Finsterforst - Still
Review
Ein neues FINSTERFORST-Album mit neun (!) Songs, und es ist keine Triple-CD geworden? Da fassen sich die Schwarzwälder geradezu zu kurz! Gut, mit knapp 78 Minuten Spielzeit nutzen sie die Kapazität einer einfachen Silberscheibe wieder nahezu komplett aus, aber lange Stücke sind wir von der Band, die sich selbst als „Black Forest Metal“ bezeichnet, gewohnt. Kollegin Louisa Esch fand die vorige EP „Jenseits“ etwas sperrig, doch ist das nicht ein Markenzeichen der Musik FINSTERFORSTs? „Still“ wird seinem Albumnamen jedenfalls nicht wortwörtlich gerecht.
FINSTERFORST sind nicht still geworden
Auf den ersten beiden Songs „Obduktion“ und „Herbstwanderung“ wird deutlich, dass die Band zwar wieder kompaktere Titel geschrieben hat, Epik und Vielschichtigkeit jedoch noch weiter ausbaut. Statt überwiegend schwerer Riffs und Härte bekommen wir viele getragene Vocals und düstere Stimmung geboten.
Mit leichten Variationen zieht sich das durch die nächsten Nummern: FINSTERFORST scheinen einem Konzept zu folgen, das beim ersten Hinhören monoton wirkt. Es gibt Abwechslung – so ist „Fels“ mit Akustikgitarre und Klargesang sehr reduziert –, doch hört man die Lieder am Stück, fehlt es an Varianz.
Textlich ist „Still“ meist gelungen – gerade auf Deutsch schleichen sich schnell platte Formulierungen ein – doch im Longtrack „Leere“ fragt sich der Protagonist zwischendurch: „Was ist das für ein Gefühl – fühle ich überhaupt etwas?“ Das klingt etwas generisch und passt nicht zur übrigen Klangwelt. Im gesungenen Kontext wäre es vermutlich weniger aufgefallen.
Zum ersten Mal seit der „#YØLØ“-EP sind zudem zwei Coversongs enthalten: „Beyond The North Waves“ von IMMORTAL ist noch naheliegend und passt ins FINSTERFORST-Korsett, auf „Another Brick In The Wall Pt. II“ von PINK FLOYD hätten wir nicht gewettet. Ein Stück zu interpretieren, dessen Original jede:r im Kopf hat, ist keine leichte Aufgabe. Insbesondere die ikonischen „Hey teacher, leave the kids alone!“-Chöre haben FINSTERFORST jedoch mit genügend Nachdruck umgesetzt.
„Still“ ist interessant, aber musikalisch zu gleichförmig
Mit ihrem neuen Album setzen FINSTERFORST spannende Akzente, verlieren sich aber zu oft im gleichen Tempo, um dauerhaft zu fesseln. So bleibt „Still“ ein schwer verdaulicher Brocken, der hinter früheren Alben wie „Mach Dich Frei“ zurückbleibt.
Finsterforst - Still
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Folk Metal, Melodic Black Metal, Melodic Death Metal, Pagan Metal |
| Anzahl Songs | 9 |
| Spieldauer | 77:53 |
| Release | 31.07.2026 |
| Label | AOP Records |
| Trackliste | 1. Obduktion 2. Herbstwanderung 3. Knie Nieder 4. Im Wind 5. Stille Nacht 6. Fels 7. Leere 8. Beyond The North Waves 9. Another Brick In Rhe wall Pt. II |
