Ektomorf
I'm The Heretic Tour 2026

Konzertbericht

Billing: Ektomorf, Asylum Road, Ivory und Memoria Damnata
Konzert vom 04.04.2026 | Kubana, Siegburg

Nachdem EKTOMORF im vergangenen Herbst ihr Album „Heretic“ veröffentlicht haben, bringen sie die Platte im Rahmen der aktuellen „I’m The Heretic Tour 2026“ jetzt auf die Bühnen des Landes. Wir berichten aus dem Kubana Live Club in Siegburg.

MEMORIA DAMNATA – eine geballte Ladung Melodic Death Metal

Wer auf einen seichten Einstieg in den Abend gehofft hat, der irrt. MEMORIA DAMNATA aus Verden legen pünktlich um 19 Uhr ein Melodic-Death-Metal-Brett hin, das sich gewaschen hat.

Der erste von vier Acts lässt es sich nicht nehmen, den ersten Moshpit des Abends zu eröffnen. Angesichts der brachialen Wucht, die aus den Boxen scheppert, ist das wenig verwunderlich. Es ist beachtlich, wie schnell die junge Band Stimmung in den leider noch leeren Kubana Live Club bringt. Nach einer guten halben Stunde, geprägt von beeindruckender Live-Energie und musikalischer Präzision, beendet der Opener seinen starken Auftakt.

Galerie mit 17 Bildern: Memoria Damnata - I'm The Heretic Tour 2026 in Siegburg

ASYLUM ROAD aus Irland knüpfen fast nahtlos an

Nach sportlichen 15 Minuten Umbaupause legt sich donnernde Schwere über die Zuhörerschaft. Wuchtig, brutal und roh bringen ASYLUM ROAD aus Nordirland ihren groovigen Sound direkt nach Siegburg.

Zwischen tiefen Bassklängen und synkopierten Gitarrenriffs beweist das Quartett, dass es auch melodisch sein kann. Das Publikum feiert das ebenso wie die Interaktion, die Sänger Darryn McCartney an den Tag legt. Sein „Sláinte“ erwidern die ersten Reihen mit einem martialischen „Prost“. Auf eine mitreißende und intensive zweite Live-Performance an diesem Abend!

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IVORY bringen Melodie, Melancholie und Breakdowns

Wenn man dem Line-up heute eines nicht vorwerfen kann, dann mangelnde musikalische Abwechslung. Die Newcomer IVORY aus Italien stehen den alten Hasen im Metalcore in nichts nach. Wer kraftvollen Clean-Gesang gepaart mit tiefen, schmutzigen Screams, harten Breakdowns und gelegentlichen elektronischen Elementen mag, kommt mit IVORY rundum auf seine Kosten.

Mit einem Sound, der unter anderem an die Anfänge von WAGE WAR erinnert, fördern sie die sportliche Aktivität im Kubana Live Club noch einmal erheblich. Die kleine, aber feine Meute mosht und headbangt, was das Zeug hält.

Nach drei starken Support-Bands ist das optimale Warm-up für den Headliner erfolgreich abgeschlossen.

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Back to the roots und „Fuck You All”

Wenn EKTOMORF für eines bekannt sind, dann dafür, dass sie rohe, handgemachte Musik abliefern – so wie auch heute Abend in Siegburg. Vom ersten Moment an spielen die Ungarn dem Publikum mit brutaler Kraft ungeschliffenen und wütenden Metal entgegen.

Schnell wird klar: Wer große Show-Einlagen oder wilde Pyro-Effekte erwartet, der wartet lange, denn die Band ist primär für die Musik da. Positiv fällt auf, dass es noch Konzertbesucher:innen gibt, die genau das zu schätzen wissen. Flackernde Handybildschirme und Dauerfilmen sucht man hier vergebens. Stattdessen trägt das Publikum die rohe Härte mit, feiert und bewegt sich. Auch wenn sich der Kubana Live Club bis zuletzt nicht ganz füllt – woran das an einem Samstagabend liegt, erschließt sich nicht – ist die Stimmung ausgelassen.

Galerie mit 19 Bildern: Ektomorf - I'm The Heretic Tour 2026 in Siegburg

EKTOMORF machen’s kurz und brutal

Der Fokus der Setlist liegt klar auf dem aktuellen Album „Heretic“. Klassiker wie „Outcast“ und „Gypsy“ dürfen im Live-Repertoire aber keinesfalls fehlen. Musikalisch bieten EKTOMORF den gewohnten Sound, wobei sich der geneigte Kenner doch den ein oder anderen ganz alten Schinken im Set gewünscht hätte.

Nach gerade einmal 55 Minuten ist der Zauber vorbei. Auf den ersten Blick wirkt das für eine Headliner-Show sehr kurz. Bedenkt man aber, dass Sänger Zoltán „Zoli“ Farkas nach wie vor kein Mann der großen Worte ist und das aktuelle Album gerade einmal eine Laufzeit von 29 Minuten aufweist, passt der zeitliche Rahmen schon wieder.

„Das war kurz, aber dafür verdammt intensiv und brutal“, hört man einen jungen Mann auf dem Weg aus der Location sagen. Wir stimmen zu und lassen das genau so stehen.

Text: Alana Leidig

Fotos: Siegfried Peters

19.04.2026

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