In Mourning - Monolith

Review

Egal, ob die Schweden IN MOURNING ein Faible für ihre Landsleute OPETH haben oder wild alle Stile zwischen Death und Thrash Metal und Prog-Rock mischen – eins macht ihr Zweitwerk „Monolith“ sehr deutlich: Der Fünfer aus Falun geht alles sehr gekonnt an. Das Debütalbum „Shrouded Divine“, das Anfang 2008 erschien, präsentierte bereits eine gewachsene Band, deren erster Schritt derart ausgereift war, dass der obengenannte Vergleich durchaus als Kompliment aufgefasst werden sollte. Denn IN MOURNING versuchen, eigene Wege zu gehen: Ungewöhnlich das Line-Up, das gleich drei Gitarristen aufweist (Frontmann und Sänger Tobias Netzell greift ebenfalls in die Saiten), erfreulich die Experimentierfreudigkeit bei gleichzeitiger Beibehaltung von Härte.

Dabei werden direkt im Opener „For You To Know“ alle Register gezogen: Da gibt es zunächst thrashige und hektische Rhythmen und verzerrten Quälgesang, bis Mr. Netzell im Refrain seine Stimme in klare Bereiche manövriert (auch das äußerst gekonnt). Danach erklingen liebliche Melodien auf der Gitarre, und im Anschluss daran dringt der Song in proggigere Bereiche vor, ohne an Eingängigkeit zu verlieren. „Debris“ wiederum präsentiert neben interessanten Rhythmen ein schickes Gitarrenthema und wirkt trotz seiner Länge von siebeneinhalb Minuten wie aus einem Guss. Übrigens eine der Hauptstärken von „Monolith“, denn das Album wirkt trotz seiner proggigen Attitüde und der Länge nicht überdehnt. Einzig der längliche Rausschmeißer „The Final Solution (Entering The Black Lodge)“ will mit seinen sich ständig überlagernden, kriechenden Gitarrenmelodien nicht so recht im Ohr hängenbleiben. Doch angesichts einer Songlänge von knapp 13 Minuten wäre es auch vermessen, so etwas zu erwarten. Dafür gab es aber bereits vorher mit „The Smoke“ und „A Shade Of Plague“ genügend überzeugende Songs. Von „When You Came Silence“ gar nicht zu sprechen.

Und so gesehen ist „Monolith“ einfach ein ziemlich cooles Album geworden, das geschickt verschiedene Stile vermischt und modern und eingängig ist, dabei aber meilenweit von Chartstauglichkeit agiert. Und das trotz aller Progressivität und Melodien genügend Biss hat, um sich klar in der Nähe vom Death Metal zu verorten. Wenn also die Band oder die Plattenfirma nicht allzu viel falsch machen, sollte von IN MOURNING schon bald mehr zu hören sein.

11.01.2010

- Dreaming in Red -

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