
Fantasy Filmfets Nights 2026
Drei Filme in drei Tagen
Special
17.04.2026: „mārama“

Darum geht’s: Die junge Māori Mary (Ariāna Osborne) bekommt einen mysteriösen Brief aus England. Sie tritt die weite Reise aus Neuseeland an, um, in England angekommen, hoffentlich etwas über ihre Familie zu lernen, von der sie als Kind getrennt wurde. Als sie in einem düsteren Anwesen eine Anstellung findet, überkommen sie immer wieder blutige Visionen, die sie von ihrer Suche ablenken – oder steckt doch mehr dahinter?
Gothic Horror meets Māori
Im Savoy in Hamburg läuft mārama eigentlich erst am Samstag, den 18. April, aber wir machen es uns mit Streaminglink und zugezogenen Vorhängen auf der Couch bequem. Bei den Fantasy Filmfest Nights 2026 wird der Film in englischer Originalsprache mit Stellen auf Māori jeweils mit Untertitel gezeigt. Wie es von einem Gothic-Horror zu erwarten ist, ist mārama von der ersten Sekunde an düster und bedrückend, wirkt durch die modernen Texturen des Anwesens und der Kostüme aber gleichzeitig wie ein Fiebertraum. Düster ist nicht nur die Optik, sondern auch die Stimmung, die sich viel Zeit dabei lässt, sich langsam aufzubauen und zu intesivieren.
Der eigentliche Horror von mārama findet sich allerdings nicht unbedingt in der Handlung, sondern in den Anspielungen und Reflexionen über die Kolonialgeschichte Englands und der Faszination des Hausherrn mit der Māori-Sprache und -Kultur. Diese stehen im Film durchgehend im Vordergrund und bringen eine neue, spannende Perspektive zum oft etwas generischen Genre des Gothic Horrors ohne die Kernelemente des Genres zu verändern oder die Grenzen zu überschreiten.
Obwohl es immer wieder kurze Emotionsausbrüche von unterschiedlichen Charakteren gibt, bleibt mārama die gesamte Spieldauer über sehr langsam und ruhig. Außerdem ist der ganze Film farblich sehr dunkel und wirkt auf einer Kinoleinwand sicher deutlich stimmungs- und eindrucksvoller als zu Hause. Auch das große Finale des Films bringt nicht den erhofften Pay-off und die Entladung der über den Film hinweg angestauten Emotionen, sondern bleibt direkt, einseitig und ultimativ antiklimaktisch. Die Stärke von mārama liegt klar in einer fürs Genre neuen und relevanten Perspektive, Spannung, Atmosphäre und Umsetzung stehen dabei eher hintenan.
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Louisa Esch



























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