The Way Of Purity - A Passage Through The Purity Of Pain

Review

Da habe ich gerade eben noch einigermaßen lobende Worte für die „Biteback“-EP gefunden, nur um gleich darauf den Fehler zu machen, mir „A Passage Through The Purity Of Pain“ zu geben. Dabei war ich tatsächlich neugierig, ob THE WAY OF PURITY mit ihrem gedrehten Filmchen ein bisschen Licht ins Dunkle ihres Auftretens bringen.

Aber was soll ich sagen? So einen auf DVD gebannten Unfug habe ich selten erlebt. Ich weiß schon gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht damit, dass die immer wieder zu hörende Musik der Band, seien es auch noch so kurze Fetzen, noch das Beste an der DVD ist? Oder vielleicht, dass „A Passage Through The Purity Of Pain“ maximal als C-Movie mit unfreiwilliger Komik taugt? Ernstzunehmen ist dieser knapp zwanzig Minuten (eher ein gefühltes Jahrzehnt) lange, unzusammenhängende Blödsinn jedenfalls nicht.

Es beginnt schon mit der ersten Szene, als sich die vier Maskenmänner in Tarnkleidung im Wald treffen, um Blutsbrüderschaft zu schließen. Warum? Keine Ahnung, genauso wenig, warum man sich auf einem verlassenen Feld mit seinem Manager trifft, um ihm mitzuteilen, dass man keine Frau in der Band haben möchte. Super! Warum oder weshalb wird gar nicht er erklärt. Weiter geht es mit wackeliger Kameraführung und dem unfassbaren schauspielerischen Talent vierer Musiker, die stets mit Skimasken durchs Bild marschieren. Als nächstes kommt das Quartett zu einem verlassenen Hotel im Wald und trifft auf eine merkwürdige Frau im Mantel. Deren Geschichte wiederum kurz wiedergegeben wird, indem sie nackt und mit roten Kreuzen bemalt da liegt und, oho ein Spezialeffekt, sich ganz von selbst zudeckt – scheinbar hat da eine überirdische Kraft ihre Finger im Spiel. Gott spielt dann wohl auch im weiteren Verlauf eine Rolle. Doch zunächst frage ich mich, warum die Dame angesichts von vier maskierten Männern nicht schnellstens die Flucht ergreift, käme mir zumindest in den Sinn, wenn ich alleine in einem Wald-Hotel vier nicht gerade vertrauenserweckenden Gestalten die Tür öffne. Dialoge gibt es aber ohnehin kaum, und wenn, dann ohne jedweden Ausdruck.

Jedenfalls scheint die Dame die Brüllstimme der Band zu werden. Nicht etwa, weil sie wirklich brüllt, sondern da sie scheinbar einfach die Lippen, quasi, stumm bewegt und jemand durch sie spricht. Wie auch immer. Illustre Szenen vom Manager, der mit einer S/M-Gespielin im Bett liegt und mit der Band telefoniert, eine tiefere Bedeutung existiert da schon gar nicht. Genauso wenig, als die Band ein verlassenes Tonstudio aufsucht, einen alten Kassettenrekorder anschmeißt und beim Klang ihrer eigenen Musik anfängt zu beten (!).

„A Passage Through The Purity Of Pain“ glänzt quasi schon durch die Abwesenheit einer nachvollziehbaren Story. Vielmehr wirkt die DVD wie ein in die Länge gezogenes Musikvideo, ohne viel Musik und dafür mit beinahe fantastisch hölzerner Schauspielleistung. Mal ganz abgesehen davon, dass die Aufnahmen, die Kameraführung und auch das Einbinden von Effekten derart schlecht sind, dass dieser cineastische Erguss jedwede Ernsthaftigkeit binnen Sekunden verspielt. Ach so, den erhofften Splatter-Porno unter dem Kreuze, den das Cover sowie die bebilderte Vorschau suggeriert, gibt’s ebenfalls nicht. Die Musik, die leider viel zu selten eine nennenswerte Rolle spielt, ist hier mit Abstand das einzig halbwegs brauchbare. Furchtbar!

17.12.2011

Chefredakteur

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