Temperance - Arcani
Review
Mit „Hermitage – Daruma’s Eyes Pt. 2“ brachten TEMPERANCE 2023 eines der besten Power-Metal-Alben des Jahres heraus. Die Erwartungen sind dementsprechend hoch und mit „Arcani“ widmet sich die italienische Gruppe einem neuen Konzept: Tarotkarten. Das liegt auf der Hand, denn die „Temperance“-Karte gehört zu den sogenannten „Großen Arkana“. Anders als sein Vorgänger erzählt das Album jedoch keine zusammenhängende Geschichte. Über die Hintergründe erfahrt ihr im bald erscheinenden Interview mit Bandkopf Marco Pastorino noch mehr. Nun widmen wir uns der Musik.
TEMPERANCE packen direkt die großen Hymnen aus
Die dreizehn Songs von „Arcani“ tragen alle den Namen einer Tarotkarte. Los geht es mit „The Fool“, das direkt alle Stärken der Band auspackt. Wenn ein Song mit einem Gänsehaut erzeugenden Gitarrensolo startet und anschließend der Chor aus den grandiosen Sänger:innen Kristin Starkey, Michele Guaitoli und Marco Pastorino den Refrain übernimmt, kann nicht mehr viel schiefgehen. Das Ding bleibt direkt im Ohr sitzen und wohnt dort nun mietfrei mit seiner überbordenden Epicness.
„The Magician: Into The Fire“ macht mit dem Pomp direkt weiter und teilt ebenso treffend aus. Mit „Death: Right Before We Die“ wird es nachdenklicher und die beiden Gesangsstimmen können ihre ruhigeren Akzente auspacken, was ihnen ebenfalls gut steht. Der Refrain ist hier sehr smooth gesungen und zeigt, wie vielseitig die Frontleute agieren können. Die Instrumentalfraktion hält sich vornehm zurück und kreiert passende Melodien.
Großartig harmonierende Sänger und Sängerinnen
Mit „The Tower: Lean Into Fear“ und „The Devil: Sin, Sin, Sin“ packen TEMPERANCE ihre Stadionrock-Seite aus. Insbesondere bei erstgenannter Nummer kann Kristin Starkey richtig schön als Rockröhre glänzen, bevor es mit dem Quasi-Bandsong „Temperance: Forgiveness“ wieder in altbekannte Metal-Oper-Gefilde geht.
Dass italienische Power- und Symphonic-Metal-Bands irgendwann einen Song in ihrer Landessprache veröffentlichen müssen, ist ein ungeschriebenes Gesetz, und TEMPERANCE setzen das mit „The Chariot: Alla Ricerca Dell’America“ gekonnt um.
„The Star: Surrender Control“ unterstreicht die Vielseitigkeit der Gruppe, denn das Lied beginnt mit Synth-Rock-Klängen und gipfelt in einer Mischung aus Stadionrock und Sci-Fi-Klängen nach AYREON-Vorbild. „The Moon: The Man Of Moonlight“ klingt lustigerweise wie eine Fortsetzung von AVANTASIAs „Moonglow“, was beweist, warum TEMPERANCE die neue Metal-Opera-Hoffnung sind.
Auf „The Hanged Man: Petrichor“ wird es noch einmal richtig dramatisch – mit Falsettgesang, mehrstimmigen Chören, Double-Bass-Drums und einem Disney-Soundtrack-Finale. „The World“ lässt das Album gemütlich mit Akustikgitarre und Starkeys Gesang ausklingen.
Die Vorhersage für „Arcani“: Es schlägt ein wie eine Bombe
TEMPERANCE haben nicht den Fehler gemacht, sich noch mehr auf den Teller zu laden als beim Vorgänger. Stattdessen nutzen sie die begnadeten Fähigkeiten ihres Hauptkomponisten und die großartigen Gesangsstimmen, die ihnen zur Verfügung stehen, um erneut einen Anwärter auf das Album des Jahres zu produzieren. Für Fans von Metal-Opern ist „Arcani“ ein Freudenfeuer geworden.
Temperance - Arcani
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Power Metal, Symphonic Metal |
| Anzahl Songs | 13 |
| Spieldauer | 55:13 |
| Release | 16.10.2026 |
| Label | Napalm Records |
| Trackliste | 1. The Fool 2. The Magician: Into The Fire 3. Death: Right Before We Die 4. The Tower: Lean Into Fear 5. The Devil: Sin, Sin, Sin 6. Temperance: Forgiveness 7. The Chariot: Alla Ricerca Dell'America 8. Justice: Shame & Glory 9. The Star: Surrender Control 10. Wheel of Fortune: Come And Call Me 11. The Moon: The Man Of Moonlight 12. The Hanged Man: Petrichor 13. The World |
