Metallica - ...And Justice For All (Remastered)

Review

Galerie mit 28 Bildern: Metallica - Worldwired Tour 2018 in Hamburg

Wie kann man eine Gruppe junger (oder alter) enthusiastischer Metalheads stundenlang beschäftigen? Man wirft ein schüchternes „Welches Album ist eigentlich das Beste von METALLICA?“ in den Raum und verlässt diesen leise, still und heimlich. Auch nach Stunden wird noch für gute Unterhaltung gesorgt sein.

Sicherlich ist es so, dass METALLICA über einen eher überschaubaren Rahmen echter Klassikeralben blicken können. Aus ideologischen Gründen kommen hier ohnehin nur die ersten vier Alben in Betracht. Attention: wir reden jetzt von wirklich stilprägenden Alben und nicht ganz guten Veröffentlichungen wie „Hardwired… to Self-Destruct“ (2016).

Denn ja, „Kill ‚Em All“ (1983) ist noch zu sehr Frühwerk, „Ride The Lightning“ (1984) ist transitorisch und „Master Of Puppets“ (1986) als Opus Magnum am Ende doch etwas zu konventionell. Da erscheint „…And Justice For All“ fast schon als versteckter Diamant. Ausgefeilt, progressiv, melodisch und natürlich auch politisch und stark in der Aussage. Hat James Hetfield jemals auf einer Platte wieder so gut geklungen? War die Gitarrenarbeit, trotz aller Komplexität, jemals schneidender als hier? Hat man den Bass…okay, das ist eine andere Geschichte, auf die wir später noch zu sprechen kommen.

Es ist also mal wieder Zeit sich mit „…And Justice For All“ zu beschäftigen. Was könnte da ein schönerer Anlass sein, als das dreißigjährige Jubiläum des Erscheinens der Scheibe und eine umfassende Wiederveröffentlichung als Remastered-Edition seitens Blackened Recordings, dem METALLICA-Label. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die umfassende Deluxe-Edition gelegt werden.

Das Herzstück – die Remastered-Edition 2018

Schon fünfzehn Jahre vor „St. Anger“ (2003) sorgte die Produktion von „…And Justice For All“ für kontroverse Diskussionen. Das Zitat zur „Produktion in der Streichholzschachtel“ war für den Autoren nicht mehr zurückzuverfolgen, trifft die Sache allerdings auf den Punkt. Dies soll an dieser Stelle keinesfalls allzu negativ klingen. Denn dadurch hat das Album, welches übrigens noch vollkommen analog aufgenommen wurde, eine wunderbar reduzierte Kompaktkeit, eine regelrechte Greifbarkeit, wie sie auf keinem anderen METALLICA-Album je wieder zu hören gewesen wäre.

Bei aller Liebe zur Produktion dieses absoluten Klassikers, welche ihre Daseinsberechtigung zweifelsohne besitzt, die Remastered-Edition hat viele hör- und spürbaren Vorteile, welche trotz Nostalgiebrille nicht beiseite geschoben werden können. Die Drums sind deutlich wuchtiger abgemischt worden, klingen dichter, was insbesondere bei den Tom-Läufen ersichtlich wird. Insgesamt klingt das Album weniger nach Schachtel und damit wärmer und mehr nach druckvollen modernen Produktionen.

Ist diese Version daher die bessere Variante von „…And Justice For All“? Vielleicht. Sie ist jedenfalls anders: moderner, wuchtiger, wärmer und weniger statisch. Die Geschichte um den Bass-Sound von Jason Newsted ist mittlerweile Musikgeschichte geworden und zum Unmut vieler Fans hebt die Remastered-Edition dieses Verbrechen an allen Dicksaitern weiterhin nicht auf. Aber mal ehrlich, dann wäre die Platte weniger Remaster und mehr Remix gewesen, oder?

Ach ja, und dann noch das Beste an „…And Justice For All“. Auf dem Album sind Songs. Und was für welche. Stücke für die Ewigkeit, unerreicht und nicht replizierbar. Alle Volltreffer aufzuzählen wäre die bloße Wiedergabe der Playlist. Besonders hervorzuheben sind dennoch „Blackened“, der Titeltrack, „One“ und natürlich „Harvester Of Sorrow“. Man müsste jedoch naiv sein, wenn man die Wichtigkeit eines Songs wie „Dyers Eve“ schmälern würde.

Erfahrt alles zum Deluxe-Box-Set auf der nächsten Seite.

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05.11.2018

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3 Kommentare zu Metallica - ...And Justice For All (Remastered)

  1. Bluttaufe sagt:

    Ich habe mal beide Versionen bei Youtube verglichen. Einen kleinen Unterschied kann man schon hören. Ich würde jetzt aber deswegen nicht zwingend in den nächsten Laden rennen. Zumal ich mit der originalen Version weitestgehend zufrieden bin. Live und Demos sind für mich auch nicht zwingend notwendig.
    Aber wenn ich mir da die Rezensionen auf Amazon zu den anderen remastered Alben von METALLICA durchlese dann gehen die Meinungen weit auseinander.
    Zum Album selbst muss man nichts mehr groß schreiben. Ich vergebe dennoch keine Punkte, da ich das remasterte Album nicht im vollen Umfang gehört habe bzw. nicht direkt vergleichen kann (außer auf Youtube und dann über PC Boxen).
    Für Hardcore Fans und Neulinge aber sicher eine gute Option.

  2. ClutchNixon sagt:

    Und bis heute frage ich mich, wer zum Teufel Dyer’s Eve eingespielt hat… Ich vermute ja Jason hat seinem Frust, ob des katastrophalen Basssounds Luft gemacht um heimlich Lars bloß zu stellen. „Spiel das live, bitch!“ Bämm! Wahrscheinlich glaubt LU bis heute, dass er den Song wirklich spielen kann. KECK…