Lost Society - Hell Is A State Of Mind
Review
Wer LOST SOCIETY immer noch mit ihrer Frühphase und Alben wie „Terror Hungry“ verbindet, fällt bei den ersten Klängen von „Hell Is A State Of Mind“ rückwärts vom Stuhl. Seit einigen Jahren entwickelt sich die Band stetig in Richtung Alternative- und Modern Metal. Das ist nicht per se schlechter, aber man sollte wissen, dass Thrash Metal hier nur noch eine Statistenrolle spielt.
LOST SOCIETY sind im Modern Metal angekommen
Schon die ersten Töne von „Afterlife“ machen klar, dass nichts mehr ist wie vor zehn Jahren. Sprechgesang, Nu-Metal-Riffing und orchestrale Elemente prägen den Sound von LOST SOCIETY. Dazu kommt ein klebrig-süßer Refrain mit schmachtenden Clean Vocals. „Blood Diamond“ schielt deutlich über den großen Teich und orientiert sich am Sound von AVENGED SEVENFOLD zu Beginn der 2010er-Jahre. Besonders Samy Elbannas Gesang – der zwischenzeitlich bei den Landesnachbarn AMARANTHE live aushalf – erinnert im Refrain stark an M. SHADOWS.
„Synthetic“ ist anstrengend und kombiniert elektronische Piepser mit einem nervigen Refrain und Spielereien, die nicht zusammenpassen. „Is This What You Wanted“ treibt den Schmalzfaktor in die Höhe. Danach folgen auf „Hell Is A State Of Mind“ mehrere Alternative-Rock- und Metal-Songs, die kaum überraschen. Elbanna ist zwar ein guter Sänger, doch das Material wirkt – abgesehen von gelungenen Streicherarrangements – oft generisch. „Kill The Light“ ist ein Lichtblick und überzeugt mit wechselnden Parts zwischen Härte und Eingängigkeit.
„Dead People Scare Me (But The Living Make Me Sick)“ schlägt mit seinen WEDNESDAY-13-Vibes eine andere Richtung ein und lässt aufhorchen. In „Personal Judas“ zeigen LOST SOCIETY, wie elektronische Einflüsse und harte Gitarren stimmig verbunden werden können, und liefern zudem das erste wirklich gelungene Gitarrensolo. Der abschließende Titeltrack bietet starke Metalcore-Vibes sowie ansprechendes Stakkato-Riffing mit Streichern.
„Hell Is A State Of Mind“ ist eine durchwachsene Angelegenheit
Die zweite Albumhälfte macht zwar etwas Boden gut, doch auf ihrem neuen Werk greifen LOST SOCIETY auch öfter daneben. Die Platte soll weniger nach Identität suchen als ihre beiden Vorgänger, wirkt ironischerweise jedoch ziellos. Gute Ideen stehen misslungenen Momenten gegenüber. Dank einiger erinnerungswürdiger Passagen versinkt „Hell Is A State Of Mind“ nicht im Mittelmaß, bleibt wegen fehlender Kohärenz und teilweise belanglosen Materials aber weit von „sehr gut“ entfernt.
Lost Society - Hell Is A State Of Mind
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Alternative Metal, Modern Metal |
| Anzahl Songs | 10 |
| Spieldauer | 39:49 |
| Release | 06.03.2026 |
| Label | Nuclear Blast Records |
| Trackliste | 1. Afterlife 2. Blood Diamond 3. Synthetic 4. Is This What You Wanted 5. L'Appel Du Vide 6. Kill The Light 7. No Longer Human 8. Dead People Scare Me (But The Living Make Me Sick) 9. Personal Judas 10. Hell Is A State Of Mind |
