Black Listed Friday
Die 6+6+6 der Woche
Special
1986 anyone? Am „Black Listed Friday“ Nr. 40 schauen wir 40 Jahre zurück. Die „6+6+6 der Woche“ extrahieren abseits der Hand Gottes und Tschernobyls das Wichtige aus dem zentralen Metal-Jahr 1986. Spoiler: Auch damals war musikalisch nicht alles perfekt. Aber das meiste.
Die 6 heftigen Demos von 1986
1. NUCLEAR DEATH – „Wake Me When I’m Dead“: Dass NUCLEAR DEATH nicht die Albträume aller Freundinnen und Freunde der abseitigen Kunst bevölkern, ist absurd.
2. SARCOFAGO – „The Black Vomit“ (Zentrale Zeile im Titeltrack: „I was born by semen of Satan.“ Und wirklich: SARCOFAGO waren bekanntlich das Scharnier von Wagner Antichrist zwischen SEPULTURA und Wirtschaftsprofessur.)
3. XECUTIONER – „Demo“: 1986 ist Donald Tardy 16. Andere spielen da mit Playmobil und dem Gedanken, die Schwimmflügel wegzulassen. Er verkloppt „Find The Arise“.
4. REPULSION – „Slaughter Of The Innocent“: „Horrified“ in weniger glatt und poliert.
5. MORBID ANGEL – „Scream Forth Blasphemies“: Ein (sehr laut) sprechender Titel for extreme people.
6. Brokdorf/Hamburger Kessel.
Die 6 heftigen Alben von 1986
1. TESLA – „Mechanical Resonance“: „Modern Day Cowboy“ und „Gettin‘ Better“!
2. BON JOVI – „Slippery When Wet“: „You Give Love A Bad Name“ und „Livin‘ On A Prayer“!
3. EUROPE – „The Final Countdown“: „The Final Countdown“ und „Rock The Night“!
4. VAN HALEN – „5150“: „Why Can’t This Be Love“ und „Dreams“!
5. CINDERELLA – „Night Songs“: „Nobody’s Fool“ und „Shake Me“!
6. QUEEN – „Princes Of The Universe“ und „Gimme The Prize“!
Die 6 heftigen Frechheiten von 1986
1. Das Cover von FATES WARNINGs „Awaken The Guardian“: Am klassischen Airbrush-Design ist nichts verkehrt. Wenn sich Gandalf jedoch anschickt, Mittelerde in Richtung eines strahlenden Andromeda-Schließmuskels zu verlassen, enthusiastisch skizziert mit den Mitteln eines 11-Jährigen, dann … dann ist das verdammt noch mal kein cooler Cyberpunk-Delphin aus Miami Vice!
2. Der Gesang auf FATES WARNINGs „Awaken The Guardian“: John Arch fehlen der Wahnsinn von John Cyriis, die Schärfe von KING DIAMOND, die Power von Rob Halford und damit die Argumente. Isso.
3. Die Lyrics auf FATES WARNINGs „Awaken The Guardian“: Wenn man schon die Tür, sorry, das Portal zum Fantasy-Weltraum-Larpismus aufreißt, dann muss es auch um magische Schwerter gehen und Twilight-Zones und die Venus oder so. Ausschließlich. Aber nicht um die Hair-Metal-Szene der 80er und damit das Real Life wie in „Valley Of The Dolls“. Wegträumen an dieser Stelle? Impossible.
4. Die Musik auf FATES WARNINGs „Awaken The Guardian“: Was. Ist. Verkehrt. An. Rock. And. Roll?!? Was?
5. Die Spielzeit von FATES WARNINGs „Awaken The Guardian“: 47:57. Take forever.
6. Der Status von FATES WARNINGs „Awaken The Guardian“: „Geheult habe ich beim „Keep It True! Geheult!“ (allgemeiner Tenor), „Platten gibt’s, die sind so geil, die gibt’s gar nicht.“ (Boris Kaiser in: „Best Of Rock And Metal – die 500 stärksten Scheiben aller Zeiten“, Königswinter 2005, „Klassiker. 10/10“ (metal.de).
