Tulus - Old Old Death

Review

Soundcheck März 2020# 14

Auf unseren Seiten wurde TULUS schon mal als eine der „generell unterbewertetsten Black-Metal-Bands“ bezeichnet, was bei näherer Betrachtung allerdings nicht sonderlich verwundert: Die Band aus Oslo ist eigentümlich, ja ziemlich kauzig und somit kaum massenkompatibel. Mit dem Strom des Schminke-Black-Metal schwimmt und schwamm das Trio mit seiner vertonten dunklen Folklore definitiv nicht. Musikalisch ist aber auch das neue Album „Old Old Death“ wieder einmal recht schmissig geworden.

TULUS sind eigentümlich, kauzig und kaum massenkompatibel

Es regiert im Grunde Black Metal, der aber statt auf Blastbeats eher auf Doublebass-Drums, statt auf Höchstgeschwindigkeit eher auf treibende Rockrhythmen setzt. Dabei sind die Riffs an sich sogar recht norwegisch: „Flukt“ klingt zunächst wie aus einem neueren MAYHEM-Song entsprungen, und wer sich alte DARKTHRONE in einer rockigeren Version vorstellen kann, sollte den Opener „Hel“ einmal in dieser Hinsicht betrachten. Natürlich wird auf „Old Old Death“ immer wieder ordentlich geschrammelt, aber die zehn Stücke setzen halt nicht auf Extreme, sondern eher auf Atmosphäre, wie in „I hinmannens hånd“, das sogar mit sanften, gezupften Akustikgitarrenklängen beginnt. Und dass den Stücken eine ordentliche Portion Groove innewohnt, bei dem man unweigerlich mitwippen muss, braucht eigentlich nicht noch einmal betont zu werden.

„Old Old Death“ ist ein passables Album

Das Album funktioniert in dieser Hinsicht immer wieder gut, und die zehn Stücke bieten auch genügend Details, so dass die mit einer guten halben Stunde nicht üppig bemessene Spielzeit recht schnell vergeht. Einzige Einschränkung: TULUS hat man in der Vergangenheit bereits noch schmissiger und noch zwingender erlebt. „Old Old Death“ ist also für sich gesehen ein funktionierendes Stück Musik und passables Album. Wer die Band aber in Höchstform erleben möchte, sollte eher zu „Pure Black Energy“ oder „Evil 1999“ greifen.

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16.03.2020

- Dreaming in Red -

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37 Kommentare zu Tulus - Old Old Death

  1. Watutinki sagt:

    Produktionstechnisch sehr geil, auch die gutturalen Vocals klingen kehlig genial, nur insgesamt ist es mir etwas zu brav, da bin ich doch eher bei den punkigen Darkthrone Attütiden oder einigen Isengard Arschtretern. Es bleibt dabei, mit Tulus werde ich nicht richtig warm. Wenn old old, dann doch eher Trelldom, die für mich die unterbewerteste Band schlechthin sind.

    6/10
  2. Steppenwolf sagt:

    Jaja blabla… entweder zu brav, zu steril, zu glattpoliert, zu sehr in watte gepackt undsoweiterundsofort.
    Ich find die Scheibe wirklich gut, wenn man bedenkt das wir uns nicht mehr im Jahr 1996 befinden. Das Wort Zeitgemäß passt hier denk ich wirklich gut. Die Lieder könnten aber dann doch etwas länger sein für meinen Geschmack. Gefällt mir übrigens besser als die neue Kvelertak. Dementsprechend eine gute acht bzw 8,5.

    8/10
  3. Cynot sagt:

    Ich kann das Wort Produktion bald nicht mehr hören.

    1. nili68 sagt:

      Das Wort spielte vor Metal.de gar keine Rolle für mich. Entweder ’ne Platte war gut oder scheisse, fertig… 😀

      1. Watutinki sagt:

        Ach kommt, Du weißt doch selbst, dass ein Großteil der Faszination der 2nd Black Metal Welle gerade auch von der Produktion ausgegangen ist. Das ist wie einen alten Film von einer Rolle in schwarz/weiss zu schauen, das hat doch ein ganz anderes Feeling als in 4K Ultra HD.

      2. Steppenwolf sagt:

        Klar! Die Bildqualität ist trotzdem 100.000 mal geiler 😂

      3. Watutinki sagt:

        Wusste nicht, dass es bei einem Film in erster Linie auf die Bildqualität ankommt.

      4. nili68 sagt:

        Ich hab‘ mir vor Foren echt keinen Kopp darum gemacht. Ich mag Beides, räudige und fette Produktion, auch im Black Metal. Kommt im Einzelfall darauf an..

      5. Steppenwolf sagt:

        Kommt auf den Film an. Aber das Argument kannst du wohl kaum vom Tisch wischen….

      6. Steppenwolf sagt:

        …in vielen Produktionen (movies) ist ein gutes Bild eine Essenzielle angelegenheit.

    2. Watutinki sagt:

      Ja, bei Marvel und Pornos.

      1. Cynot sagt:

        Und was ist mit Naturdokus? „Russland von Oben“ sieht in 4k schon bisschen geiler aus als in VHS Optik. 😀

        Generell Filme in denen viel Landschaft/Kulisse gezeigt wird, profitieren von einer hohen Auflösung. Bsp. Herr der Ringe. Wenn es natürlich nur ein Kammerspiel ist, ist die Bildqualität nicht das allerwichtigste.

      2. Watutinki sagt:

        Was verstehst Du unter geiler? Beim Black Metal geht es nicht um geiler, vielmehr darum authentisch, mystisch, finster etc. rüberzukommen. Das hat mit 4K erst Mal wenig zu tun.

      3. nili68 sagt:

        Ich glaube, der Unterschied zu dir (Watutinki) und einigen/vielen anderen ist einfach: Black Metal, Musik, Entertainment allgemein, ist in erster Linie Unterhaltung und keine Ersatzreligion. Das bedeutet nicht, dass man keine Wertschätzung dafür hat oder es einen auf persönlicher Ebene anspricht, aber es nimmt keine religiösen oder ideologischen Dimensionen an. Es ist einfach nicht SO wichtig..

      4. Steppenwolf sagt:

        Ein American Football- oder Fußballspiel schauch ich auch lieber in HD. Ganz zu schwiegen von vielen Serien auf Netflix oder sonst wo… 😀

      5. BlindeGardine sagt:

        Diese Faszination bzw. die Romantisierung vieler (nicht aller) Sachen der zweiten Welle kann ich leider auch nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht muss man dabei gewesen sein als das ganze noch neu, rebellisch und ja, auch irgendwie unterentwickelt war, also einen gewissen Punk-Charakter hatte. Tendenziell sind sich die frühe Black-Metal-Szene und die frühe Punk-Szene abseits der politischen Einstellung ja auch irgdendwie ganz ähnlich. Naja gut, und die BMler waren halt irgendwie „rebels without a cause“, weil eigentlich skandinavische Wohlstandskinder.

        Wie auch immer, viele der alten „Klassiker“ auf die Watutinki Attribute wie „authentisch, mystisch, finster“ bezieht, kommen so einfach nicht bei mir an. Die alten Darkthrone-Sachen oder die „Nattens Madrigal“ von Ulver z.B. tun mir mit ihrem „Kettenraucher-schreit-zu-Elektrorasierer-und-kloppt-dabei-auf-einen-nassen-Pappkarton“-Sound einfach in den Ohren weg. Das wirkt auf mich weder finster noch mystisch, sondern einfach nervtötend. Und ja, ich weiß dass das für viele dazu gehört, meins ist es aber nicht.

        Zur Tulus: Gefällt mir von ersten Höreindruck eigentlich ganz gut, irgendwie schön rockig, könnte aber auf Dauer etwas eintönig sein.

      6. Watutinki sagt:

        „Diese Faszination bzw. die Romantisierung vieler (nicht aller) Sachen der zweiten Welle kann ich leider auch nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht muss man dabei gewesen sein als das ganze noch neu, rebellisch und ja, auch irgendwie unterentwickelt war, “

        Ich will nicht arrogant klingen, aber vielleicht ist das auch einfach nicht dein Ding?

      7. BlindeGardine sagt:

        Mit dem „nicht arrogant klingen wollen“ gibst du dir jedenfalls nicht unbedingt glaubhaft Mühe. Man könnte deine Frage aber auch auf fast jedes Album münzen, welches du hier kritisierts, oftmals wegen einer zu modernen Herangehensweise oder wegen eines bestimmten Labels. Vielleicht ist das einfach nicht dein Ding?

        Und nein, genannte Alben sind ganz klar nicht mein Ding und entsprechen schlichtweg nicht meiner Vorstellung von dunkel und mystisch oder der oft beschworenen „klirrenden Kälte“. Es gibt aber durchaus Sachen aus der zweiten Welle die mir gefallen. Die „De Mysteriis…“ von Mayhem find ich z.B. großartig und auch mit alten Emperor und Satyricon kann ich was anfangen. Diesem absoluten Kellersound ohne jegliche Definition kann ich aber definitiv nichts abgewinnen.

        Aber ich halte es da wohl auch wie nili und viele andere, Musik ist für mich zwar eine meiner größten Leidenschaften, aber sicherlich keine Religion oder Ideologie. Ich kann mich problemlos an oldschooligen Sachen erfreuen, grade im Bereich des klassichen Heavy Metal und Death Metal. Ich halte aber auch nichts von fanatischem Festhalten an (selbstauferlegten) Reinheitsgeboten und Genregrenzen, auf die die damaligen Protagonisten der jeweiligen Szene selbst schon lange pfeifen. Musik entwickelt sich nunmal und es gibt eben auch zahlreiche spannende moderne Sachen, die ich nicht missen wollte nur weil das nicht mehr „wie früher“ klingt.

        Nicht falsch verstehen, jeder der Filme nur in schwarzweiß und/oder VHS-Qualität sehen will, Vinyl für den einzig waren Tonträger hält oder Black Metal nur in seiner ursprünglichen Reinform hören will, der kann das meinetwegen gerne tun. Es geht mir allerdings unglaublich auf den Zeiger, wenn so jemand dann missionarisch überall verkündet, dass das so und so zu sein hat und das das ja alles damals viel besser war und überhautpt. Oder das klassische „du hast das einfach nicht verstanden“.

      8. Watutinki sagt:

        „Mit dem „nicht arrogant klingen wollen“ gibst du dir jedenfalls nicht unbedingt glaubhaft Mühe.“

        Du kannst mir hoffentlich zugestehen, dass man es mir hier aber auch nicht unbedingt so einfach macht. Vielleicht bin ich auch teils selbst daran schuld, mag sein.

        „Man könnte deine Frage aber auch auf fast jedes Album münzen, welches du hier kritisierts, oftmals wegen einer zu modernen Herangehensweise oder wegen eines bestimmten Labels. Vielleicht ist das einfach nicht dein Ding?“

        Da gibt es eine ganze Menge Alben, Genres etc., wo ich niemals meinen Senf dazugeben würde, weil ich davon keine Ahnung habe. Das Problem aktuell ist ja, dass NB nun versucht in Bereiche vorzudringen, die Sie bisher ausgelassen haben und wo ich mich sehr Zuhause fühle. Das was Sie aktuell vorhaben ist mehr als offensichtlich und Sie werden erfolgreich darin sein, denn wer Opeth und MDB auf seinem Label vereinen kann, der hat die Türe weit aufgestoßen. Und hier würde ich nicht sagen, dass das nicht mein Ding ist. Wenn die bei Ihren Leisten bleiben, habe ich kein Problem damit, tun sie aber nicht (mehr).

        „Aber ich halte es da wohl auch wie nili und viele andere, Musik ist für mich zwar eine meiner größten Leidenschaften, aber sicherlich keine Religion oder Ideologie. Ich kann mich problemlos an oldschooligen Sachen erfreuen, grade im Bereich des klassichen Heavy Metal und Death Metal. Ich halte aber auch nichts von fanatischem Festhalten an (selbstauferlegten) Reinheitsgeboten und Genregrenzen, auf die die damaligen Protagonisten der jeweiligen Szene selbst schon lange pfeifen. Musik entwickelt sich nunmal und es gibt eben auch zahlreiche spannende moderne Sachen, die ich nicht missen wollte nur weil das nicht mehr „wie früher“ klingt.“

        Würde ich dir zu stimmen, wenn es eine normale, Kunst getrieben Entwicklng gibt. Ist diese aber Kommerz getrieben, hilft es sich vor Augen zu halten, was die Ursprünge sind, was diese Musik einst ausgemacht hat, um nicht den Faden zu verlieren.

        „Nicht falsch verstehen, jeder der Filme nur in schwarzweiß und/oder VHS-Qualität sehen will, Vinyl für den einzig waren Tonträger hält oder Black Metal nur in seiner ursprünglichen Reinform hören will, der kann das meinetwegen gerne tun.“

        Bitte auch nicht falsch verstehen, ich schätze derartige Film und weiß sie richtig einzuordnen. Das bedeutet nicht, dass ich diese Filme großartig schaue und mich neuen Filmen verschließen. Für mich ist es wichtig zu wissen, was diese Filme ausmacht und das bei neuen Filmen zu berücksichtigen. 4K macht einen Film i.d.R. halt nicht besser, dazu gehören andere Dinge und hier hilft es, sich dessen bewusst zu sein, was die alten Filme ausgemacht hat, woher ihre Faszination kam und kommt. Nur wer die Wurzeln ehr und versteht, kann sie sinnvoll weiterentwickeln, meiner Meinung nach.

        „Es geht mir allerdings unglaublich auf den Zeiger, wenn so jemand dann missionarisch überall verkündet, dass das so und so zu sein hat und das das ja alles damals viel besser war und überhautpt. Oder das klassische „du hast das einfach nicht verstanden“.“

        Ja Du hast recht, das mag oftmals so klingen. Aber ich schreibe das nicht einfach und Punkt, sondern ich versuche es auch zu begründen und darüber zu reden. Wenn „alle“ aber auf dich „einschlagen“, um es Mal übertrieben zu sagen, muss man sich halt auch ein dickeres Fell aneignen. Ich bitte dich das auch zu berücksichtigen. Wenn mich jemand ernst nimmt und mit meinen Aussagen auch entsprechend umgeht, nimm ich ihn auch ernst.

  4. Watutinki sagt:

    Îch glaube ihr jammert mittlerweile bei allem was ich schreibe, wirklich ernst nehmen kann ich euch ebenfalls nicht.

  5. der holgi sagt:

    Erster Höreindruck: sehr geil.
    Geiler Bass, gezielte gesetzte Gitarrenläufe, Drums drücken und rocken wie Sau. Ich finde es grossartig, fürs Erste….

  6. Steppenwolf sagt:

    Wie gesagt Black Metal ist nicht gleich Black Metal, genauso wie es Entertainment von schwarz/weißen Stummfilm bis Highend Produktion für mrd von Dollar gibt. Bevor du dich auf letzteres einschießt, will ich auf die Lücke dieser beiden extremen hinweisen (wo auch der Faktor Zeit eine unglaublich wichtigere Rolle spielt). Dahingehend kann man das mit der Musik denk ich ganz gut vergleichen… es gibt eben nicht nur schwarz und weiß, das checkst du halt nicht.

    1. Nether sagt:

      „wo auch der Faktor Zeit eine unglaublich wichtigere Rolle spielt“
      Ja, das trifft es ganz gut. Weder möchte ich eine Platte von Mgla, die wie „Under a Funeral Moon“ klingt, noch möchte ich eine Neueinspielung von „A Blaze in the Northern Sky“, die wie die letzten Marduk klingt.
      Zugegeben, mir gehen teilweise abhängig vom Genre diese modernen Produktionen, bei denen alles in einem digitalen Pappmatsch untergeht, auch gegen den Strich. Die Bands sollen einfach den Sound so gestalten, dass er zu ihrer Vorstellung von ihrer Musik passt.
      Auf nostalgische und romantische Verklärung einzelner Fans würde ich sch….
      Der erste Höreindruck der neuen Tulus ist recht positiv und ich finde sich auch nicht „brav“ sondern eher recht „beschwingt rockig“.

      1. Watutinki sagt:

        Klingt eigentlich alles ganz vernünftig, was Du schreibst.

  7. Watutinki sagt:

    „Ich glaube, der Unterschied zu dir (Watutinki) und einigen/vielen anderen ist einfach: Black Metal, Musik, Entertainment allgemein, ist in erster Linie Unterhaltung und keine Ersatzreligion. Das bedeutet nicht, dass man keine Wertschätzung dafür hat oder es einen auf persönlicher Ebene anspricht, aber es nimmt keine religiösen oder ideologischen Dimensionen an. Es ist einfach nicht SO wichtig.“

    Weiß nicht ob ich Dir zustimmen kann, dazu müsste ich wissen was Du genau unter „religiösen oder ideologischen Dimensionen“ meinst.
    Ich habe ein ästhetisches Grundbedürfnis, welches von dieser Musik, oder sagen wir dieser Kunst in großen Teilen ausgefüllt wird. Beispiel: Wenn ich durch den Wald laufe (oder radel) trete ich sofort in eine andere Welt ein, in der ich mich über alle Maßen wohl fühle und auch frei. Dieses Empfinden habe ich in der Großstadt bspw. nicht. Der Wald, die Natur ist also ein Grundbedürfnis, man kann gar nicht so richtig erklären wieso, vielleicht weil es unser Ursprung ist. Der Wald kann das aber nur erfüllen, wenn er authentisch ist, wenn er eben ein echter Wald ist. Und ähnlich ist es für mich auch mit der Musik.
    Das einfach zur Wertigkeit der Musik auf mich und das nicht nur auf BM bezogen, dort findet man das Gefühl jedoch ungefiltert wieder, weshalb der old school-BM auch so eine Faszination ausübt, meiner Meinung nach.

    Und natürlich will ich das genau so bewahren, weshalb ich mich immens dagegen streube, den Wald kommerziell ausschlachten zu lassen. Passiert das, werde ich dort irgendwan nicht mehr das gleiche Empfinden vernehmen, es wird einfach leer sein und wahrscheinlich sehr frustrierend.

    Hat das jetzt etwas mit Religion zu tun? Vielleicht ja, aber anders als von dir wahrscheinlich gemeint.
    Natürlich gibt es auch einen Entertainment Part für mich, einen sehr Großen sogar. Dazu eignet sich der Wald schließlich auch, aber nicht in dem man ihn in einen Sportpark umwandelt.

    Als Mountainbiker muss ich mich auch gegen Förster, Waldbesitzer etc. zur Wehr setzen, die mich im Wald nicht haben wollen. Die sind da genau so vehement hinterher, wie ich es hier bei der Musik bin. Und ich bin der Letzte, der die Beweggründe dieser Personen nicht versteht, ganz im Gegenteil sogar. Eine Lösung habe ich dafür aber nicht, Rücksicht ist wohl das Wichtigste Gebot.

    1. Cynot sagt:

      Es gibt doch in Deutschland sogut wie keine echten bzw. unberührten (Ur-)Wälder mehr. Allein wenn sich dort Waldbesitzer und Mountainbiker (oder andere Touristen) aufhalten, ist es ein kommerziell genutzter Wald und hat eigentlich nur noch wenig mit “ echter“ Natur zutun. Am ehesten hat noch der Förster dort was zu suchen.

      1. Watutinki sagt:

        Kann ich dir jetzt leider nicht widersprechen. Es reicht wohl immer noch, um diesbzgl. meine „einfachen Bedürfnisse“ einigermaßen zu befriedigen, vielleicht weil ich es auch nicht wirklich großartig anders kenne. Jemand der ein Leben lang in der Wildnis von Kanada oder im Amazonas Gebiet gelebt hat, wird wahrscheinlich nicht so glücklich damit werden, wie ich.

    2. BlindeGardine sagt:

      @Watutinki
      Aber dann geh doch einfach (auf die Musik bezogen) in einen Wald der dir gefällt, und pinkel nicht ständig aus Trotz in Wälder, in denen du eh nicht radeln gehen willst.
      Will sagen: es gibt doch genug Bands, die den traditionellen Stil noch pflegen und an denen du dich erfreuen kannst. Die sind halt tiefster Underground, wollen das aber auch sein und ich glaub das möchtest du ja auch, wenn ich deine Mainstream-Kritik richtig deute. Man kann halt Underground sein ODER breite Aufmerksamkeit genießen, beides geht eher schlecht. Genauso wenig kann man sich unbequeme Meinungen auf die Fahne schreiben und dann wollen, dass einem alle zustimmen und sich über das Echo beschweren.
      Andererseits verlierst du doch auch nichts dadurch, dass sich aus diesem Ursprungsgenre heraus modernere Spielarten entwickelt haben, die sich zum Teil sicherlich auch etwas mehr an den Mainstream richten und hier und da etwas kommerzieller ausgerichtet sind. Es gibt genug Leute die diese Sachen genauso genießen wie du deinen Oldschool-BM und deine Radtouren durch den Wald, verloren hast du dadurch nichts. Einen in der Zeit quasi stillgestandenen Teil der Szene für Leute wie dich gibt es schließlich.
      Wie schon gesagt, Musik entwickelt sich und trägt dabei die unterschiedlichsten Blüten, die alle irgendwie eine Daseinsberechtigung haben solang es jemand hören will. Deinen Black Metal gäb es auch nicht wenn man bei Deep Purple und Led Zeppelin gesagt hätte: „Ok, das ist hart genug, so kann das bleiben, mehr brauchen wir nicht und jede Weiterentwicklung grenzt an Blasphemie.“

      1. Watutinki sagt:

        „Aber dann geh doch einfach (auf die Musik bezogen) in einen Wald der dir gefällt, und pinkel nicht ständig aus Trotz in Wälder, in denen du eh nicht radeln gehen willst.“

        Ersteres tue ich, allerdings muss ich doch des Öfteren umziehen. Den Amazonas haben sie bereits vermarktwirtschaftet und es ist schwer genug, auf diesen zu verzichten.
        Ich beziehe mich zudem nicht nur auf den BM, Bands wie MDB und Opeth höre ich seit Anbeginn ihrer Zeit. Es ist schon frustrierend zu sehen, dass diese nun auch in diese Wirtschaftsstraßen einbiegen oder aber zumindest der Gefahr mehr als deutlich ausgesetzt sind.
        Man kann hier nicht die klare Trennlinie ziehen, wie von dir vorgeschlagen.

        „Will sagen: es gibt doch genug Bands, die den traditionellen Stil noch pflegen und an denen du dich erfreuen kannst. Die sind halt tiefster Underground, wollen das aber auch sein und ich glaub das möchtest du ja auch, wenn ich deine Mainstream-Kritik richtig deute.“

        Eigentlicht würde ich dem nicht zustimmen. Auch größere, bekanntere Bands können intensive Musik machen. Bands wie Opeth, MDB sind große, bekannte Bands. Ich hege nicht das Ansinnen, mich nur in der „echten Underground Szene“ bewegen zu müssen. Ich würde auch niemals behaupten, dass nur dort intensive, ehrliche Musik fabriziert wird.

        „Man kann halt Underground sein ODER breite Aufmerksamkeit genießen, beides geht eher schlecht.“

        Sehe ich nicht so, außer man meint mit breite Aufmerksamkeit halt richtig breitgefächert Fans erreichen zu wollen, die mit der Musik ggf. nichts so richtig anfangen konnten. Um die zu erreichen muss man sich dann meist verbiegen und hier ziehe zumindest ich die meine Grenze.

        „Genauso wenig kann man sich unbequeme Meinungen auf die Fahne schreiben und dann wollen, dass einem alle zustimmen und sich über das Echo beschweren.“

        Na ja, beschweren ist zu viel gesagt. Klar muss ich damit klarkommen, aber ich trete dann halt auch entsprechend auf, was wiederum auch nicht allen gefällt.

        „Andererseits verlierst du doch auch nichts dadurch, dass sich aus diesem Ursprungsgenre heraus modernere Spielarten entwickelt haben, die sich zum Teil sicherlich auch etwas mehr an den Mainstream richten und hier und da etwas kommerzieller ausgerichtet sind. Es gibt genug Leute die diese Sachen genauso genießen wie du deinen Oldschool-BM und deine Radtouren durch den Wald, verloren hast du dadurch nichts. Einen in der Zeit quasi stillgestandenen Teil der Szene für Leute wie dich gibt es schließlich.“

        So eine stillgestandene Szene sehe ich nicht und ich möchte mich auch nicht nur in dieser bewegen. Underground ist häufig auch eher ein temporärer Zustand. Sobald eine Band musikalisch besser wird, bewegt diese sich häufig quasi schon von alleine aus der Underground Szene heraus. Die Frage ist dann nur, wo die Band sich hinbewegt. Ob sie die hinzugewonnene Qualität und ihre Roots nutzen, um herausragend zu werden, wie bspw. bei WITTR der Fall, oder ob sie das Ziel haben weiter „nach oben“ zu kommen und sich dafür verbiegen.

        „Wie schon gesagt, Musik entwickelt sich und trägt dabei die unterschiedlichsten Blüten, die alle irgendwie eine Daseinsberechtigung haben solang es jemand hören will. Deinen Black Metal gäb es auch nicht wenn man bei Deep Purple und Led Zeppelin gesagt hätte: „Ok, das ist hart genug, so kann das bleiben, mehr brauchen wir nicht und jede Weiterentwicklung grenzt an Blasphemie.“

        Wie ich schon wo anders schrieb, wenn die Entwicklung künstlerisch getrieben ist, wunderbar. Wenn sie kommerziell getrieben ist, würde ich das nicht mehr als Kunst bezeichnen und kann es nicht gut heißen.

    3. nili68 sagt:

      >dazu müsste ich wissen was Du genau unter „religiösen oder ideologischen Dimensionen“ meinst<

      Natürlich ist das nicht buchstäblich gemeint, sondern u.A. deine missionierende Art, es gibt nur eine Wahrheit und so. 😉

      1. Watutinki sagt:

        Ich habe den Eindruck die Meisten wissen relatriv genau was ich meine, wollen sich aber in ihrem Konsum nicht einschränken lassen und verteidigen es mit allen Mitteln.
        Alle wissen, dass wir in diesen Zeiten eigentlich alle Zuhause sitzen sollten und metal.de mit glorreichen Kommentaren zu ehren, trotzdem sitzen sie zusammengepfercht draußen vor der Eisdiele.

        Der Mainstream ist weit verbreitet und bringt häufig mit sich, dass sich diese Menschen kaum Gedanken über die Nebenwirkungen ihres Konsum machen.
        Und ich will mich das nicht außen vor nehmen. Es gibt andere Bereiche wo ich auch dem Mainstream fröhne. Bspw. bestelle ich meine PC’s zusammengebaut im Internet. Für viele PC Fans ein No-Go, die bauen ihren PC aus Einzelteilen selbst zusammen und erreichen damit das beste Ergebnis. Ist auch sicher so, aber da steckt eben nicht meine Leidenschaft und deshalb reicht es mir, wenn der PC einfach funktioniert.

      2. nili68 sagt:

        >trotzdem sitzen sie zusammengepfercht draußen vor der Eisdiele.<

        Also, ich nicht. Ich habe Freunde, aber grundsätzlich meide ich soziale RL-Kontakte. Die meisten sind mir einfach zu blöd. Im Net kann man das besser managen. 99% der Menschheit stellen, mal diplomatisch ausgedrückt, einfach keine Bereicherung dar, sondern eher ein Ärgernis. In echt kann man die aber halt nicht einfach so wegklicken.. jedenfalls nicht ohne gravierende Konsequenzen..

      3. Watutinki sagt:

        Da haben wir ja den Nerd. ;-))

      4. Steppenwolf sagt:

        Weise Worte! Doch 99% sind mir zu viel… ich würde sagen 95% der Menschen auf diesem Planeten sind lediglich schlecht für’s klima, weiter nichts.

      5. nili68 sagt:

        Bei der Weltbevölkerung sind 1% aber immer noch ganz schön viele haha. Naja, hauptsache es bleiben genug übrig, um Spiele zu produzieren und Internet, damit ich meinem Nerddasein frönen kann.. LOL

  8. Steppenwolf sagt:

    Vergess die Pornos nicht…

    1. nili68 sagt:

      Hmm… und selber jagen und Kartoffeln anbauen will man ja auch nicht usw. Bands auch nicht zu vergessen, ’ne Filmindustrie.. ’n paar brauchen wir also wohl schon.. :-/