Thundermother - Black & Gold

Review

Zwei Jahre nach „Heat Wave“ stehen THUNDERMOTHER mit ihrem neuesten Streich „Black & Gold“ erneut in den Startblöcken. Anders als viele andere Bands haben die vier Schwedinnen die Pandemiezeit gut genutzt, um wo immer es geht zu touren. Kein Strandkorb-Gig, kein Autokino, keine Milchkanne wurde ausgelassen, um die laute Rock’n’Roll-Botschaft unters Volk zu bringen. Der Besetzungswechsel am Tieftöner von Majsan Lindberg zu Mona Lindgren musste dabei zwar als Kollateralschaden hingenommen werden, aber ansonsten machen THUNDERMOTHER einfach immer weiter: Neues Album, neue Runde in der Album-Tour-Rotation.

THUNDERMOTHER setzen auf die ganz sicheren Effekte

Klar, dass sich die Liveaffinität auch in der Musik widerspiegelt. Mehr noch: „Black & Gold“ setzt auf die ganz sicheren Effekte, um auch im heimischen Wohnzimmer Livefeeling zu garantieren. Dazu gehören Gangshouts ebenso wie zwischen wummsende Drums eingestreute „Heys“ im Zehnerpack – wie im Opener „The Light In The Sky“. Dazu gehören „Ohoho“-Chöre ebenso wie die gute, olle BON JOVI-Talkbox (remember „Livin‘ On A Prayer“) – wie im Titeltrack. Dazu gehören auch extrem gut mitsingbare Refrains, wie in der Powerballade „Hot Mess“, bei der ganz unweigerlich die Hand in die Hosentasche gleitet, um … natürlich ein Feuerzeug hervorzuholen, das hin- und hergeschwenkt werden will.

Und wenn wie im abschließenden „Borrowed Time“ die gezupften Gitarren Erinnerungen an die ganz großen SCORPIONS-Balladen wecken, dann verfehlt das seine Wirkung auch nicht. Zwischendurch werden die Gitarren mit einer ordentlichen Starkstromladung rhythmisch-rockig angeschlagen („Wasted“), und wenn sich Gitarren und Schlagzeug fast gegenseitig überholen („Watch Out“), gehört das ebenso zum Sound der Donnermütter.

Dass die zwölf Songs also livetauglich sind, ist somit sicher. Dass THUNDERMOTHER in der Umsetzung nichts anbrennen lassen, ebenso. Die vier Musikerinnen um Gitarristin Filippa Nässil und Sängerin Guernica Mancini zocken die Stücke souverän runter und lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass ihnen das Ganze ordentlich Spaß macht. Natürlich sind die Zutaten aus nunmehr fünfzig Jahren schwitzigem Rock wohlbekannt, und jedes Detail hat irgendwo ein bereits vorhandenes Vorbild. Manches Mal übertreiben es die Schwedinnen auch und lassen beispielsweise die Texte zu einem Klischee-Overkill werden: rich – bitch – flick the switch. Da reimt sich wirklich alles.

„Black & Gold“ ist souverän (und wenig subtil)

Nicht jeder wird mit „Black & Gold“ warm werden, denn das Album ist von Anfang bis Ende darauf ausgelegt, live zu funktionieren. Das ist wenig subtil, gehört aber zum THUNDERMOTHER-Gesamtpaket mit dazu. Und es funktioniert ja auch: Wer die Band schon einmal live erlebt hat, kann sich mit „Black & Gold“ ohne weiteres mitreißen lassen.

12.09.2022

- Dreaming in Red -

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