In Mourning - The Weight Of The Ocean

Review

Während die Ozean-Thematik, die IN MOURNING auf ihrem Drittwerk „The Weight Of The Ocean“ behandeln, nicht unbedingt aufsehenerregend ist, so sind die Schweden aber doch einiges an Aufmerksamkeit wert. Auch wenn bei allen Lorbeeren, welche die Band für ihre Vorgänger eingeheimst hat, doch eine gewisse Skepsis bleibt, ob das Niveau gehalten werden kann – es überwiegt doch die Spannung.

Beinahe logisch, dass „The Weight Of The Ocean“ sich nicht mit dem ersten Durchlauf voll erfassen lässt. Zunächst hat mich das Album ziemlich überrollt, auch aufgrund der massiven Produktion. Erst nach und nach geben sich die Feinheiten zu erkennen, und da gibt es einiges zu entdecken. IN MOURNING agieren nämlich tatsächlich auf dem Niveau der vorangegangenen Alben und liefern eine an Perfektion grenzende Mischung aus Härte und Melodie, an Aggression und Gefühl. Das lässt sich nicht nur an den häufigen Tempowechseln festmachen, sondern auch daran, wie es der Band gelingt, stürmische Passagen immer wieder von bedrückenden, melancholischen Parts zu durchsetzen. Spannung ist also garantiert, gerade weil die Platte mit so vielen Details ausgestattet ist. Noch dazu kommt, dass die drei Gitarristen immer wieder unverrückbare Gitarrenwände aufbauen oder hier und da einer der Herren ein Solo oder eine plötzlich hereinschwebende Melodie vom Stapel lässt.

Auch sonst wird Abwechslung ganz groß geschrieben. Ex-OCTOBER TIDE-Fronter Tobias Netzell variiert neben seinem Gitarrenspiel auch ausgiebig bei den Vocals. Zwischen tief aus dem Bauch emporsteigenden Growls und bissigem Geschrei wechselt der Herr scheinbar problemlos, und auch klarer Gesang wie in „From A Tidal Sleep“ oder im zartbesaiteten „Convergence“ stellt keine Hürde dar. Ohnehin scheint IN MOURNING gerade in den ruhigen Momenten alles zu gelingen, denn immer wenn „The Weight Of The Ocean“ zur Ruhe vor und nach dem Sturm lädt, wirkt das Album unglaublich eindringlich. Das hindert die Band aber nicht daran, auch in den härteren Parts eine hervorragende Figur zu machen, denn ohne diese Parts würde der Scheibe schlussendlich auch einiges abgehen.

So ist „The Weight Of The Ocean“ dann auch ein ziemlich düsterer Klumpen progressiv angehauchten Melodic-Deaths. Wenn Referenzen zwingend notwendig sind, fallen mir neben OPETH und INSOMNIUM eben auch OCTOBER TIDE ein, doch so richtig treffend wäre auch eine Mischung aus allen dreien nicht. Dafür sind IN MOURNING dann doch zu eigenständig, ohne dass sie eine große Neuerfindung bieten. Aber nicht nur für Fans der genannten Bands dürfte „The Weight Of The Ocean“ ein Jahreshighlight sein. Ich zumindest bin sehr angetan!

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09.05.2012

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