Corpus Christi - The Darker Shades Of White

Review

Warum nur muss eigentlich beinahe jeder Metalcore-Emporkömmling dessen eigentlich durchaus anständige Mukke mit seelenlosen, völlig überzogenen Clean-Vocals im Refrain versauen? CORPUS CHRISTI sind hierfür beinahe sinnbildlich.

Es beginnt schon bei der drückenden Produktion, den wirklich gut platzierten, fetten Breakdowns und dem eigentlich auch ansonsten energiegeladenen Treiben der Platte, dass ich mal wieder recht angetan von einer Metalcore-Band bin. Auch das Geschrei, das nicht in ein Ich-hab-die-dicksten-Eier-Gebrüll umschlägt, vertrug sich ungewohnt gut mit meinen Ansprüchen an diesen Bereich der Musik. Doch dann kommt es, wie es immer kommt. Es setzt ein quälender, völlig seelenloser Refrain oder auch nur klar gesungener Part ein und all die aufgestaute Energie verpufft in ein kleines Wölkchen aus Nichts. Schade drum. Denn sonst machen die Amis ihre Sache wirklich ordentlich. Neben dem gewaltigen, wuchtigen Schaffen gibt es immer wieder melodische Pausen, die einen zum kurzen Durchatmen animieren, nur um im nächsten Moment wieder gewaltig auf die Fresse zu prügeln.

Aber abseits von den teils sehr guten Ideen, gibt es natürlich noch ein paar Mankos. Denn ungewöhnlich ist das Schaffen des Fünfers zu keinem Zeitpunkt. Ähnlichkeiten zu DARKEST HOUR, KILLSWITCH ENGAGE, PARKWAY DRIVE, UNEARTH und den üblichen Verdächtigen finden sich zuhauf, dennoch klingen sie wuchtig genug um das zu verschmerzen. Die Band geht mit Liebe zu ihrem Zeug zu Werke und gerade deshalb kapier ich nicht was der Scheiß mit dem Gesang soll. Wenn, dann wenigstens mit einem ausdrucksstarken Sänger, aber so!? Nein besten Dank!

So reicht es auch beim neusten Auswurf von Victory Records nicht zum großen „Aha-Erlebnis“. Ach ja, vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass CORPUS CHRISTI ihren Fans mit christlicher Nächstenliebe begegnen – naja wer es braucht. Für mich ist es ein amtliches Werk geworden, welches trotz mangelnder Innovation gut abgeht und nur durch die verfluchten Clean-Vocals wirklich gestört wird.

22.02.2009

Chefredakteur

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