Trick or Treat - Rabbit's Hill Part 1

Review

TRICK OR TREAT aus Italien spielen genau die Art von Power Metal, die man aus ihrem Heimatland erwarten darf. Sehr stark von HELLOWEEN beeinflusst, mit einem schon im Grundsatz so dermaßen übertrieben auf witzig getrimmten Konzept mit irgendwelchen Hoppelhasen, dass man sich von der ersten Sekunde an fragt, ob die Band nun überhaupt ernst genommen werden möchte. Dass die Band Spaß an ihrer Musik hat, ist ihr immerhin deutlich anzuhören. Sänger Alessandro Conti klingt sehr stark von Michael Kiske inspiriert, beim Opener „Prince Of A Thousand Enemies“ wird er von Andre Matos (VIPER, Ex-ANGRA) unterstützt. Die Scheibe ist gut und professionell produziert, die Songs sind aber leider ziemlich unspektakulär, klingen wie tausendmal gehört, und das seltsame Konzept trägt nicht unbedingt dazu bei, die Spannung aufrecht zu erhalten.

RHAPSODY OF FIRE-Fans dürfte der Sound auf „Rabbit’s Hill Part 1“ viel zu wenig bombastisch sein, klassische Einflüsse oder epische Breite gibt es hier so gut wie nicht zu hören. HELLOWEEN- oder GAMMA RAY-Anhänger schwören auf die gesteigerte Energie und das selbst an schlechten Tagen beeindruckendere Songwriting, und all diejenigen, die Mitte der 90er die Songs von Bands wie LABYRINTH mitgeträllert haben, bekommen zu wenig Anspruch geboten. TRICK OR TREAT sind also eine Band, die irgendwie zwischen Allem steht, die ihren Helden und Vorbildern mit lobenswerter Konsequenz huldigt, die aber nicht stark genug ist, um wirklich eigene Akzente zu setzen.

Das Album ist nur für Genre-Alleshörer empfehlenswert. Dass es die gibt, ist ja kein Geheimnis. Für alle Anderen gibt es wesentlich essentielleres.

12.12.2012
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