Eradicator - Influence Denied

Review

ERADICATOR funktionieren wie eine gut geölte Maschine. Seit dem Debüt „The Atomic Blast“ liefert das Quartett im stetigen Drei-Jahres-Rhythmus astreine Thrash-Breitseiten ab. „Influence Denied“ stellt dahingehend keine Ausnahme dar.

Keine Experimente auf „Influence Denied“

Anstatt plötzlich irgendwelche halbgaren Experimente zu wagen, setzen ERADICATOR ihr Erfolgsrezept nahtlos fort. Ihr Thrash Metal schreit immer noch mit jedem Ton nach Bay-Area-Größen wie METALLICA, DEATH ANGEL und TESTAMENT. Wobei die Sauerländer den Melodien etwas mehr Raum geben als früher, wie zum Beispiel der Refrain von „5-0-1“ zeigt.

Diese kleine Feinjustierung ändert aber nichts an der Tatsache, dass Thrash kaum druckvoller und knackiger klingen kann als auf „Influence Denied“. Wenn die Doublebass in „Hypocrite“ durchhämmert, dann wirkt jeder Anschlag wie ein Treffer in die Magengrube. Die Riffs zeigen sich derweil so messerscharf wie präzise. Die fette Produktion von ORDEN OGAN-Chefdenker Sebastian Levermann trägt ihren Teil dazu bei, dass sich „Influence Denied“ in jeder Hinsicht rund anfühlt.

Doch nicht nur musikalisch, sondern auch textlich haben ERADICATOR einiges zu sagen. Titel wie „Mondays For Murder“, „Hate Preach“ oder das bereits erwähnte „Hypocrite“ deuten es schon an. Die Band führt die Thrash-Tradition weiter, brachiale Songs mit beißender Gesellschaftskritik zu verbinden und klare Statements zur weltpolitischen Lage abzugeben.

ERADICATOR bleiben gnadenlos

Trotz allen Lobes hat „Influence Denied“ allerdings ein paar Schwächen. Da wäre zum einen die Spielzeit. Da sich die zehn Songs allesamt zwischen viereinhalb und fünfeinhalb Minuten einpendeln, ist das Album recht lang geraten. Da ERADICATOR ihre Formel nur wenig variieren, wirken die Songs gegen Ende der Platte nicht mehr ganz so fesselnd wie das vorangegangen Material. Außerdem verpasst es die Band weiterhin, sich zumindest ein kleines Quäntchen Eigenständigkeit zu erarbeiten.

Aber das ist meckern auf verdammt hohem Niveau. „Influence Dienied“ wird alle Thrash-Metal-Maniacs da draußen zweifellos glücklich machen. ERADICATOR gehen ihren Weg kompromisslos weiter und machen keine Gefangenen.

16.07.2021

"Irgendeiner wartet immer."

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