Neolith - Inbir
Review
NEOLITH sind im selben Jahr in Erscheinung getreten wie ihre international erfolgreichen Landsmänner von BEHEMOTH. Geht man nach dem aktuellen, sechsten Album der Band aus Krosno mit dem Titel „Inbir“, was in sumerischer Sprache so viel wie „Krieg“ bedeutet, dann beackern die beiden Projekte auch ähnliche Felder. Warum das hier thematisierte Quintett auch nach 35 Jahren immer noch ausreichend Erstkontakte generiert, wird allerdings auch schnell deutlich, denn die Polen suchen noch immer gewissermaßen nach der eigenen Handschrift.
Suchen nach der eigenen Handschrift
Zu Zeiten von „Zos Kia Cultus“ oder „Demigod“ waren BEHEMOTH auf ihren Hochzeiten, was blastlastigen High-Speed-Death-Metal mit düsterer Grundatmosphäre anging. Auch wenn NEOLITH irgendwann einmal Doom-Einflüsse verarbeitet haben wollen, sind diese aktuell weggeweht und man wildert in genau diesen Landebereichen. Abgesehen davon, dass sämtliche Songs vielleicht B-Titel der oben genannten Alben hätten sein können. Leadgitarrist und zweitlängstes Bandmitglied Conrad sorgt auf Stücken wie „Modlitwa Na Marny Czas“ noch für ein paar mystische Samples, die noch mehr an die späte Neunziger- oder frühe Zweitausender-Ära von Nergal & Co. denken lassen.
Dazu setzt „Inbir“, insbesondere in der zweiten Albumhälfte, viel zu oft auf den altbewährten Trick, mehr vom Gleichen zu liefern. Technisch einwandfrei inszenierte Raserei mündet in kraftvolle sphärische Parts, bevor diese sich erneut entladen. Auf der Strecke bleibt dabei hingegen ein wenig die Songdienlichkeit, denn zu oft fließt dieses Konzept in die Wiederholung im vergleichbaren Schema, ohne dass NEOLITH ein Rezept für den richtigen Spannungsbogen in der Tasche hätten.
Mehr vom Gleichen
Mit etlichen Jahren im Geschäft wird natürlich auch das sechste Album kein Rohrkrepierer, da man schon ein paar drückende Riffs parat hat und phasenweise auch atmosphärisch mithalten kann. Doch für wirkliche Relevanz im Konkurrenzfeld einer starken Black-/Death-Szene ist „Inbir“ zu beliebig, austauschbar und hat zu wenige Momente, die wirklich aufhorchen lassen. Für Allesfresser in den genannten Bereichen können NEOLITH dennoch einen tieferen Blick wert sein.
Neolith - Inbir
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Black Metal, Death Metal |
| Anzahl Songs | 8 |
| Spieldauer | 39:25 |
| Release | 12.09.2026 |
| Label | Deformeathing Production |
| Trackliste | 01. Inbir (04:10) 02. Ashur Has Given Me A Brother (05:06) 03. The Dawn Is Waking (04:43) 04. Modlitwa Na Marny Czas (06:10) 05. Of All The Gods (05:11) 06. Ouroboros (04:21) 07. The Four Etemmu Of Kurnugi (05:15) 08. Morte (04:25) |
