Exumer - Death Mask Messiah

Review

In der breiteren Wahrnehmung waren EXUMER immer irgendwo nur in der zweiten Reihe des Thrash Metals. In Sachen Erfolg konnten sie nicht bspw. mit KREATOR mithalten, was aber nicht an der Qualität liegt. Denn EXUMER haben immer wieder überzeugt!

EXUMER überzeugen immer wieder!

„Hostile Defiance“ (2019) sorgte reihenweise für offene Münder und landete damals auch bei uns im metal.de Soundcheck auf dem vorderen 4. Platz. Ein durch und durch klassisches Thrash-Feuerwerk voller old-schooligen Teutonen-Thrash und Bay-Area-Riffs, das sich keineswegs vor der internationalen Konkurrenz verstecken brauchte.

Keine Frage, die 1985 gegründeten EXUMER erfinden das Rad nicht neu. Brauchen sie auch nicht, denn die Band, die 1986 mit ihrem Debütalbum „Possessed By Fire“ einen Klassiker des Thrash Metals veröffentlichte, folgt beharrlich ihrer Leidenschaft für diesen aggressiven, traditionellen und kompromisslosen Sound. Daran knüpft auch ihr neues Album „Death Mask Messiah“ an, das mit ordentlich Schmackes aus den Boxen knattert.

Ordentlich Schmackes

Straight, aber nie stumpf, bleiben EXUMER ihren Wurzeln treu. Daran ändert auch nichts, dass die Band eine neue Rhythmusfraktion hat. Bassist Alex Voss (CALL OF CHARON, THE VOID’S EMBRACE, ex-MAJESTY) ist seit 2024, Schlagzeuger Jerome Reil (DESTROY THEM, IMHA TARIKAT, THE VERY END), Sohn von KREATOR-Drummer Ventor, seit letztem Jahr in EXUMER.

Wobei „Death Mask Messiah“ doch tatsächlich etwas aggressiver, erwachsener und gleichzeitig frischer klingt. Die Wut ist da und gleichzeitig die kompositorische Reife. Die krachenden, teils verschachtelten Riffs, die melodischen Momente und die detailreichen Soli, wie man sie von Ray Mensh und Marc Bräutigam kennt. Dazu die präzisen Rhythmen, der eindringliche Gesang von Fronter Mem Von Stein, der ein ums andere Mal wie der angepisste Sohn von Mille und Schmier klingt.

Und doch ist da dieses frische Blut, der wuchtig druckvolle Bass und des sich hörbar in den Vordergrund kraftvoll wie präzise trommelnde Reil Junior bilden ein starkes Fundament. EXUMER starten einen Frontalangriff, aber mit Stil!

Ein Frontalangriff, aber mit Stil!

Gleich der Titelsong als Opener macht keine Gefangenen. Das an „Arise“ von SEPULTURA erinnernde Riff, die fokusierte, direkte Herangehensweise, der brutale und gleichzeitig so eingängige Refrain, ein echter Thrash-Hammer. Der erste Schlag sitzt!

Auch die folgenden „Blinding Skies“, ein hymnischer Power-Thrasher, und das puristisch aggressive „Sin Bleeder“ sind amtliche Abrissbirnen, die insbesondere durch die starke Gitarrenarbeit brillieren und für Adrenalin sorgen. „Allocated Savagery“ freut insbesondere die Traditions-Banger und spannt den Bogen zum Debütalbum, während zwischendurch ab und an auch Vergleiche zu neueren FLOTSAM & JETSAM aufblitzen. Das bissig-kompakte „Scorcher“ liefert Aggression, Tempo und messerscharfe Riffs. EXUMER bewahren den Old School Thrash, ohne auf einen moderneren Ansatz zu verzichten. Abwechslungsreich gestaltet, bewahrt die Band ihre Balance zwischen kontrolliert wütender Raserei und amtlichem Groove.

Dazu passt auch der knackige, transparente und druckvolle Sound. Die zeitgemäße aber nicht zu moderne Produktion unter Produzent Dominic Paraskevopoulos (CALIBAN, KREATOR) und Mix sowie Mastering von Arthur Riszk heben den Sound der letzten beiden Alben nochmals eine Stufe an. Und zum Ende beweisen EXUMER auch noch einmal, dass sie einen exzellenten Musikgeschmack haben.

EXUMER haben einen exzellenten Musikgeschmack

Als Cover hat sich die Band dieses Mal für NASTY SAVAGE mit „Unchained Angel“ entschieden. Mit denen waren sie 1988 gemeinsam auf Tour, Nasty Ronnie steuert Gastgesang bei und damit schließt sich dann auch der Kreis.

Der Kreis schließt sich

EXUMER haben wieder einmal geliefert. Mit ihrem Händchen für großartige Riffs, eingängigen Songs und der richtigen Mischung aus Tradition und Frische präsentieren die Szeneveteranen, dass sie noch lange nicht müde sind. „Death Mask Messiah“ ist das richtige Futter für die hungrige Thrash-Meute!

12.08.2026

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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