Liveevil - 3 Altering

Review

Mit „3 Altering“ schauen die Tschechen LIVEEVIL zum dritten Mal in voller Länge in den Wohnzimmern geneigter Hörer vorbei – und lösen gleich mal eine kleine Kontroverse im Netz aus: Wirklich miese Bewertungen haben die vier Jungs zwar noch nicht eingefahren, aber alles in allem lassen sich schon auf der ersten Seite der Google-Suchergebnisse Reviews finden, deren Tendenzen sich von „äußerst mittelmäßig“ über „ganz nett“ bis hin zu „großartig“ erstrecken. Also mal wieder ein bisschen Stoff für eine gepflegte Diskussion in unseren Kommentaren?

Die Wahrheit, so möchte ich es mal vorsichtig ausdrücken, liegt bei „3 Altering“ irgendwo in der Mitte. Mittelmäßigkeit lässt sich nicht wirklich vorfinden, aber auch für Großartigkeit reicht es höchstens annähernd – und das, obwohl LIVEEVIL eigentlich nichts verkehrt machen. Musikalisch bewegt man sich dort, wo sich die DEATHSTARS, MONO INC. und andere rocklastige Industrial-/Elektro-Geschichten zum Tanz treffen, allerdings mit einer eigenständigen Note, die sich vor allem darin äußert, dass die Band die in diesem Genre allzu häufig verwandten klaren Strukturen ein wenig aufbricht und mit der einen oder anderen Überraschung um die Ecke kommt. Das ist insofern löblich, als dass man hier tatsächlich nochmal ein bisschen was anderes geboten bekommt, hat aber auch seine negative Seite: Die Eingängigkeit geht an diversen Stellen einfach flöten.

Dafür bieten LIVEEVIL mit „3 Altering“ jedoch ein Album, das bekannte und beliebte Elemente mit einer eigenen Duftnote vermischt, immer mal wieder über den Tellerrand blickt und alles in allem Spaß macht. Den ganz großen Wurf möchte ich LIVEEVIL hier auch nicht attestieren, aber „mittelmäßig“ ist auch was anderes. Dafür sind große Teile der Scheibe einfach zu gut, zu zwingend geschrieben und eingespielt.

16.07.2013
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