



Das britische Trio URNE feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bandbestehen und mit „Setting Fire To The Sky“ vielleicht auch den entscheidenden Durchbruch. Auf den Bühnen dieser Welt präsentieren sich die Londoner jedenfalls regelmäßig und konnten auch in stilistisch schwieriger Kombination mit MANTAR und KVELERTAK überzeugen. Dabei schürft man in den Untiefen aus Post-, Sludge- und einer Prise modernen Thrash-/Groove-Metals deutlich vielschichtiger, was ihnen beim Debüt „Serpent & Spirit“ noch ein wenig zum Verhängnis geworden ist. „A Feast On Sorrow“ war der erhoffte, klare Schritt nach vorne. Die aktuelle Platte justiert die Zahnrädchen im Detail.
Zahnrädchen justiert
„Be Not Dismayed“ erinnert mit seinem prominenten Schlagwerk zunächst an MACHINE HEAD-Kracher wie „Imperium“ oder „Clenching The Fists Of Dissent“, bevor die Einflüsse aufspalten und sich im Kern des Ganzen ein toller URNE-Signaturesound herausbildet. Der liegt irgendwo zwischen djentigen Momenten wie in der Hitsingle „The Spirit, Alive“, die sich bereits nach dem ersten Hören im Ohr festbeißt und Referenzen zu den aktuell beliebten ORBIT CULTURE aufzeigt, sowie ausgeklügelten Stücken, die klar von MASTODON und GOJIRA inspiriert wurden.
Frontmann Joe Nally wechselt dabei von einer emotionalen Gesangsstimme zu gekeiften Passagen, ohne dass „Setting Fire To The Sky“ die wohlige Düsternis des Vorgängers erreicht. Stattdessen hat man die eigenen Stärken und Trademarks, deren Vielfältigkeit erneut unter Beweis gestellt wird, weiter gebündelt und zu Songs mit großer Strahlkraft geformt. Ob der Opener, „The Ancient Horizon“ oder der Titeltrack – URNE arbeiten stets mit einer gewissen Opulenz und Schlagfertigkeit, sodass das Album, trotz etlicher musikalischer Schichten, aus einem Guss wirkt.
Viele Schichten, ein Guss
Das gilt auch am Ende für das vielleicht progressivste Stück „Harken The Waves“, das zusätzlich von Troy Sanders (MASTODON) eingesungen wurde, sowie den eigentlichen Abschluss „Breathe“ – sehnsüchtig, balladesk und mit Cellistin Jo Quail, die auch schon auf „Amidst The Ruins“ von SAOR einen Gastpart übernommen hatte.
Da es URNE erstaunlich gut gelingt, die musikalischen Fäden zusammenzuführen, muss man für „Setting Fire To The Sky“ keine sonderliche Affinität für progressive oder postige Musik mitbringen, aber grundsätzlich eine Akzeptanz für moderne Produktionen und Kompositionen. Dann eröffnen die Großbritannier einen ganzen Kosmos aus spannenden Arrangements, derer man so schnell nicht satt wird.

Urne - Setting Fire to the Sky
Patrick Olbrich































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