Bury My Regrets - Embrace | Overcome

Review

BURY MY REGRETS haken mit ihrem ersten Album „Embrace | Overcome“ derartig dreist alle Klischees ab, dass man schon fast von kalkuliertem Vorsatz ausgehen muss. Die berühmte Rede aus dem Film „Der Große Diktator“ im Intro, ein typischer Metalcore-Hardcore-Bandname mit dazugehörigem Albumcover, 30 Minuten Spielzeit und eine Tracklist mit Titeln, die allesamt mit dem „Begriff-Bingo-für-Hardcore-Songs“ entstanden sein könnten. Auch musikalisch orientiert sich der quirlige Fünfer aus Mannheim ganz offensichtlich an THE GHOST INSIDE und STICK TO YOUR GUNS. Selbst den hakeligen Klar-Gesang, mit dem sich auch die ganz Großen immer wieder schwer tun, haben sie übernommen.

Fairerweise muss man aber zugeben, dass sie verdammt gute Musik bieten und ihre Verneigungen vor bekannten Song-Strukturen zumindest gut gelungen und gekonnt vorgetragen werden. BURY MY REGRETS beherrschen das Stop-and-Go im Schlaf, zocken heftige, drückende Riffs und lockern ihren harten Stil immer mal wieder mit melodiösen Abfahrten, ruhigeren Passagen, Interludes oder eben dem eingangs erwähnten klaren Gesang auf. Dieser leistet sich manches Mal leider richtige Patzer („Towards The Sun“, „Illu(Me)Nate“ und „Blinded Children (feat. Mark Chadha)“) und verirrt sich blind im akustischen Nirgendwo, was in diesen Augenblick auch enorm stört und somit leider das Ziel verfehlt. Zum Glück beweist „There’s Still No Place Like Home“, das BURY MY REGRETS auch ganz anders können, denn hier stimmt tatsächlich alles und jeder Part im gesanglichen Dreigestirn – bestehend auf Growls, klarem Gesang und Gangshouts – überzeugt.

Manche Dinge kann man leider nicht nachmachen und glücklicherweise bringen BURY MY REGRETS genau diese Anlagen von Hause aus mit – es ist die Rede von Spielfreude, Team-Work und Energie und die kann man „Embrace | Overcome“ definitiv bescheinigen. Man hört die Mühe richtig heraus, die Liebe zum Detail und merkt deutlich, dass BURY MY REGRETS hier alles andere als einen Schnellschuss gestartet haben, sondern wohlüberlegt vorgehen.

Als Lob erntet sich die Band somit vollkommen verdient schon einige kleine Hit-Momente, an die man sich schon nach einem Durchlauf erinnern kann und die sie eher im zweiten Teil der Platte versteckt haben. „Chaos & Madness“ fegt sicher den Clubboden und bringt die Menge in Bewegung. Letztendlich räumen die Mannheimer somit auch das wichtige Pünktchen in der Kategorie ‚Eingängigkeit‘ ab. BURY MY REGRETS haben gerade für ANNISOKAY eröffnet und selbst wenn „Embrace | Overcome“ vor Zitaten nur so trieft, jegliche Eigenständigkeit vermissen lässt und absolut 0,0 % Innovation beinhaltet, so hätten es doch rein an der Qualität gemessen, genau andersrum laufen müssen. BURY MY REGRETS sind auf einem guten Weg und Fans des Genres können sich „Embrace | Overcome“ getrost in ihre Sammlung stellen. Punktzahl mit deutlicher Tendenz nach oben, soviel darf man von einem Debüt eigentlich nicht erwarten und das sind auf jeden Fall Kerls, die man im Auge behalten sollte.

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01.04.2015

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