert, aber es hilft enorm. Wir posten mehr, machen Videos, gehen live auf TikTok oder Instagram und halten den Kontakt zu den Fans.
Es ist immer noch harte Arbeit – nur eben in einer anderen Form als früher.
Musstest du lernen, auf neue Weise mit Fans in Kontakt zu treten?
Ein Stück weit schon. Früher war vieles persönlicher vor Ort, heute findet viel online statt. Aber ich beantworte gerne Fragen, lese Kommentare und rede mit Leuten im Livestream. Das ist direkt und persönlich.
Ohne Fans hast du gar nichts. Deshalb bedeutet mir dieser Austausch sehr viel.
CROWBARs Musik stammt aus einer ganz anderen Zeit – und funktioniert heute in einer digitalen Welt besser denn je. Wie erklärst du dir das?
Schwer zu sagen. Wir haben einfach nie aufgehört, CROWBAR zu sein. Wir wollten nie Trends folgen oder uns verbiegen. Unsere Musik ist schwer, emotional, roh und ehrlich. Offenbar spüren die Leute das.
Besonders schön ist, wie viele junge Menschen jetzt dazukommen. Manche Songs sind älter als die Fans vor der Bühne – und trotzdem connecten sie damit.
Wie wichtig ist das Live-Erlebnis für diesen neuen Aufschwung. Von 1 bis 100?
Hundert von hundert. Vielleicht sogar mehr. CROWBAR sind eine Live-Band. Vier Typen auf der Bühne, keine Backingtracks, kein Schnickschnack. Einfach rohe Energie und echte Musik.
Das kann dir kein Stream ersetzen.
Ist es motivierend, nach so vielen Jahren wieder diesen neuen Schwung zu erleben?
Absolut. Es fühlt sich an wie ein neuer Schub Energie. Nach all den Jahren noch einmal so etwas erleben zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes.
Worauf bist du rückblickend am meisten stolz?
Auf die Beständigkeit. Auf 36 Jahre mit allen Höhen und Tiefen. Und darauf, dass wir unserem ursprünglichen Gedanken treu geblieben sind: nicht wie andere Bands zu klingen, sondern unser eigenes Ding zu machen.
Wir sind einfach CROWBAR geblieben.
Was können Fans als Nächstes erwarten?
Neue Musik auf jeden Fall. Dazu mehr Touren in den USA und auch wieder Europa. Wir merken inzwischen, dass dieser Aufschwung weltweit stattfindet – nicht nur in Amerika.
Das ist wunderschön zu sehen.
Wenn heute jemand CROWBAR zum ersten Mal hört – was soll diese Person fühlen?
Originalität. Emotion. Schwere. Und hoffentlich diesen Moment von: „Wow, so etwas habe ich noch nie gehört.“
Danke dir für deine Zeit, Kirk.
Danke euch. Hat Spaß gemacht. Alles Gute!
