Lost Society - Braindead

Review

Galerie mit 15 Bildern: Lost Society auf dem Summer Breeze Open Air 2016

DAS sollen LOST SOCIETY sein? Wow, wenn man eine Band momentan als wandlungsfähig und experimentierfreudig bezeichnen könnte, dann sind das die finnischen Jungspunde. Mit dem ruppigen Thrasher „Fast Loud Death“ aus dem Jahr 2013 sowie dem eigenständigeren „Terror Hungry“ von 2014 haben sich LOST SOCIETY in die Herzen vieler Thrash-Metal-Fans gespielt. Mit „Braindead“ wird sich das nicht ändern, obgleich einige der zu hörenden Experimente nicht gänzlich glücken.

LOST SOCIETY entfernen sich stellenweise vom gewohnt schnellen und jugendlichen Thrash-Metal und bauen gekonnt Hardcore-Elemente in ihre Songs ein. Deutlich wird das bereits am brachialen Opener „I Am The Antidote“, welcher einen der besten Titel der Platte darstellt. Highspeed? Fehlanzeige. Hier erwartet den Hörer ein brachiales Groove-Monster in gleichbleibend gedrosselter Geschwindigkeit. Sofort fällt der markante Gesang von Samy Elbanna auf. Dieser scheint ordentlich an seiner Stimme geschraubt zu haben, denn statt der gewohnten Mischung aus Shouts und Screams gibt es astrein gebellte Hardcore-Screams auf die Ohren, die in dieser Form an Bands wie die SONS OF DEATH VALLEY erinnern. Und ehrlich: Das funktioniert prima. In Kombination mit der zurückhaltend-melodischen Leadgitarre und dem beinharten Rhythmus-Fundament ist „I Am The Antidote“ einer der härtesten Titel, den die Band bisher geschrieben hat.

Natürlich bieten LOST SOCIETY auch die eine oder andere Thrash-Granate. Genannt sei zum Beispiel das aggressive „Rage Me Up“. Hier klingen LOST SOCIETY, wie LOST SOCIETY zu klingen haben. Eine wahnsinnige Geschwindigkeit, abwechslungsreiche Riffs, gut platzierte Nuancen und ein abruptes Ende – so macht die Sache Spaß. Überraschend wird es in „Only (My) Death Is Certain“. Düser-atmosphärische Klänge beginnen den Titel, bis diese die Bühne für ausgefallenes Single-Note-Riffing seitens der Leadgitarre räumen. Die wahre Überraschung gibt es im Refrain: Hier schaffen LOST SOCIETY durch bemerkenswerte Group-Gesänge eine ungewohnte Atmosphäre, was den Titel zu einer der hervorstechendsten Nummern der Platte macht.

Zum Abschluss gibt es ein gut gemachtes Cover des PANTERA-Songs „P.S.T.88“ vom „Power Metal“-Album zu hören. Keine schlechte Wahl, wenn man bedenkt, dass im Regelfall bekanntere Songs der Band dran glauben müssen.

„Braindead“ ist ein gutes Album, keine Frage, doch leider wirken insbesondere die gesanglichen Experimente Elbannas von Zeit zu Zeit gewöhnungsbedürftig. In „I Am The Antidote“ funktioniert das super, in „Riot“ dagegen wird es mit der Zeit anstrengend. Man muss LOST SOCIETY zugute halten, dass sie sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen und sich weiterentwickeln. Diese Entwicklung schlägt auf „Braindead“ einen extravaganten Weg ein, den LOST SOCIETY in Zukunft verfeinern müssen. Ansonsten macht „Braindead“ nicht viel falsch und wird Fans der Band begeistern, überraschen und vielleicht ungläubig eine Augenbraue hochziehen lassen.

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05.02.2016

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