Angels And Airwaves - I-Empire

Review

Das an die Star-Wars-Filme angelehnte Cover vermag Großes zu versprechen, markiert einen Auftakt zu neuen klanglichen Konzepten und Zielen. Das suggeriert uns auch der Titel „I-Empire“. „If I Had My Own World / I’d Build You An Empire“ lautet eine programmatische Zeile aus dem Song „Secret Crowds“ und ist als solche auf das gesamte Album zu beziehen. Konkret soll hier die Idee eines Imperiums beschrieben werden, das jeder Mensch in sich selbst aufbaut, in etwa wie Musik gewordene Emotionen. Ja, sie bemühen sich, keine pathetische Phrase auszulassen, sie wollen sich ihrer Nische in der Rock-Geschichte gewiss sein. Nur leben sie nicht in ihrer eigenen Welt. Und die Leidtragenden sind letzten Endes die Hörer.

Hinter dem Namen ANGELS AND AIRWAVES verbergen sich Bassist Matt Wachter, ehemals 30 SECONDS TO MARS, Schlagzeuger Atom Willard von THE OFFSPRING und Dave Kennedy von BOX CAR RACER an der Gitarre; das Ruder dieser musikalischen Expedition zu jungfräulichen Ufern übernimmt jedoch BLINK-182s Tom DeLonge. Eine erfahrene Besatzung also. Könnte man zumindest meinen.

Cinematische Strukturen ziehen sich auch durch die schwülstigen Rocknummern, streifen ambientige, sphärische und von PINK FLOYD (!) und frühen GENESIS (!!) geschulte Prog-Universen. Hinzu tritt ein schmachtender Pop-Appeal. Sie versuchen sich am aufgedonnerten Bombast, natürlich dürfen hierbei gereckte Fäuste ebenso wenig fehlen wie ein triumphierendes Glänzen in den Augen. Man höre sich „Call To Arms“, „Sirens“ oder „Love Like Rockets“ an. Oder das mit reichlich epischem Mondglitzer und sonstigem extraterrestrischen Schmonz zugekleisterte „True Love“. Jeder Song, den ihr auch anspielen werdet, trieft nur so vor Kitsch und Herzschmerz, ist völlig überfrachtet, mit Ballast bis oben hin voll gestopft. Die Gefahr, an einer Trommelfell-Diabetes zu erkranken, bleibt akut.

Solltet ihr euch erstmal an dem Klanggerüst vorbeigehangelt haben, wäre dann da noch die prägnante Stimme DeLonges. Wer seine Intonation für den Inbegriff, vielmehr Ausgeburt, des weichgespülten Bubblegum-Poppunks hält, dürfte auch mit ANGELS AND AIRWAVES nichts anfangen zu wissen. Warum nur bleibt uns diese Stimmfärbung auch weiterhin erhalten? DeLonge leidet lauter als erlaubt. Er zieht sämtliche Vokale unnötig in die Länge, um möglicherweise eine Amplifizierung der Theatralik herbeizuführen, doch ist sein Organ dem Monumentalen schlicht nicht gewachsen.

Mit „I-Empire“ werden sie nicht weit kommen, eher rücken die gesteckten Ziele in eine Ferne, die sie mit ihrem prunkigen Gewicht an Bord nie erreichen werden. Mit etwas Glück reicht es für mittlere Charts-Gefilde. Genauso gut könnte die ganze Chose in nicht allzu ferner Zukunft in einem schwarzen Loch verschwinden oder von dunkler Materie durchbohrt werden. Bedauerlich wäre das jedenfalls nicht.

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16.11.2007

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