Tulus
Groove war für TULUS schon immer wichtig.

Interview

TULUS präsentieren sich mit dem neuen Album „Morbid Desires“ linientreu, überraschen aber auch mit Querverweisen in die eigene Vergangenheit. Wir sprachen darüber im Interview mit Schlagzeuger Thomas „Sarke“ Berglie.

Cover Artwork von TULUS – „Morbid Desires“

„Morbid Desires“ ist der Titel eures neuen Albums mit TULUS. Was sind die „Morbid Desires“, was bedeutet der Albumtitel und in welchem Zusammenhang steht er mit den Texten? Ist es ein Konzeptalbum?

Es ist kein Konzeptalbum. Der Titel stammt aus der Geschichte des Sammlers. Eine Person, die TULUS seit den Anfängen begleitet. Er hat uns über mehrere Alben hinweg begleitet. Ein düsterer Mensch, der morbide Dinge sammelt.

Wie wichtig sind die Texte für eure Kunst?

Sie sind wichtig. Die Texte sind ein wesentlicher Bestandteil von TULUS. Sie prägen die Identität der Band. Sie inspirieren die Musik.

Das Cover-Artwork stammt von Kjetil Nystuen – welche Idee steckt dahinter und wie ist der Zusammenhang zum Titel/zu den Texten?

Es ist eines der Dinge, die der Sammler in seiner Sammlung hat.

Wie inspirieren die Texte die Musik oder umgekehrt?

Die Texte inspirieren uns dazu, düstere Musik zu schaffen, die eine Bedeutung hat und dem Hörer auch etwas bietet.

Mit „Salme 2“ habt ihr eine Fortsetzung von „Salme“ – wie ist diese Idee entstanden? Worum geht es in diesem Song?

„Salme“ ist ein Abschiedspsalmen für den Sammler, eine morbide und geheimnisvolle Gestalt des Waldes. „Salme II“ ist ein Echo seines Lebens in Form neuer Aktivitäten in seiner dunklen Höhle. Fackeln werden gelöscht und wieder entzündet.

„Skabb“ erinnert ein wenig an „Kviteheim“. Siehst du da auch Ähnlichkeiten?

In gewisser Weise kann ich das nachvollziehen. Aber daran habe ich nicht gedacht, als ich „Skabb“ gemacht habe.

Bei „Salme 2“ denken wir natürlich an „Evil 1999“ – war es geplant, diesen Retro-Charakter einzubauen? Was sind die Gemeinsamkeiten, was sind die Unterschiede zwischen „Evil 1999“ und dem neuen Album?

Es ist kein Plan, einen Retro-Sound zu haben. Aber wir möchten unsere Musik im gleichen Stil wie zuvor halten. Wir denken nicht daran, einen zeitgemäßen Sound zu haben. Wir machen die Dinge jetzt genauso wie zuvor. Ich bin mir nicht sicher, was die Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zwischen diesen beiden Alben angeht. Beide sind TULUS-Alben.

Es gibt einige neue Elemente wie die Mundharmonika. Wie kam diese Idee zustande und wie wichtig ist es euch, neue Elemente in euren Sound einzubringen?

Wir haben auf diesem Album Mundharmonika verwendet, weil sie zu den Songs passt. BLACK SABBATH hat sie, also eine gute Gelegenheit für uns, sie ebenfalls zu nutzen. Sie wird vom Bassisten gespielt. Wir experimentieren gerne mit verschiedenen Dingen. Damit es interessant bleibt und es auch Überraschungen in unserer Musik gibt.

Wie haben sich die Songs im Laufe der Zeit verändert und weiterentwickelt?

Ich nehme an, du meinst die Songs auf diesem Album und nicht das Songwriting von unserem ersten Album bis heute. Es beginnt mit Ideen und Riffs. Dann haben wir das Grundgerüst eines Songs. Wir proben ihn und finden heraus, was funktioniert und was nicht. Wir nehmen sogar Riffs weg oder fügen neue hinzu. Wenn alles für uns alle passt, ist der Song fertig.

„Sabbat“ scheint eine Hommage an BLACK SABBATH, richtig? Welchen Einfluss hatten sie auf euch?

Ja, als in den letzten Jahren all das rund um BLACK SABBATH und Ozzy passierte, hatten wir das Gefühl, dass wir das machen wollten. Wir haben ein paar Riffs geschrieben, die stark von BLACK SABBATH inspiriert waren, und einen Tribut-Song komponiert. Sie haben uns natürlich von Anfang an inspiriert. BLACK SABBATH sind einfach großartig.

Meiner Meinung nach waren TULUS eine der ersten Black‘n’Roll-Bands, lange bevor SATYRICON Anfang bis Mitte der 2000er Jahre diesen Weg einschlugen. Würdest du sagen, dass das eine zutreffende Aussage ist?

Da stimme ich zu. Wir haben uns schon seit unserem Debütalbum 1996 darauf konzentriert. Wir hatten ein Hardcore-, Punk- und Rock-Feeling in unserer Black-Metal-Musik. Als wir damals mit Black Metal angefangen haben, kam ein Teil unserer Inspiration von Bands, die keine Black-Metal-Bands waren. Groove war für TULUS schon immer wichtig.

Wo siehst du selbst die größten Unterschiede zwischen TULUS und KHOLD?

TULUS ist eine progressivere Band, vielfältiger. KHOLD ist eine härtere Black-Metal-Band. Einfach ausgedrückt ist der Unterschied, dass KHOLD ein riesiger, schwerer schwarzer Zug ist, der durch den Wald rast, während TULUS ein Mountainbike ist, das versucht, den besten Weg durch den Wald zu finden, ohne die Äste zu zerbrechen.

Was bedeutet TULUS oder ist es nur ein Name?

Es ist einfach ein Name, den wir uns ausgedacht haben.

Was habt ihr in nächster Zeit mit TULUS und KHOLD vor?

Beide Bands haben einige Konzerte vor sich, und ich schätze, in ferner Zukunft kommt ein neues Album.

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören dir!

Zunächst einmal vielen Dank für das Interview. Wenn sich die Leute fragen: Warum spielen sie nicht öfter live? Dann lautet meine Antwort: Das liegt nicht an uns. Wir wollen zu euch kommen und spielen, aber jemand muss uns buchen.

27.03.2026

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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