Iron Reagan - Demonetization
Review
Nicht lang schnacken, Nacken knacken: Pointierter lässt sich kaum beschreiben, was IRON REAGAN mit der EP „Demonetization“ abliefern. Satte sechs Stücke haben die Amerikaner in gerade einmal 10 Minuten und 20 Sekunden gegossen. Damit bleiben sie dem Format treu, das sie zuletzt 2017 auf „Crossover Ministry“ in Albumlänge – und 2019 auf einer EP als ihrem bislang letzten Lebenszeichen – umgesetzt haben. Haben die Amerikaner sich in dieser Zeit weiterentwickelt oder knüpfen sie nahtlos an, wo sie vor sieben Jahren aufgehört haben?
IRON REAGAN bleiben sich treu
Wer zu MUNICIPAL WASTE gehört (wie Gitarrist Phil Hall und Sänger Tony Foresta) oder Schlagzeuger einer Power-Violence-/Grind-Band wie SUPPRESSION ist (Ryan Parrish) drückt auch abseits der Hauptband den Fuß auf das Gaspedal. Der Bandname und der Stil des Cover-Artworks atmen deutlich den Geist der 1980er bis frühen 1990er Jahre.
Inhaltlich bleiben IRON REAGAN ihrem Ruf treu. In den sechs Songs wird mit Machtmissbrauch, Autoritätsgläubigkeit, Gier und gesellschaftlichem Verfall abgerechnet. Mal geschieht das mit bitterem Sarkasmus wie in „Demonetization“, mal als bissige Satire auf blinden Gehorsam wie in „God Don’t Like It“ oder mit rabenschwarzem Splatter-Humor wie in „Hood Ornament“. Den düsteren Schlusspunkt setzt „Turning Green“, das den ökologischen Kollaps so konsequent zu Ende denkt, dass die Erde erst dann wieder grün wird, wenn der Mensch selbst verschwunden ist.
„Demonetization“ nutzt jede Sekunde
Unter dem Strich ist das Gebräu aus ganz viel Thrash Metal mit ein paar dezenten Prisen Hardcore und Crossover weder innovativ noch einzigartig – und schon gar nicht zeitgeistig. Das ist auch gar nicht der Anspruch der vier Amerikaner, die einfach nur eine heftige Abrissparty feiern wollen. Die Drums prügeln ohne Rücksicht auf Verluste, die Gitarren sägen messerscharfe Riffs und Tony Foresta keift angepisst ins Mikrofon.
Die kurze Spielzeit der EP entpuppt sich dabei als Vorteil, da sich IRON REAGAN nicht die Zeit nehmen, sich zu wiederholen oder ihre Hörer:innen zu langweilen. Wenn die Band diese Energie auf Albumlänge konserviert, dürfte der nächste Longplayer ein echtes Brett werden.
Iron Reagan - Demonetization
| Band | |
|---|---|
| Wertung | — |
| User-Wertung | |
| Stile | Thrash Metal |
| Anzahl Songs | 6 |
| Spieldauer | 10:20 |
| Release | 18.09.2026 |
| Label | Relapse Records |
| Trackliste | 1. Demonetization 2. God Don't Like It 3. Make It Ugly 4. Hood Ornament 5. Parts Unknown 6. Turning Green |
