Massendefekt - Zurück Ins Licht

Review

MASSENDEFEKT aus Meerbusch bei Düsseldorf können schon einige Dinge von ihrer Bucket-List streichen. So spielte die Band bereits im Vorprogramm von DIE TOTEN HOSEN und den Herren von AC/DC. Gastspiele auf großen Festivals wie WITH FULL FORCE oder dem DEICHBRAND gehören genauso wie kleine Gigs im engsten Fankreis zu dieser Band. Nun liegt mit „Zurück Ins Licht“ das achte Studioalbum bereit und verspricht die altbewährte Mischung aus Deutschrock und Punk.

Unabhängig wie eh und je – MASSENDEFEKT

Der Opener „Schiffbruch“ beschäftigt sich mit der Spaltung der Gesellschaft, die derzeit auch Deutschland erfasst hat. Leichte Verzerrungen in den Vocals sorgen für ein beklemmendes Gefühl, das sich laut MASSENDEFEKT immer weiter ausbreitet. Dem Hunger nach Freiheit wird mit „Tun was ich will“ genüge getan. Leider zu austauschbar, wenn man vergleichbare Veröffentlichungen aus der Deutschrock-Szene als Vergleich heranziehen möchte. Der Refrain kickt zwar, aber der Schuss Unverwechselbarkeit fehlt einfach. Die Single „Autopiloten“ ist ein klares Statement gegen Verschwörungstheorien, rechte Idiologen und gewollte Manipulation. Kraftvoll vorgetragen, aber auch hier sind die verzerrten Vocals eher störend als ein passendes Stilmittel. Einen Blick zurück genehmigen sich die Herren mit „Freunde, dachte ich“.

Diese Situation, wenn man das wahre Gesicht eines Menschen zu erkennen, den man dachte zu kennen, kann wohl jeder Zuhörer nachvollziehen. Der Track kommt dabei allerdings zu abgedroschen daher, sodass kaum eine melancholische Stimmung aufkommen kann. Ein weiteres ernstes Thema wird mit „Totes Land“ angesprochen. Das Gefühl der ländlichen Bevölkerung, von der Gesellschaft abgehangen zu sein und dabei immer belächelt zu werden, sorgt dafür, dass sich der Frust und Hass gegen die falschen Menschen richtet. Hier passt sowohl die Geschwindigkeit als auch die nötige Härte, um diese Message passend umzusetzen. Die Abschiedsnummer „Vergiss Nicht“ ist eine typische Mid-Tempo-Deutschrock-Nummer, die einfach immer geht.

Entstanden am Meer – „Zurück Ins Licht“

MASSENDEFEKT hauen ein Album raus, das bei Fans definitiv gut ankommen wird. Mit der Erweiterung der Fanbase wird es mit „Zurück Ins Licht“ jedoch eher schwer, da zu wenig neue Einflüsse erkennbar sind, die der Band auch Zuhörer aus anderen Szenen erschließen könnte. Insgesamt ist „Zurück Ins Licht“ bewährte Kost, die neben ernsten Momenten auch eine Menge Spaß macht.

30.03.2021
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