Majesty - Generation Steel

Review

Jetzt ist es passiert! Die Klingen sind so stumpf, dass sich MAJESTY mit „Generation Steel“ bestenfalls ins eigene Fleisch geschnitten haben. Das Gesäusel zu Beginn geht in feinster Pop-Manier wie so oft gut ins Ohr, wird vielen aber ebenso massiv auf den Sack gehen. Schauen wir uns direkt mal ein Zitat zum neuen Werk an: „Das Album handelt von der fortwährenden Rebellion für Freiheit. Eine Generation von Metal-Fans, die für die in unserer Szene so wichtigen Werte wie Ehre, Ruhm und Gemeinschaftlichkeit kämpft. Dabei spielt es keine Rolle, wie alt Du bist oder wie Du aussiehst – wichtig ist nur, dass die Leidenschaft für Heavy Metal in Deinem Herzen brennt!“. Das ist wirklich zuckersüß formuliert, und ja, auf jeden Fall, ich unterschreibe die Zeilen sofort, nur wie oft denn noch? MAJESTY befinden sich auf der Gebetsmühlen-Zielgeraden. Und das eigentliche Dilemma steckt im Detail: Die Songs halten da ohne Mühe mit. „Generation Steel“ klingt, als würde das Album alle Diskografie-Generationen von MAJESTY zusammenfügen. Es gibt aber zwei Probleme. Zum einen sind die Heavy-Metal-Gralshüter auf diese Weise Wiederholungstäter, zum anderen fällt es diesmal so drastisch aus, dass sich die Selbstkopie nicht mehr durch Trademark-Argumentation erklären lässt.

Hooklines statt Highlights! Ok, das im hinteren Songdrittel platzierte Solo im Titeltrack ist beispielsweise ganz nett, von einer Band, die schon vor der letzten Jahrtausendwende an den Start gegangen ist, erwartet man aber doch mehr als „nett“, „ok“ und „durchschnittlich“. MAJESTY kommen anno 2015 nicht darüber hinaus. Das Material trieft nur so vor Kitsch und – ich muss es so sagen – Pop-Refrains und -Strophen, das sie selbst in dieser eher langweiligen Suppe mitsamt dem neuen Album auszurutschen drohen. Bei nahezu jedem Song habe ich das Gefühl, ihn bereits gehört zu haben. Natürlich kann man wieder gut mitgrölen, aber Textpassagen, Riffs, Harmonien, Intonation und so weiter, das alles klingt so dermaßen ähnlich, dass „Generation Steel“ auch ein MAJESTY-Best-of sein könnte – nur leider bei Weitem nicht mit den besten Songs, die der Fünfer je geschrieben hat.

Ach Mensch! Beim Vorgänger „Banners High“ hat das Prinzip noch gut funktioniert. Zwar war die Marschrichtung ähnlich, aber es gab reichlich Hits und so einige flotte Riffs. Diesmal dominiert die Austauschbarkeit. Da macht das Cover-Artwork des chinesischen Künstlers Guang Yang noch mit die beste Figur. Fronter Tarek „MS“ Maghary hat im Vorfeld ganz selbstbewusst geäußert: „Wir haben uns kein geringeres Ziel gesetzt, als das größte und wichtigste Album unserer bisherigen Karriere zu schreiben.“ Mist, das ist ja völlig in die Lederhose gegangen!

19.03.2015
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