Hellbutcher
Bleibt METAL!

Interview

Aus der Asche der Ende 2022 begrabenen NIFELHEIM erhob sich Per „Hellbutcher“ Gustavsson und gründete mit HELLBUTCHER eine neue Band, die gerade ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlicht haben. Und wie soll es auch anders sein, die Platte ist dunkler Metal der alten Schule durch und durch. Wir sprachen darüber im Interview mit dem einen und einzigen „Hellbutcher“!

Cover Artwork von HELLBUTCHER - "Hellbutcher"

Cover Artwork von HELLBUTCHER – „Hellbutcher“

Nach der Auflösung von NIFELHEIM habt ihr eine neue Band namens HELLBUTCHER gegründet. Was waren die Gründe für das Ende von NIFELHEIM, und siehst du HELLBUTCHER als Nachfolger von NIFELHEIM? War euch unmittelbar nach dem Ende von NIFELHEIM klar, dass ihr etwas Neues beginnen würdet?

Die Gründe für die Auflösung von NIFELHEIM waren vielfältig. Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber es hat sich mehr aufgelöst als beendet. Es war mir klar, dass ich mit meiner neuen Band HELLBUTCHER weitermachen musste, wenn ich jemals mehr von meiner Musik veröffentlichen wollte! Ich würde nicht sagen, dass HELLBUTCHER ein neues NIFELHEIM ist, das ist nicht das, was ich anstrebe. Dennoch wird es in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich sein, denn ich habe meinen Musikgeschmack nicht geändert, nur weil NIFELHEIM aufgehört hat zu spielen. In HELLBUTCHER werde ich eine größere Bandbreite an musikalischen Ideen einbringen können als in meiner vorherigen Band.

Wie wurde HELLBUTCHER gegründet, wie hast du die Bandmitglieder ausgewählt? Wie ist die Stimmung innerhalb der Band?

Die Band entstand im Jahr 2022. Ich habe mit Devastator (Martin Axenrot, u. a. BLOODBATH, vormals OPETH, NIFELHEIM, Anmerk. d. Verf.) und Necrophiliac (Dan Andersson, auch MORDANT, Anmerk. d. Verf.) darüber gesprochen, eine Band zu gründen, um einfach richtigen Metal zu spielen, und das haben wir dann auch getan. Kurze Zeit später konnten wir den zweiten Gitarristen Iron Beast (Fredrik Folkare, auch DEAD KOSMONAUT, UNLEASHED, vormals NECROPHOBIC, FIRESPAWN, Anmerk. d. Verf.) und den Bassisten Eld (Frode Kilvik, u. a. AETERNUS, GAAHLS WYRD, Anmerk. d. Verf.) verpflichten. Sie sind alle großartige Musiker und tolle Typen, die Band fühlt sich also wirklich solide an!

Ihr habt gerade euer Debütalbum veröffentlicht! Was kannst du uns über das Songwriting erzählen? Wer hat die Songs geschrieben, wie läuft der Prozess bei HELLBUTCHER ab?

Ich habe die meisten der Songs selbst geschrieben. Necrophiliac hat auch einige Teile des Albums zusammen mit mir geschrieben. Er ist meiner Meinung nach ein fantastischer Songwriter und wir verstehen uns sehr gut, wenn es um Musik geht. Wir haben eine Art Verbindung, wenn wir zusammen Musik schreiben. Der Prozess des Songwritings besteht normalerweise darin, dass ich einen kompletten Song mit allen Instrumenten und Arrangements fertig stelle, aber das ist nur eine Skizze. Der nächste Schritt ist, dass ich mich mit einem der Gitarristen treffe und sie meine Gitarren neu aufnehmen, weil ich kein Gitarrist bin. Bei diesem Prozess entwickeln wir normalerweise die Soli und so weiter. Der nächste Schritt ist, die eigentlichen Songs mit der Band zu proben, um ein richtiges Gefühl für sie zu bekommen, und dann nehmen wir sie noch einmal mit der ganzen Band für das eigentliche Album auf.

Habt ihr irgendwelche Ideen oder Elemente verwendet, die ursprünglich für NIFELHEIM geschrieben wurden?

Nein, es sind keine alten Songs. Ich hatte vielleicht ein paar alte Riffs, aber es war nichts, was wir jemals als Songs für NIFELHEIM geplant hatten. In der Zukunft werde ich vielleicht ein paar alte Songs verwenden, die ich vor 20 Jahren geschrieben habe und ich nie die Chance hatte, mit NIFELHEM aufzunehmen. Bei diesem Album wollte ich aber einfach neue Songs machen.

Du folgst weiter deinem einst eingeschlagenen Pfand, indem ihr reinen, aggressiven Black/Speed/Thrash Metal der alten Schule mit Heavy Metal verbindet. Bei HELLBUTCHER ist es ein bisschen mehr Thrash und Heavy. Wie schätzt du deine Musik ein, wo siehst du die Unterschiede zu NIFELHEIM?

Ich analysiere meine eigene Musik nie; das ist in gewisser Weise ein Hindernis für meine Kreativität. Ich schreibe einfach die Musik, die ich mag, und sie entwickelt sich so, wie sie sich entwickelt. Wenn ich eine Idee für einen Song habe, nehme ich ihn einfach auf, und wenn er gut ist, verwende ich ihn für ein Album. Ich stimme zu, dass HELLBUTCHER ziemlich Thrash- und Heavy-beeinflusst ist, aber das ist nichts, was ich geplant habe, es hat sich einfach so ergeben.

Die Texte sind wieder wahrhaftig böse – was fasziniert dich an der Dunkelheit?

Ich bin fasziniert von der Dunkelheit, und ich denke auch, dass die Musik sehr gut zu den bösen und dunklen Texten passt. Das macht es sehr kraftvoll.

Euer Album ist ein roher Ritt, der gut 30 Minuten pure Energie enthält. Kurz aber knackig!

Ja! Ich mochte schon immer kurze Alben, besonders wenn es um extremere Musik geht. 30-40 Minuten sind genug. Das hält den Adrenalinspiegel die ganze Zeit über hoch!

Mit HELLBUTCHER habt ihr einen Plattenvertrag mit Metal Blade. Das Album wird gut promotet, ihr spielt Shows. Ich denke, ihr bekommt mehr Aufmerksamkeit. Was sind deine Ziele mit HELLBUTCHER?

Mein Ziel ist es, HELLBUTCHER als eine Band zu etablieren, mit der man in Zukunft rechnen muss. Ich werde versuchen, eine großartige Bühnenshow zu machen und einfach so viel wie möglich zu spielen und viel öfter Alben zu veröffentlichen, als meine vorherige Band.

Was bedeutet es für dich als Veteran der Szene, einen Platz bei einem so renommierten Label gefunden zu haben?

Es ist einfach großartig! Ich wollte unbedingt eine richtige Plattenfirma für HELLBUTCHER finden, da ich die Band auf ein hohes Niveau bringen wollte. Metal Blade veröffentlicht nicht nur das Album, sie tun so viel mehr, was ich fantastisch finde. Mit ihrer großartigen Hilfe und Promotion könnten sie HELLBUTCHER auf ein neues Level bringen.

Eure erste Veröffentlichung war ein Demotape. Warum war das so wichtig für dich? Hörst du selbst noch Kassetten?

Ich bin ein Plattensammler und ein Metal-Fan, also dachte ich, es wäre nur natürlich, ein Demotape zu machen, um die neue Band bei den gleichgesinnten Metallern in der Underground-Szene bekannt zu machen. Das war ein guter Anfang, ein Weg der alten Schule. Ich höre mir immer noch Kassetten an. Ich mag Kassetten-Demos.

Wie hat sich die Beziehung zu deinem Bruder verändert, nachdem ihr nicht mehr zusammen in der gleichen Band spielt?

Wir haben keinen Kontakt mehr.

Was hält die Flamme in dir am Brennen?

METAL!!!!

Was habt ihr für die nahe Zukunft geplant?

Wir versuchen derzeit, auf Tour zu gehen und so viele Gigs wie möglich zu spielen. Wir haben auch den Plan, uns zu treffen und mit dem Schreiben von Material für das zweite HELLBUTCHER-Album zu beginnen.

Bleibt METAL!

10.06.2024

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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