Metallica - ReLoad (Remaster)
Review
Es ist ziemlich genau neun Jahre her, dass wir zuletzt „ReLoad“ von METALLICA als Remaster besprochen haben. Nach den starken Klassikeralben der 1980er Jahre und dem selbstbetitelten Meilenstein suchten die fantastischen Vier aus der Bay Area Mitte der 1990er Jahre mit „Load“ und „ReLoad“ neue Wege und öffneten sich Blues, Country und Southern Rock. Braucht es also in so kurzer Zeit schon wieder eine Neuauflage – und dann auch noch eines Albums, das in der Banddiskografie im hinteren Viertel angesiedelt ist?
„ReLoad“ war kommerziell erfolgreich
Grundsätzlich lässt sich das siebte Studioalbum als kommerzieller Erfolg ansehen: Über 6,8 Millionen verkaufte Alben, allein in den USA gab es vier Platinauszeichnungen. Als wirklich haltbar haben sich die meisten Stücke indes nicht erwiesen. Lediglich drei „ReLoad“-Tracks finden sich noch heute in der Setlist.
Die furiose Uptempo-Nummer „Fuel“, die live mit aufschießenden Flammensäulen jedes Mal buchstäblich zündet, eröffnet das Album. Das schleppende Stück „The Memory Remains“ lebt von seinem Riff und dem coolen Gesangspart von Mick Jaggers Ex-Freundin Marianne Faithfull, den live das Publikum übernimmt. An vierter Stelle steht „The Unforgiven II“. Das charakteristische Hornmotiv sichert den Wiedererkennungswert; musikalisch wie textlich setzt sich die emotionale Tiefe des Vorgängers fort.
„Better Than You“ erhielt damals sogar einen Grammy für die „Best Metal Performance“. Warum ausgerechnet dieser Song die Auszeichnung erhielt, erschließt sich beim erneuten Hören kaum. Auf der M72-World-Tour wie auch zuvor ist diese Nummer jedenfalls so irrelevant wie alle anderen hier nicht genannten Songs.
METALLICA öffnen ihr Demo-Archiv
Wer die Genese von Demos, Vocal Ideas und Rough-Mixes bis hin zu fertigen Songs nachvollziehen will, muss in CD 2 eintauchen. Unter kryptischen Arbeitstiteln wie „Skimpy“ (die Keimzelle von „Carpe Diem Baby“) oder „Fish Tank“ („Prince Charming“) gewähren METALLICA Einblicke in ihre damalige Schaffensphase. So zeigt die Urform von „Fixxxer“, hier noch „Voodoo Queen“ benannt, wie sich der Song während seiner Entstehung entwickelte.
Das ist stellenweise faszinierend, zugleich aber harter Stoff, weil das Material naturgemäß weit von den späteren Studioversionen entfernt ist. Hilfreich sind die Bandansagen, die die Aufnahmen zeitlich wie inhaltlich einordnen.
Live-CD als Highlight
Das Highlight des Bonusmaterials von „ReLoad (Remaster)“ wartet auf der dritten CD, auf der METALLICA mit Mitschnitten aus Australien, England und den USA ihre Live-Energie der Jahre 1997–1998 einfangen. Der Einstieg mit einer brachialen Version von „Fuel“ zwingt den Kopf automatisch zum Nicken. Neben einer packenden Akustikversion von „Low Man’s Lyric“ wildert die Band im Finale aber vor allem auf dem direkten Vorgänger „Load“ („Bleeding Me“, „Ain’t My Bitch“) und streut mit „The Thing That Should Not Be“ oder dem rasanten „Fight Fire With Fire“ einige Brocken für Altfans ein.
„ReLoad (Remaster)“ ist nichts für Gelegenheitsfans
Braucht es die Neuauflage also? Musikalisch bleibt „ReLoad“ auch im neuen Gewand ein durchwachsenes Werk, das neben echten Live-Granaten auch eine Menge Füllmaterial mitschleppt. Soundtechnisch hat das Remastering von Reuben Cohen den Songs mehr Dynamik und Tiefenschärfe verpasst.
Der Kaufgrund für die 3-CD-Edition ist jedoch das Archivmaterial: Die Demos und die Live-Aufnahmen machen das Paket zu einer interessanten Zeitkapsel. Wer die Phase nach dem „Schwarzen Album“ schätzt, bekommt hier einen Rückblick auf eine Ära, in der METALLICA neue Grenzen abseits der Härte ausloteten.
Fans mit tiefen Taschen besorgen sich das „Limited Edition Deluxe Box Set“ mit 15 CDs, vier DVDs und zahlreichen Memorabilia, bei denen die Band mit unveröffentlichten Demos, Rough Mixes, Live-Mitschnitten sowie Radio- und Fernsehauftritten nicht gegeizt hat.
Metallica - ReLoad (Remaster)
| Band | |
|---|---|
| Wertung | — |
| User-Wertung | |
| Stile | Hard Rock, Heavy Metal, Thrash Metal |
| Anzahl Songs | 42 |
| Spieldauer | 225:13 |
| Release | 26.06.2026 |
| Label | Blackened Recordings |
| Trackliste | Disc 1 1. Fuel (Remastered) 2. The Memory Remains (Remastered) 3. Devil's Dance (Remastered) 4. The Unforgiven II (Remastered) 5. Better Than You (Remastered) 6. Slither (Remastered) 7. Carpe Diem Baby (Remastered) 8. Bad Seed (Remastered) 9. Where The Wild Things Are (Remastered) 10. Prince Charming (Remastered) 11. Low Man's Lyric (Remastered) 12. Attitude (Remastered) 13. Fixxxer (Remastered) Disc 2 1. Fuel ("Fuel For Fire" October '95 Rough Mix) 2. Memory ("The Memory Remains" Instrumental Mix) 3. Memory ("The Memory Remains" Marianne Faithfull Outtake - August 21st, 1997) 4. Devil Dance ("Devil's Dance" Take 11 - July 31st, 1995) 5. Unforgiven 2 ("The Unforgiven II" Vocal Idea) 6. Better ("Better Than You" October '95 Rough Mix) 7. Drivin' ("Slither" September '97 Rough Mix) 8. Skimpy ("Carpe Diem Baby" Demo) 9. Bastard ("Bad Seed" Take 9 - July 25th, 1995) 10. Martini ("Where The Wild Things Are" Riff) 11. Martini ("Where The Wild Things Are" Take 25 - May 31st, 1995) 12. Fish Tank ("Prince Charming" Demo) 13. Mine Eyes ("Low Man's Lyric" Demo From The Plant) 14. Sweat ("Attitude" Vocal Idea) 15. Fixer ("Fixxxer" Intro Piece) 16. Voodoo Queen ("Fixxxer" Vocal Idea) Disc 3 1. Fuel (Live At Brisbane Entertainment Centre, Brisbane, Australia - April 20th, 1998) 2. The Memory Remains (Live At The CoreStates Complex Parking Lot, Philadelphia, PA - November 11th, 1997) 3. Devil's Dance (Live At Perth Entertainment Centre, Perth, Australia - April 12th, 1998) 4. Low Man's Lyric (Acoustic) (Live At Giants Stadium, East Rutherford, NJ - July 17th, 1998) 5. Ain't My Bitch (Live At Reading Festival, Reading, England - August 24th, 1997) 6. Until It Sleeps (Live At Giants Stadium, East Rutherford, NJ - July 17th, 1998) 7. King Nothing (Live At Brisbane Entertainment Centre, Brisbane, Australia - April 20th, 1998) 8. Hero Of The Day (Live At Reading Festival, Reading, England - August 24th, 1997) 9. Bleeding Me (Live At Ministry Of Sound, London, England - November 13th, 1997) 10. Poor Twisted Me (Rehearsal At KSJO Studios, San Jose, CA - December 17th, 1997) 11. The Thing That Should Not Be (Live At The CoreStates Complex Parking Lot, Philadelphia, PA - November 11th, 1997) 12. The Wait (Live At Ministry Of Sound, London, England - November 13th, 1997) 13. Fight Fire With Fire (Live At Giants Stadium, East Rutherford, NJ - July 17th, 1998) |
