Gomorra - Dealer Of Souls

Review

Der Schweizer Heavy/Thrash-Metal-Fünfer GOMORRA legt mit „Dealer Of Souls“ sein Zweitwerk vor, und das macht nichts grundsätzlich anders als „Divine Judgement“. Dem bescheinigte unsere Schreiberin damals immerhin eine „interessante Mischung“ zu sein, wenngleich wenig Innovationsfreude zu zeigen. Das ist heuer nicht anders, aber sonderlich schlimm ist das auch nicht.

GOMORRA setzen auf Kontinuität

Die Grundfeste von GOMORRAs Sound liegt wahlweise im Power Metal oder im Thrash Metal, je nachdem, worauf man den Fokus legt: Sänger Jonas Ambühl zeigt eine hochenergetische Darbietung und schraubt seine Stimme bisweilen in höchste Power-Metal-Regionen, während die Gitarristen Damir Eskic (spielt auch bei DESTRUCTION) und Dominic Blum vornehmlich im Stakkato in die Saiten greifen, sich aber ansonsten ziemlich variabel zeigen. Von den wieselflinken Soli mal ganz abgesehen. Das Handwerkliche beherrschen die Schweizer also im Schlaf.

Die Songs auf „Dealer Of Souls“ wiederum bilden das kleine Power-Metal-Einmaleins ab: Vom flotten und flott gerifften Opener „War Of Control“ über einen von Double-Bass-Drums angetriebenen Banger („A Chance For The Better“) bis hin zum Midtempo-Stampfer („Stand United“) – GOMORRA fahren bereits beim Eröffnungstrio alles auf, was das Herz begehrt. Abzüge gibt es allerdings beim Wiedererkennungswert, denn so einprägsam wie der Rausschmeißer „End Of The World“ sind nicht alle der Stücke. Weniger die Songs bleiben im Gedächtnis hängen, sondern vielmehr der kompromisslose Sound als solcher. Dafür sorgen die flangergeschwängerten Gitarren in „Lost In Darkness“ für einen stillen Moment der Freude, klingt da doch eine Menge „Dreamer Deceiver“ durch. Ansonsten riffen sich die fünf Musiker aber ziemlich heftig durch die Metal-Botanik.

„Dealer Of Souls“ ist grundsolide

Unterm Strich ist „Dealer Of Souls“ ein grundsolides Album. Nicht notwendigerweise mit den stärksten und innovativsten Metalsongs dieses Planeten, sammelt das Album Pluspunkte vor allem durch seine Härte, Konsequenz und die handwerklich einwandfreie bis virtuose Umsetzung. Wer dem Lebensmotto „Metal Is Forever“ etwas abgewinnen kann, sollte „Dealer Of Souls“ auf jeden Fall einmal antesten.

08.02.2023

- Dreaming in Red -

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