Triumpher - Piercing The Heart Of The World
Review
Schlag auf Schlag geht es bei TRIUMPHER. Die 2019 von Sänger Mars Triumph, bürgerlich Antonis Vailas, in Athen gegründete Band veröffentlicht in kurzer Folge ihr drittes Album „Piercing The Heart Of The World“. Dieses folgt dem Debütalbum „Storming The Walls“ (2023) und „Spirit Invictus“ (2024). Liefern TRIUMPHER mit dem so wichtigen dritten Album einen Schnellschuss?
Machen TRIUMPHER einen Schnellschuss?
Mit „Spiritus Invictus“ konnten die Griechen deutlich an Aufmerksamkeit gewinnen. Vom vielsprechenden, ambitionierten Underground-Juwel zu einem gefestigten Namen in der Epic-Metal-Szene. Auftritte beim Keep It True oder Hell Over Hammaburg wie Support Shows für CRIMSON GLORY oder GRAVE DIGGER unterstreichen den erreichten Status. Die Messlatte für das neue Werk haben TRIUMPHER selbst hochgelegt.
Nun schlagen die griechischen Krieger des wahren Stahls erneut zu! Mit Entschlossenheit schmieden sie nicht nur ihren Edelstahl. Das verheißungsvoll benannte „Piercing The Heart Of The World“ könnte der beständige Fels sein, in welchen TRIUMPHER triumphierend ihren Namen meißeln und über welchen sie ihr Banner hissen.
TRIUMPHER hissen ihr Banner
Der stilvolle Epic Metal verwebt eine kraftvolle, melodische wie atmosphärische Mischung aus klassischem Heavy Metal, True und Power Metal mit dezenten Elementen des Black Metals.
Das pulsierende „Black Blood“ eröffnet das Album. Mitreißende Grooves, epische Power, schweres Riffing, treibendes Schlagzeug, düstere Stimmung, dezent symphonische Elemente, triumphierend wie tragisch zugleich. Spätestens im Refrain wächst der Killersong zu einer stolzen Hymne, wozu auch die feste, klare Stimme von Triumph beiträgt, der auch in kreischend hohen Lagen brilliert und immer wieder an Eric Adams erinnert. Die Einflüsse von MANOWAR, VIRGIN STEELE wie BATHORY sind da, aber TRIUMPHER verweben diese zu einem eigenen heroischen wie fesselnden Klangbild.
Zu den vorgenannten stilistischen Vorreitern gesellt sich in der treibenden Speed-Abrissbirne „Destroyer“ noch ein wenig OVERKILL dazu. Schneidende Gitarren, galoppierender Bass, spitze Schreie, kraftvolle Chöre, eingängiger Refrain, ausufernd melodisches wie technisch versiertes Gitarrensoli. Aggressiv, mit schwarzmetallischer Schärfe und ungestümen Charakter, dabei dennoch epischer Ansatz, ähnlich wie „Arrival Of The Avenger“ vom Vorgänger.
„The Mountain Throne“ beginnt im getragenen Midtempo und entwickelt sich dann in ein flott nach Vorne preschendes Stück. Die teils markanten, vordergründig dominant angeschlagenen Bassläufe erinnern an die selbsternannten Metal Kings aus den USA und deren Joey deMaio. Hymnische Chor-Passagen, akzentuierendes Gekeife. Gegen Ende rasen die Gitarren und der Song führt zu einem großen epischen Finale, dessen schwarzmetallisch-frostige Intensität atmosphärisch an EMPEROR herankommt. TRIUMPHER beherrschen mittlerweile die großen Epen und folgen nicht mehr nur den Altvorderen aus den Achtzigern.
TRIUMPHER beherrschen mittlerweile die großen Epen
Dazu gehört auch die balladeske Note, hier eingebracht in „Ithaca (Return Of The Eternal King)“. Langgezogenes, cineastisches Intro, langsamer Aufbau mit ordentlich Drama, klarer, emotionaler Gesang in großer Bandbreite, melodische Gitarren. Die Powerballade erhebt sich mit stampfenden Rhythmen, eindringlicher Stimme, prägnanten Leads und Chorpassagen zu einer Hymne voll Triumph und Pathos.
Das zweiminütige, zeremoniell wirkendes Zwischenspiel „Vaults Of Immortals“ mit eindringlichen wie dramatisch getragenen Tönen, dunkler Atmosphäre und sakralem Charakter erinnert an Beethovens „Mondscheinsonate“. Dies ist mehr als eine Einleitung zum folgenden Schlachtenepos „The Flaming Sword“. Der Titel verrät, was TRIUMPHER liefern: US Epic Metal mit kraftvollen Riffs, hymnische Strukturen, starker Refrain. MANOWAR mögen der Einfluss sein, aber das hier trägt schon deutlich eigenen Charakter.
Wieder finster und bedrohlich tönt „Erinyes“. Treibendes Schlagzeug, rasende Gitarren kombiniert mit epischen Elementen, akzentuierende Black-Metal-Screams, intensiv.
„Naus Apidalia“ beendet als mehrteiliges Prog-Epos in beinahe zehn Minuten Spielzeit das Album. Antike griechische Mythologie in Kombination mit ruhigen, erzählerischen Passagen, scharfe US-Metal-Attacken mit galoppierenden Rhythmen und kernigen Riffs, Chöre, pompös melodische Leads und Soli, majestätische Refrains. Energie und Kraft vereint mit cineastischer Qualität.
Verglichen mit „Spiritus Invictus“ präsentieren sich TRIUMPHER nochmals reifer und gefestigter. Die Griechen haben im Songwriting wie auch in der Herausbildung der eigenen Trademarks die nächste Stufe erreicht. Und die ist richtig hoch. Dieser Hybrid aus Epic Metal, True, Power als auch Speed und Black Metal überzeugt auf ganzer Linie. Von einem Album wie „Piercing The Heart Of The World“ können Fans von MANOWAR oder VIRGIN STEELE seit mindestens 15 Jahren nur träumen.
Davon träumen Fans von MANOWAR oder VIRGIN STEELE
TRIUMPHER sind angekommen. Die Griechen leugnen nicht ihre Helden, spielen aber nun ebenfalls in der Spitzenliga. Mit eigenem klaren Charakter und mit den besten Zutaten, die man im Epic Metal findet, ist „Piercing The Heart Of The World“ ein wahres Epos!
Triumpher - Piercing The Heart Of The World
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Epic Metal, Heavy Metal, Power Metal, True Metal |
| Anzahl Songs | 8 |
| Spieldauer | 44:43 |
| Release | 06.03.2026 |
| Label | No Remorse Records |
| Trackliste | 1. Black Blood 2. Destroyer 3. The Mountain Throne 4. Ithaca (Return Of The Eternal King) 5. Vaults Of Immortals 6. The Flaming Sword 7. Erinyes 8. Naus Apidalia |
