Blodtår - Monark
Review
Wenn man ein Album aus der eigenen Feder als seltsam bezeichnet, und das nicht mal Jahre später aus der Retroperspektive, sondern im Vorfeld einer Veröffentlichung, dann ist davon auszugehen, dass sich im Vergleich zu den Vorgängern etwas verändert hat. Diese Wortwahl findet Mastermind Carl zu seinem zweiten Langspieler mit dem Titel „Monark“. Bisher hatten sich BLODTÅR mit ihrer gleichnamigen EP und dem ersten Album „Det förtegna förlutna“ vor allem dadurch ausgezeichnet, melodischen schwedischen Black Metal auf besonders griffigem Niveau zu präsentieren.
„Monark“ steht im Schatten einer Tragödie
Das tun BLODTÅR weiterhin. Hauptsongwriter Carl, der weiterhin lediglich von Schlagzeuger Hebert Alarcorn Cerna (ehemals Live-Drummer bei HETROERTZEN) unterstützt wird, hat noch immer ein Händchen für ergreifende Melodien, die stets soweit in den Vordergrund rücken, um die Intensität des Songs perfekt einzufassen. Allerdings entsprang „Monark“ den Erschütterungen einer persönlichen Tragödie, und genau das hört man der Platte auch an, die einen beschwerlichen Weg von der Verzweiflung in Licht und Hoffnung geht.
Der selbstbetitelte Auftaktsong ist eine unmittelbare Reaktion, ein Aufschrei aus Wut und einem seelischen Zerwürfnis. Die Gesangsperformance von Carl ist unendlich intensiv und gräbt sich durch alle Sinne des Protagonisten, bevor die gebeutelte Stimme nach außen dringt. Die Arrangements sind noch immer von skandinavischen Folk-Harmonien geprägt, lassen durch ihre introspektive Basis aber, neben den bekannten Referenzen, auch Blicke, im Besonderen in den Auftaktmelodien, in Richtung AFKSY (z.B. „Paradis“, „Den eviga isen“) zu.
Die Conclusio von „Monark“ wird durch die Cover-Version der schwedischen A cappella-Gruppe KRAJA mit dem Titel „Nu är det synd om de döda“ eingeläutet und illustriert das Licht am Ende des Tunnels nach einem schweren Verlust. Das folgende „Bland kvällens skuggor ännu vandra“ hat zwischenzeitlich einen gar kathartischen Charakter und „Den eviga isen“ hebt die Schönheit der Erinnerung und den Mut, auf den Sonnenaufgang zu blicken.
Introspektive hebt BLODTÅR auf ein neues Level
Schlussendlich ist „Monark“ kein wirklich seltsames Album, sondern zeigt BLODTÅR von einer fragilen Seite mitten in der Bewältigung eines schweren Lebensprozesses. Dass das zweite Album der Stockholmer folglich auch inhaltlich derart ergreifend geworden ist und man als Hörer absolut mittendrin erscheint, versetzt das Projekt erneut auf ein höheres Level.
Blodtår - Monark
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Black Metal, Folk Black Metal, Melodic Black Metal |
| Anzahl Songs | 8 |
| Spieldauer | 36:02 |
| Release | 18.09.2026 |
| Label | Nordvis Produktion |
| Trackliste | 01. Blodtar (05:30) 02. Til Min Sista Viloplats (03:55) 03. Paradis (03:52) 04. Det slutar i lagor (05:35) 05. Monark (05:32) 06. Nu är det synd om de döda (02:08) 07. Bland kvällens skuggor ännu vandra (05:10) 08. Den eviga isen (04:20) |
