Urne - Setting Fire To The Sky

Review

Galerie mit 24 Bildern: Urne - Krøterveg Te Europa Tour 2025 in Wiesbaden

Das britische Trio URNE feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bandbestehen und mit „Setting Fire To The Sky“ vielleicht auch den entscheidenden Durchbruch. Auf den Bühnen dieser Welt präsentieren sich die Londoner jedenfalls regelmäßig und konnten auch in stilistisch schwieriger Kombination mit MANTAR und KVELERTAK überzeugen. Dabei schürft man in den Untiefen aus Post-, Sludge- und einer Prise modernen Thrash-/Groove-Metals deutlich vielschichtiger, was ihnen beim Debüt „Serpent & Spirit“ noch ein wenig zum Verhängnis geworden ist. „A Feast On Sorrow“ war der erhoffte, klare Schritt nach vorne. Die aktuelle Platte justiert die Zahnrädchen im Detail.

Zahnrädchen justiert

„Be Not Dismayed“ erinnert mit seinem prominenten Schlagwerk zunächst an MACHINE HEAD-Kracher wie „Imperium“ oder „Clenching The Fists Of Dissent“, bevor die Einflüsse aufspalten und sich im Kern des Ganzen ein toller URNE-Signaturesound herausbildet. Der liegt irgendwo zwischen djentigen Momenten wie in der Hitsingle „The Spirit, Alive“, die sich bereits nach dem ersten Hören im Ohr festbeißt und Referenzen zu den aktuell beliebten ORBIT CULTURE aufzeigt, sowie ausgeklügelten Stücken, die klar von MASTODON und GOJIRA inspiriert wurden.

Frontmann Joe Nally wechselt dabei von einer emotionalen Gesangsstimme zu gekeiften Passagen, ohne dass „Setting Fire To The Sky“ die wohlige Düsternis des Vorgängers erreicht. Stattdessen hat man die eigenen Stärken und Trademarks, deren Vielfältigkeit erneut unter Beweis gestellt wird, weiter gebündelt und zu Songs mit großer Strahlkraft geformt. Ob der Opener, „The Ancient Horizon“ oder der Titeltrack – URNE arbeiten stets mit einer gewissen Opulenz und Schlagfertigkeit, sodass das Album, trotz etlicher musikalischer Schichten, aus einem Guss wirkt.

Viele Schichten, ein Guss

Das gilt auch am Ende für das vielleicht progressivste Stück „Harken The Waves“, das zusätzlich von Troy Sanders (MASTODON) eingesungen wurde, sowie den eigentlichen Abschluss „Breathe“ – sehnsüchtig, balladesk und mit Cellistin Jo Quail, die auch schon auf „Amidst The Ruins“ von SAOR einen Gastpart übernommen hatte.

Da es URNE erstaunlich gut gelingt, die musikalischen Fäden zusammenzuführen, muss man für „Setting Fire To The Sky“ keine sonderliche Affinität für progressive oder postige Musik mitbringen, aber grundsätzlich eine Akzeptanz für moderne Produktionen und Kompositionen. Dann eröffnen die Großbritannier einen ganzen Kosmos aus spannenden Arrangements, derer man so schnell nicht satt wird.

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25.01.2026

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6 Kommentare zu Urne - Setting Fire To The Sky

  1. Lysolium 68 sagt:

    Geil Geil Geil! Das letzte Album ist immer noch regelmässig im Ohr. So eine geniale Band.

  2. Lake sagt:

    Mit dem Kommentar gehe ich uneingeschränkt mit! Bin gespannt, wird am Freitag dann gleich gehört und ne Wertung folgt dann noch…

  3. ClutchNixon sagt:

    Ein Punkt extra von mir für die mitunter aufblitzenden Helmet Vibes. Der Titeltrack ist unfassbar großes Tennis!

    9/10
  4. Lake sagt:

    @Clutch, du hattest in den Kommentaren zum letzten Urne-Album geschrieben, besser kann man diesen Stil (in Europa) nicht spielen. Damit hast du Recht gehabt und ich muss sagen, nach den ersten paar Durchläufen der neuen Scheibe bestätigt sich das auf ganz hohem Niveau. Etwas mehr Catchyness in Bezug auf diese Urne-eigenen großen Ohrwurmmelodien ust auf Setting fire to the Sky zu finden, dazu kommt diese umwerfende Brachialität. Geiles Album mit von mir klaren 9 Punkten mit Tendenz nach oben. In 3 Wochen live in Wiesbaden anzutesten. Ein absoluter Burner!

    9/10
  5. ClutchNixon sagt:

    @lake

    Viel Spaß beim Konzert!

  6. Lysolium 68 sagt:

    Lake hat es hier schon sehr treffend formuliert und auch ich empfinde das neue Album mit Blick auf die Vorgänger als mindestens ebenbürtig. Kein Bullshit sondern einfach eine klare und nachvollziehbare Weiterentwicklung.

    9/10